Die großen 12 aus 2018

Auch 2018 hatte wieder jede Menge zu bieten – die Zahl der verlockenden Reiseziele ist einfach zu groß!

Und wir haben wieder ein paar Dinge von unserer Bucket-List erledigt, aber eben auch wieder völlig unverhoffte Orte und Gegenden gefunden, die wir vorher so noch gar nicht auf dem Schirm hatten. Und auf eine Weise sind das dann sogar die noch größeren Schätze.

Vorhang auf für unsere Lieblingsziele aus dem Jahr 2018! In bewährter Manier als Countdown von 12 bis 1. Und ein Klick auf die jeweilige Überschrift bringt euch direkt zum Blogeintrag.

Aareschlucht

Bei der Schweiz denkt man sofort an Berge. Und das natürlich zurecht. Aber was natürlich genau so großartig ist, ist das, was das Wasser mit den Felsen veranstaltet. Denn wenn man ihm nur lange genug Zeit lässt, frisst es sich durch diese unzerstörbar scheinenden Felsmassen durch und schafft so ein Wunder wie die Aareschlucht.

An den spektakulärsten Stellen nur wenige Meter breit, aber dafür bis zu 200m tief. Und das ist dann genau so beeindruckend, wie es sich liest. Wenn das ganze dann noch schweizerisch-perfekt in Schuss gehalten und inszeniert wird, hat man ein absolutes Highlight vor sich.

Kleiner Pro-Tipp: Den Weg durch die Schlucht kann man von Osten oder Westen machen. Im Westen gibt es deutlich mehr Parkmöglichkeiten, aber der Weg vom Osteingang in Richtung Westen ist dramaturgisch sicherlich spannender. Zunächst noch vergleichsweise breit wird die Schlucht mit jedem Meter ein bisschen schmaler und wilder.

Grinsby

Grinsby haben wir schon 2015 entdeckt. Und seitdem haben wir es geschafft, diesen schnuckeligen Campingplatz am Stora Bör auf jeder Skandinavientour mit einzubauen. Einfach weil er so herrlich entspannt langweilig ist. Und das meinen wir im absolut positivsten Sinne!

Der Kracher sind dann aber die Abendstunden. Und wenn man, so wie wir in diesem Jahr, an einem lauschigen Sommerabend mit dem Kanu auf den See hinausfährt, kann man etwas absolut sensationelles erleben, was es so nicht all zu oft gibt: Absolute Stille! Also: ab-so-lut. Kein Gezwitscher, kein Summen und Brummen und erst recht nichts menschengemachtes. Ein Wahnsinnserlebnis!

Børsmose

Die dänische Nordseeküste ist mit feinen Stränden ja wahrlich gesegnet. Warum schafft es also der von Børsmose in unsere Großen 12?

Wahrscheinlich weil wir einfach das Glück hatten, in der sonnigen Nachpfingstwoche einen großzügigen Campingplatz direkt hinter den Dünen mehr oder weniger für uns alleine zu haben.

Nicht besonders aufregend, aber besonders entspannend. Mehr Seele baumeln lassen geht kaum!

Flower Fields

Eigentlich sehe ich mich ein bisschen dagegen an, eine kommerzielle Touristenattraktion in die Großen 12 aufzunehmen. Aber für die Flower Fields bei Carlsbad in Kalifornien mache ich dann doch gerne eine Ausnahme.

Denn sie sind halt nicht vergleichbar mit dem durchschnittlichen schön angelegtem Garten. Auf einem großzügigen Areal wie es das vielleicht nur den USA geben kann, blüht es auf Teufel komm raus. Es ist wirklich ein Overkill für die Sinne, diese ganze Farbenpracht auf dem großen Areal wahrzunehmen.

Und es hat schon einen Grund, warum man dort so viele von den unsäglichen Instagram-Influencergirls sehen kann: Es lassen sich einfach so schöne Fotos machen…

Hyppeln

Fast schon traditionell haben wir einen kleinen Ort in unserer Liste, der nicht in jedem Reiseführer als die Top-Attraktion verkauft wird. Uns ist er aber trotzdem ans Herz gewachsen.

Hyppeln ist eine Schäreninsel vor Göteborg. Natürlich mit den tollen kostenlosen gelben Fähren zu erreichen. Und dann vor allem: klein. Und dadurch gemütlich. Quasi der Inbegriff für unaufgeregtes Insulanerdasein. Und trotzdem mit allem, was man gerne so um sich hat. Hafen, Restaurant (angeblich mit der besten Fischsuppe der Welt, was wir aber leider noch nicht testen konnten), Klippen und Strand. Wir kommen definitiv wieder.

Müritz-Nationalpark

Ein ganz besonderes Fleckchen Erde in Deutschland. Denn hier darf sich die Natur nach ihren eigenen Regeln entwickeln. Vom Ziel, einen richtigen „Urwald“ in Deutschland zu schaffen, ist man zwar so weit entfernt, dass wir das nicht mehr erleben werden, aber es ist fast genau so aufregend, der Natur dabei zuzugucken, wie sie sich Stück für Stück von Monokultur und menschlichem Einfluss verabschiedet.

Und dass es dabei dann trotzdem noch tolle Rad- und Wanderwege gibt und abends die Kraniche trompetend zu ihren Schlafplätzen zurückkehren, macht den Reiz dieser Landschaft aus. Wir müssen auf jeden Fall wieder kommen!

Hardangerfjord

Den Begriff Hardanger verbindet man in Norwegen vielleicht eher mit der Hardangervidda. Jenem unwirtlichen, meist trüben Hochplateaufjell, auf dem nichts wächst.

Nun, der Hardangerfjord ist dazu praktisch das Gegenstück. Zwar auch gerne mal regnerisch-trüb (Norwegen halt…), aber dafür auch mit dem Obstgarten Norwegens gesegnet, durch den man an der Südseite des Fjords quasi mitten hindurchfährt.

Auch der „begehbare“ Wasserfall Steinsdalsfossen ist trotz der wirklich für norwegische Verhältnisse heftigeren touristischen Erschließung ein Muss.

Und wenn man dann noch das Glück hat, an einem der besonders schönen Parkplätze wie Hereiane zu übernachten und in ein ebenso friedliches wie spektakuläres Abendlicht getaucht zu sein, dann ist das Womoreiseglück perfekt.

Thuner See

Man muss die Schweizer einfach beneiden. So eine perfekt-idyllische Landschaft wie am Thuner See findet man vielleicht sonst nirgends.

Das fängt mit dem Klischee-Berg Niesen an, den jeder Dreijährige genau so malen würde. Und hört natürlich mit den anderen Bergketten rund ums Stockhorn, den Sigriswiler Grat oder den Bergriesen Eiger, Mönch und Jungfrau noch nicht auf. Denn der stille Star der Landfschaft sind die Wiesen an den Berghängen über dem See und die kleinen Dörfer, in denen man sich einfach wohl fühlen muss. Und Wandern fühlt sich in dieser Bilderbuchlandschaft nie anstrengend, sondern immer wie ein Privileg an.

Utladalen

Vielleicht könnte man einen Preis für möglichst viel Norwegenklischee auf engstem Raum vergeben. Dann wäre das Utladalen ein heißer Anwärter dafür. Und das Beste: Man kann/muss sie alle auf meistens einfachen Wegen erwandern.

Das tiefste Tal Norwegens ist umgeben von 50 Gipfeln, die alle über 2000m liegen, hat natürlich einen reißenden Fluss und mit dem Vettisfossen den höchsten unregulierten Wasserfall Norwegens zu bieten. Und zu den Fjorden und Gletschern ist es auch nicht weit. Ach ja, und die tolle Passstraße Tindevegen fängt natürlich auch hier an…

Alabama Hills

Man kann ja über die Filmstudios in Hollywood sagen, was man will, aber die wissen schon, was eine gute Location ist! Hunderte Hollywoodfilme wurden in dieser unwirklichen Kulisse aus Felsen und Arches vor dem Hintergrund der mächtigen Berge der Sierra gedreht.

Und man fühlt sich sofort selbst in den wilden Westen versetzt. Nur mit dem Vorteil, dass es unzählige Stellen gibt, wo man frei mit dem Womo stehen kann und dann trotz der Vielzahl von Besuchern in dieser Wildnis mehr oder weniger alleine ist.

Jostedal

Was haben wir für ein Glück gehabt!

Sicherlich ist das Jostedal mit seiner breiten, teilweise wild schäumenden Jostedøla schon ein Erlebnis für sich. Und auch die vielen Gletscher oder der mächtige Stausee Styggevatnet sind in jedem Fall eine Reise wert.

Was für uns aber der besondere Glücksfall war? Das Wetter! Bei strahlendem Sonnenschein ist der Nigardsbreen einfach die Wucht in Tüten und auch die anderen Gletscherzungen haben alle ihren jeweils eigenen Reiz.

Und wenn man dann noch den fantastischen Campingplatz in Gjerde als Basisstation zur Verfügung hat, mit der wirklich unfassbar freundlichen und deutsch sprechenden Astrid als Gastgeberin, kann es kaum besser laufen.

Joshua Tree-Nationalpark

Ein dicker Eintrag auf meiner Bucketlist, seit ich die großartigen Fotos von Anton Corbijn für U2s „The Joshua Tree“-Album lieben gelernt habe.

Und der Park ist dann in jeder Hinsicht noch besser als das, was man ohnehin schon von einem US-Nationalpark erwarten kann. Denn neben den wirklich unvergleichlich besonderen Bäumen ist die Landschaft hier der Star. Wüste und skurrile Felsformationen wechseln sich ab, so dass es nicht so schnell langweilig wird.

Aber das beste ist der vielleicht tollste Campingplatz der Welt. Zumindest für uns. Jumbo Rocks punktet nicht mit Animation (obwohl der abendliche Rangervortrag im Amphitheater lohnenswert ist). Und erst recht nicht mit Strom, Wasser, Duschen oder Dumpingstation.

Aber so liebevoll, wie dieser Campground in die umgebenden Felsen (die das Wort Jumbo wirklich verdienen!) integriert ist, das ist schon Weltklasse. Und wenn man dann nach einem Barbecue auf der Bank an seiner Feuerstelle sitzt, kann man mit dem Staunen über diese unfassbare Natur einfach nicht aufhören.

Pro-Tipp: Mindestens 2 Nächte buchen. Lange im Voraus! Denn ohne Reservierung kommen euch garantiert die Tränen, wenn ihr mit einem Womo an diesem Platz einfach vorbeiziehen müsst…

Die großen 12 aus 2017

Auch in diesem Jahr gibt es wieder unseren Jahresrückblick. Eine ereignisreiches und seeehr frankreichlastiges MoMo-Jahr geht zu Ende.

Hier also wie immer in bewährtem Countdown von 12-1 unsere Großen 12 aus 2017! Ein Klick auf die jeweilige Überschrift bringt euch zum entsprechenden Blogeintrag.

Lourdes

Dass sich Lourdes in unseren Top 12 finden würde, hätte ich mir vorher auch nicht ausmalen können. Denn eigentlich war es nicht mal auf unserer Agenda für diesen Sommer. Aber nach dem Schock mit dem Hagelunwetter in Torla und dem fluchtartigen Verlassen Spaniens war die unfassbar friedliche Atmosphäre beim Abendgebet an der Basilika ein gutes Kontrastprogramm zum dramatischen Beginn des Tages.

Dahner Felsenpfad (Pfalz)

Ich weiß nicht, wie häufig ich bei der Wanderung auf dem Felsenpfad „Wie toll ist das denn?“ vor mich hin gemurmelt habe. Denn eine solche Farbenpracht, noch dazu mit roten Sandsteinfelsen war so ein bisschen wie die Zusammenkunft vom kanadischen Indian Summer mit den Red Rocks aus dem Südwesten der USA im Kleinformat. Und das mehr oder minder vor der Haustür!

Plage de la Palue (Crozon)

Das nenne ich doch mal einen Strand! Riesig breit, riesig weit und kaum eine Menschenseele unterwegs. Und wir mit dem MoMo direkt oberhalb. Ein Luxusausblick auf den Pointe de Pen-Hir inklusive.

Mont St. Odile (Elsass)

Auch mal schön: Über den Wolken, aber ohne Flieger. Das hübsch angelegte Kloster bietet sicherlich bei klarer Sicht einen fantastischen Ausblick hinunter ins Tal. Wir fanden aber den Blick, für den das Wort „Wolkenmeer“ erfunden worden ist, fast noch besser. Schade, dass die Bilder das nur unzureichend wiedergeben können!

Pointe de Corsen (Bretagne)

Plage de Ruscumunoc

Kennt ihr das, dass man sich an einem Ort spontan und unerklärlicherweise wohl und zuhause fühlt? So ging uns das am etwas nördlich vom Pointe de Corsen gelegenen Strand. Und die Aussicht auf vorbeiziehende Delfine hat dann auch nicht geschadet.

Aiguèze (Ardeche)

In einer so trubeligen Gegend wie der Ardeche im Sommer noch einen friedlichen und vergleichsweise verschlafenen Ort zu finden, ist schon ein Glücksfall. Und wenn man vorher die Corniche entlang der Ardeche gefahren ist, kann man sich auf dem urigen, hoppeligen und schiefen Stellplatz oberhalb des Ortes niederlassen und die Eindrücke erst mal sacken lassen. Wunderbar!

Lac d’Oo (Pyrenäen)

Ein Bergsee wie aus dem Bilderbuch. Eingerahmt von hohen Bergen und einen großen Wasserfall gibt’s zusätzlich auch noch zu bestaunen. Einziger Wermutstropfen: Der Aufstieg ist ganz schon steil. Zumindest, wenn man ihn im Hochsommer in der Mittagshitze macht. Nicht schlau, nicht nachmachen.

Point Sublime (Tarn)

Wieder mal verblüffend: Wir befinden uns in Südfrankreich, im Hochsommer, an einer der bekanntesten Attraktionen der Region. Aber als wir die (zum Glück!) auch schon nicht übermäßig frequentierte Talstraße entlang des Tarn Richtung Aussichtspunkt verlassen, haben wir ganz oben einen grandiosen Ausblick ins Tal nahezu für uns alleine. Und auch der Campingplatz hier oben ist unverständlicherweise nicht besonders frequentiert und in Folge dessen herrlich ruhig.

Baume-les-Messieurs (Jura)

Das Jura hatten wir für die Sommerreise gar nicht als Reiseziel auf dem Schirm. Aber wie das so ist, wenn man sich treiben lässt: Man findet die schönsten Plätze per Zufall. Und der Taleinschnitt mit dem pittoresken Ort, der mangels Beleuchtung von uns leider nicht besichtigten Grotte und dem einfachen, aber saugemütlichen Stellplatz am Bach, der durchs Tal plätschert, gehört zu den „Da müssen wir unbedingt wieder hin“-Orten.

Cordes-sur-ciel (Okzitanien)

Wir haben ja schon viele mittelalterliche Örtchen gesehen. Auch auf dem Berg gelegen. Auch abends. Aber die Stimmung in Cordes-sur-ciel war speziell. Die extrem steilen Rampen, die es hinaufgeht. Das mehrmalige „Jetzt sind wir aber oben – ach nee, doch nicht!“-Gefühl muss man einfach erlebt haben und lässt sich mit Worten schlecht beschreiben. Dass wir dann noch eine kostenlose Feuershow mit Herzblut dargeboten bekamen, war dann das Tüpfelchen auf dem i. Auch hier waren wir nicht das letzte Mal!

Puy Mary (Auvergne)

Die Auvergne hatten wir als „irgendwie lohnend“ auf dem Zettel. Wo man auf dem Heimweg mal Station machen kann. Dass es aber so super ist, hat uns keiner gesagt! Da war das nette, aber auch sehr touristische Salers nur der Auftakt für eine grandiose Tour mit tollen Aussichten und der Kletterpartie hinauf auf den Puy Mary, einen der vielen erloschenen Vulkane in der Gegend. Wir hatten eher Eifel erwartet, haben aber Schweiz bekommen. Merci!

Brignogan Plage (Bretagne)

Was ein toller Ort! Sicherlich auch wegen der tollen Fotogelegenheit bei einem spektakulären Sonnenuntergang ein Lieblingsort 2017. Aber auch der ganze Rest mit dem Lost Campingplatz, dem Freilichtmuseum in Meneham und dem Sentier Côtier entlang des Strandes mit seinen eigenwilligen Felsen stimmt einfach.

Schöne Erleuchtung

Dass ich das jetzt im Womoblog veröffentliche ist jetzt ein bisschen geflunkert. Denn natürlich hält das MoMo brav Winterschlaf und wir waren ganz schnöde mit dem PKW unterwegs.

Aber das China Light Festival im Kölner Zoo ist wirklich der Kracher. So viele schöne Fotos! Und auch die Atmosphäre ist etwas ganz besonderes: Die Tiere befinden sich praktisch alle schon in den (geschlossenen)Tierhäusern – lediglich ab und zu hört man mal einen Esel schreien oder die Pinguine empört meckern, wenn man ihnen zu nah kommt. Denn der Star sind abends, wenn der Einlass zum China Light Festival überhaupt erst beginnt, die Lichtinstallationen.

Alle in einem comichaft-realisitischen Chinastil. Und. vor allem: Alles Unikate! Nicht in irgendeiner Fabrik nach Schema F gegossen, sondern jedes Licht-Tier hat regelrecht einen individuellen Charakter. Und im gesamten Zoo blinkt und funkelt es.

Wir waren fast die gesamten 4 Stunden Öffnungszeit (17.30-21.30 Uhr) dort und sind so gerade mit allem durchgekommen. Zugegeben, durchs Fotografieren hat das sicherlich länger als nur ein Spaziergang gedauert. Aber man kann und sollte sich wirklich die Zeit nehmen, die Installationen zu bestaunen. Eine tolle Sache, die auch den üppigen Eintritt von 16€ rechtfertigt. Guckbefehl!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auf zur Mandelblüte!

Unsere Generalprobe für die kommende Fahrt in die Bretagne führt uns in die Pfalz. Zur Mandelblüte. Denn von den schönen knatschrosa blühenden Mandelbäumen haben wir schon viel Gutes gelesen und natürlich vor allem gesehen. Da wird es doch mal Zeit, sich das in echt anzugucken!

Wir starten also am späten Mittag und reihen uns, wie üblich, in den Stau am Leverkusener Kreuz an. Die eigentlich sinnvollere Route über die Brücke dürfen wir ja wegen der hochbegabten Checker bei Straßen-NRW wegen Überbreite nicht nutzen. Macht ja auch Sinn, dass die Brücke unter unserer Breite ächzt und nicht unter unserem weit unter 3,5t liegendem Gewicht…

Also nehmen wir die Route über die A3 und werden kurz vor Mainz
vom Navi elegant über die Dörfer zur A61 gelotst. Wir sind begeistert davon, wie stressfrei sich die Reise auch mit 2 Hunden gestaltet. Elli nimmt klaglos neben Mia auf der Rückbank Platz und denkt sich „Wenn die Große das gut findet, kann es ja so schlecht nicht sein!“

Wir haben auf Empfehlung von Annettes Mutter hin einen Stellplatz beim Weingut Eberle in Burrweiler reserviert. Kann ja gut sein, dass zur Zeit der Mandelblüte dort der Bär steppt. Dachten wir. Tatsächlich aber ist immer noch deutlich Vorsaison und wir somit die einzigen Gäste auf den 3 ausgebauten Stellplätzen. Ist uns recht!

Da auf unser Klingeln niemand öffnet erkunden wir erst mal zu Fuß den Ort. Also, das Örtchen. Und stellen verwundert fest, dass hier ein Restaurant auch mal an einem Freitag einen Ruhetag einlegt. Ups. Annette entdeckt aber unter den vielen Wegweisern zu den diversen Weingütern der Region auch ein Restaurant. Das Sankt-Anna-Gut. Wir stapfen also den Weinberg hinauf und werden dort freundlich empfangen und auch für die Hunde gibt es einen guten Platz. Wir lassen es uns gut gehen und probieren die rustikalen Pfälzer Köstlichkeiten. Jetzt weiß ich also wie Saumagen schmeckt (besser als sein Name), was Leberknepp sind (leckere Leberknödel) und dass die Bratwurst mit Mostert serviert wird. Gesättigt und zufrieden wanken wir den Berg hinunter zum MoMo. Nicht schlecht als Einstieg.


Am nächsten Morgen lassen wir es zunächst langsam angehen und genießen die milden Temperaturen und die entspannte Atmosphäre auf dem Hof des Weinguts. Herr Eberle gibt uns Tipps für Wanderungen und Einkehr. Insbesondere das Einkehren scheint eine sehr wichtige Sache zu sein in der Pfälzer Lebensart. Sehr sympathisch!


Wir gucken den Hunden beim Spielen zu und machen erst nach einiger Zeit in aller Ruhe die Räder fertig. Heute muss Elli zum ersten Mal in den Hänger! Auch das klappt richtig gut, wenn auch die Hunde große Geduld aufbringen müssen, weil ich bei der Fahrradpflege an alles gedacht habe. Nur nicht ans Reifen aufpumpen…

Als es dann aber losgeht macht es Spaß, durch die erwachende Frühlingslandschaft zu radeln. So viele weiß blühende Bäume am Wegesrand. So viel frisches Grün! Aber erst mal nur sehr zaghaft ein paar blühende Mandelbäumchen. Da geht noch was!

An der zauberhaft gelegenen Burrweiler Mühle werfen wir einen Blick auf die Karte und stellen fest, dass wir gerne später noch mal wiederkommen, wenn ab 15 Uhr geöffnet ist. Denn die Speisekarte sieht sehr verlockend aus.

Im weiteren Verlauf stellen wir aber auch fest, warum das Wort Berg in Weinberg enthalten ist. Von unten sah es so aus, als könnte ich das kurze Stückchen halt mal schieben. Aber mit dem Hundehänger hinten dran wird das ein regelrechter Workout. Fühlt sich eher an wie Tragen… Deshalb machen wir auf einer der vielen Bänke kurz vor Weyher erst mal Rast, genießen den Blick in die Landschaft und das perfekte Wetter.

Was man auf Straßenkarten ja meistens nicht so sieht, sind die Steigungen. Und so treten wir weiterhin bergauf in die Pedale. Weiter, immer weiter. Und so denken wir an der Hütte Rietania an Herrn Eberles mahnende Worte, dass wir das Einkehren nicht unterlassen sollten. Also parken wir die Räder, setzen uns auf die Terrasse und genießen erfrischende Getränke und einen Handkäse mit Musik. Haben wir vorher aber erst mal gegoogelt, was das wohl ist. Ein Sauermilchkäse mit Zwiebel-Essig-Öl-Marinade. Muss man mal probiert haben! Und die Musik bezieht sich wohl auf die Verdauungsgeräusche nach dem Verzehr…

Bei der Weiterfahrt kommen wir mandelblütenmäßig voll auf unsere Kosten. Schon auf der Abfahrt hinunter in den netten Ort Rhodt leuchtet es am Wegesrand intensiv rosa. Und da in Edenkoben das Mandelblütenfest auf der Mandelmeile stattfindet, geht es dort munter weiter. Alle paar hundert Meter gibt es am Straßenrand Stände mit reichlich Sitzgelegenheiten, wo man dann bei einem Weinchen oder Leckereien verweilen kann. Da wir aber noch auf die nächste Pause in der Burrweiler Mühle spekulieren belassen wir es bei einer Vorbeifahrt am munteren Treiben. Vielleicht nächstes Jahr…

Auf dem Weg zur Mühle sehen wir auf einmal ein etwas größeres Aufgebot an Feuerwehr, Polizei und Schaulustigen an einem Schilfwäldchen. Die Überraschung ist groß, als wir auf einmal unseren Winzer in Feuerwehrmontur wiedererkennen! Ein paar Jungs hätten wohl gezündelt, seien aber immerhin von selbst auf den Gedanken gekommen, die Feuerwehr anzurufen. Drama auf dem Dorf!

Jetzt wird es aber doch Zeit für ein weiteres Päuschen in der ansprechend gestalteten Außenanlage der Burrweiler Mühle. Wir probieren uns durch Blutwurst-Lasagne(!, aber lecker) und Entenbrust, da es dort die sehr pfiffige Idee von „Mini“-Portionen gibt, damit man mehrere Sachen probieren kann. Im Prinzip die Pfälzer Variante von Tapas. Ich mache aber einen Anfängerfehler und bestelle mir eine große Rotweinschorle dazu. Lecker, aber mit ordentlich wumm. Herr Eberle klärt mich am nächsten Tag auf: Das Pfälzer Rezept für Weinschorle ist nämlich einfach 4 Fingerbreit Wein und 4 Fingerbreit Sprudel. Nur, dass die einen Finger senkrecht stehen und die anderen waagerecht… Stimmt!

Danach bin ich froh, als wir wieder am MoMo ankommen… Und statt der angedachten Weinprobe gibt es dann lieber mal Kaffee! Und während die Hunde schlafen oder spielen, nutze ich noch ein bisschen die Zeit und das schöne Licht zum Fotografieren. Spaß macht das!

So vergeht die Zeit bis zum Abend im Fluge und wir machen uns zum erneuten Schlemmen auf: Bei den von der Leyens… Ein wirklich sehr empfehlenswertes Restaurant in Burrweiler-City – also direkt neben dem Kirchturm. Leckere und auch schön angerichtete Speisen und eine Speisekarte, bei der man sich kaum entscheiden kann. Und umso besser, wenn es dann auch noch so schmeckt, wie es aussieht. Das sind echt Schlemmertage, die wir hier verbringen!

Der nächste Morgen begrüßt uns dann nicht mehr so freundlich und wir hören tatsächlich das vertraute Tröpfelgeräusch auf dem MoModach. Eieiei, es sollte doch nur weniger sonnig werden!

Nach dem Abschied vom Weingut brechen wir zu unserer Wanderung für heute auf. Auch diese ein Tipp von Herrn Eberle: Parken an der Drei-Buchen-Hütte und dann zur Ruine Neuscharfeneck. Und 2 Hütten zum Einkehren. Hört sich doch gut an!

Nachdem wir fachmännisch schon mal die Speisekarte an der Hütte begutachtet haben geht es los. Ein breiter Waldweg. Da kann man ja nichts falsch machen. Eigentlich… Aber wir waren wohl mit der Essenplanung so beschäftigt, dass wir übersehen hatten, dass man an der Hütte den oberen Weg nehmen muss. Und so müssen wir später erst mal so einige Höhenmeter wieder gut machen. Puh! Die Ruine ist wirklich sehenswert und auch der Ausblick hinaus in die Pfälzer Berge ist toll. Wir bleiben erst mal und genießen.

Dann ruft aber doch die nächste Hütte. Die Landauer Hütte. Von Freiwilligen an den Wochenenden bewirtschaftet und eine schöne Zwischenstation. Natürlich mit Einkehr, aber diesmal wohlweislich nichtalkoholisch…

Für unser Baby wird die Runde dann doch irgendwann zu anstrengend, so dass sie sich bei Annette in den Rucksack kuschelt und tragen lässt. Gemütlich!

Nachdem wir uns nach Beendigung der Runde noch einmal an der Drei-Buchen-Hütte gestärkt haben, geht es dann durchaus schweren Herzens wieder auf die Heimfahrt. Wir wären gerne länger geblieben und werden sicherlich wiederkommen. Eher früher als später!

Wieder mal ein Beweis dafür, dass man es sich auch in Deutschland richtig gut gehen lassen kann und tolle Landschaften sehen kann.

Hündchen und Märzenbecher

Es geht wieder los!

Der Winterschlaf ist beendet und das MoMo bereit zur Saisoneröffnung 2017. Nachdem in der Werkstatt die letzten Garantiereparaturen erledigt und Gas- und Dichtigkeitsprüfung erledigt sind kommt pünktlich zum ersten Wegfahrwochenende die Sonne raus – perfekt!

SauerlandWir sind mittlerweile schon echte Profis: Die für den Winter ausgelagerten Vorräte werden wieder eingelagert, Wasser aufgefüllt, Strom getankt und es kann losgehen. Eine Sache aber ist dann doch neu: Wir haben ein neues Crewmitglied!

Seit 2 Wochen ist Elli bei uns. Ein wuseliger 12 Wochen alter Mix aus Australian Sheperd, Tibet-Terrier und Pudel. Und nun sind ja alle Babies grundsätzlich erst mal süß und liebenswert, aber die Kleine erobert wirklich alle Herzen im Sturm.

Und da Annettes Credo ist, dass man den Hund in der Welpen-Prägungsphase möglichst vielen neuen Situationen aussetzen muss, gehört natürlich auch das Wohnmobilfahren dazu. Und auch wenn sie das alles sehr aufgeregt beäugt: Elli besteht auch diese Prüfung mit Bravour und ist ein aufgeregter, aber unanstrengender Reisebegleiter. Da sind andere Leute mit Kleinkindern mehr gefordert…

SauerlandUnser erstes Ziel des Jahres ist diesmal das Sauerland. Nett in einer knappen Stunde zu erreichen. Und dann gibt es dort noch eine kleine Besonderheit: In der Nähe des Ortes Herscheid gibt es den Herveler Bruch, der für die dort besonders üppig blühenden Märzenbecher berühmt ist. Für alle botanischen Legastheniker wie mich: Das sind quasi Schneeglöckchen Deluxe. Also etwas üppiger und hübscher.

In Herscheid fahren wir den Stellplatz am Schwimmbad an. Es gibt dort extra 2 Stellplätze für Womos. Wer  mag, hat sogar Strom und Wasser. Was nur leider nicht in der Beschreibung steht: Die Straße am Schwimmbad scheint auch ein beliebter Ausfahrort für die Dorfjugend zu sein. Und so brümmelt immer mal wieder ein lautes Gefährt an uns vorbei. Naja, dafür ist der Platz ja auch graits und immer noch relativ zentral.

Denn wir wollen es uns am ersten Womo-Abend des Jahres gut gehen lassen und auswärts essen gehen. Also den Tripadvisor angeschmissen und erfreut festgestellt, dass es ein sehr gut bewertetes gutbürgerliches Restaurant im Ort gibt. Genau das, worauf wir Appetit haben. Die Ernüchterung folgt dann vor Ort. Es ist eine kleine Zeitreise in die 80er. Sowohl
was Mobiliar, Speisekarte (Schnitzel oder Schnitzel oder doch lieber Fleisch?) und das Essen angeht. Denn diese absurde Portion von 2 großen Schnitzeln mit viel Fertigsoße und ein bisschen Kartoffelbeilage und etwas Salat wäre in den 80ern wahrscheinlich voll trendy gewesen. Heute ist nicht nur mein Magen davon erschlagen…

Am nächsten Morgen brechen wir nach dem Frühstück Richtung Nordhelle zum Parkplatz am Märzenbecherweg auf. So ein Parkplatz direkt am Wegesanfang ist ja vorbildlich! Also packen wir alles zusammen, Annette funktioniert den Rucksack zum Welpentragebeutel um und es kann losgehen.

Die ersten Meter darf Elli natürlich zu Fuß laufen, aber einen längeren Weg darf und sollte sie noch nicht machen. Das ist aber auch aufregend! Wo sind wir hier? Kommt ihr auch mit? Habt ihr das auch gesehen? Spielst du mit? Was macht Frauchen?

SauerlandWir haben also genug Unterhaltung mit der Kleinen, so dass uns gar nicht auffällt, dass es auf dem Märzenbecherweg verdächtig an Märzenbechern mangelt. Nicht mal vereinzelt kann man welche sehen. Und als wir dann Wanderer sprechen, die den Weg aus der anderen Richtung machen, schrillen die Alarmglocken: Auch diese haben keinen einzigen gesehen! Hm. Also mal auf der Karte gecheckt und festgestellt, dass der Herveler Bruch weit unter uns im Tal liegt. Wir machen uns also an den Abstieg und werden am Ende tatsächlich mit einem Märzenbechermeer belohnt!

Sauerland

Sauerland

Zwar nicht so riesig und weit ausgebreitet wie es nach den Berichten und Fotos schien, aber immer noch schön genug, dass wir zufrieden mit unserer Wahl sein können.

Und während Annette sich um die Hunde kümmert, stürze ich mich mit der Kamera auf die Blümchen. Mein Plan von Hundefotos inmitten der Märzenbecher können wir aber zu den Akten legen. Der Untergrund ist dermaßen morastig, dass daran nicht mal im Traum zu denken wäre…
Immerhin bieten sich nicht nur die Märzenbecher sondern auch die Hunde als Fotomodels an. Und das warme Sonnenlicht tut das seinige dazu. Spaß machts!

SauerlandSauerland

Sauerland
SauerlandAuf dem Rückweg wird es uns dann auch noch mal so richtig lauschig warm. Denn den Weg, den wir zuvor hinunter gingen, ächzen wir jetzt wieder hinauf. Insbesondere Annette mit der kleinen Elli im Rucksack ist da ganz schön gefordert.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause im Womo geht es dann am frühen Nachmittag wieder gen Heimat. Denn so ganz gechillt ist es dann doch nicht, wenn alle naselang ein Motorrad oder Sportwagen mit kleingenitaligem Fahrer an einem vorbeidröhnt. Es hat halt nicht nur die Womo-Saison begonnen…

Und ein Mitbringsel aus dem Sauerland habe ich mir auch noch mitgebracht. Am Abend kratzt der Hals und am nächsten Morgen deutet alles darauf hin, dass ich den Winter doch nicht ohne Erkältung hinter mich bringen werde. Argh!

Sauerland

Die Großen 12 aus 2016

Das Reisejahr ist vorüber. Und mit ihm jede Menge Eindrücke, Erlebnisse und Landschaften. Wir haben jeden Tag unserer Reisen genossen und deutlich mehr als 12 schöne Tage oder Etappen erlebt. Es gibt aber doch immer diese besonderen Tage auf einer Reise, wo einfach alles stimmt oder an die man sich in der Rückschau aus den unterschiedlichsten Gründen besonders gerne erinnert.

Hier also die Ziele, die es uns besonders angetan haben und zu denen wir sicher noch einmal zurückkehren wollen. Alle die dort schon waren, werden verstehen, warum ein Ort in dieser Liste auftaucht. Und allen, die vielleicht noch eine Reise planen, seien diese Ziele dann besonders ans Herz gelegt. Ein Klick auf die jeweilige Überschrift bringt euch zum entsprechenden Blogeintrag. Und um die Spannung zu steigern, machen wir das ganze in guter Countdownmanier von 12-1. Viel Spaß beim Gucken und Lesen!

Peer-Gynt-Weg


Diese schöne Passstraße westlich von Lillehammer ist im Prinzip Norwegen im Kleinformat. Einsame unbefestigte Straße? Ja. Tolles Gipfelpanorama? Ja. Seen und Wasserfälle? Ja.

Im Detail gibt es das zwar alles irgendwo anders auch noch spektakulärer und noch beeindruckender. Aber es kann auch ganz gut sein, wenn man das ganze noch halbwegs mit seinen Sinnen erfassen kann und noch nicht erschlagen ist.

Sognefjellet

Die Norweger wissen schon, warum sie „Nationale Touristveger“ angelegt haben. Weil es einfach Strecken gibt, auf denen man an jeder Haltebucht anhalten möchte, weil der Ausblick hier doch noch etwas schöner ist als der vor 2 Minuten… Kein Wunder, denn Täler, Wasserfälle, Gletscher, Seen und Fjell wechseln sich in immer neuen Kombinationen genial ab, so dass es einfach nicht langweilig werden will.

Côte de Granit Rose

Auf diesen Küstenabschnitt der Bretagne waren wir sehr gespannt. Und wurden nicht enttäuscht – man kann sich regelrecht in den Gesichtern, Gegenständen und Tieren verlieren, die man in den Gesteinsformationen zu erkennen glaubt. Zum Fotografieren ein Traum!

Den Streit, ob die Steine bei Ploumanac’h oder in Tregastel beeindruckender sind, möchten wir auch nicht entscheiden. Aber eines meiner Lieblingsbilder des Jahres stammt aus Tregastel…

Trollstigen

Eigentlich war der Trollstigen bei der Reiseplanung für uns nur ein kann-muss-aber-nicht. Ein totfotografiertes Ziel, dass jeder schon mal gesehen hat. Gut, dass wir uns anders entschieden haben!

Denn auch wenn man die Aussicht natürlich „kennt“: in echt ist es trotzdem beeindruckend. Und vor allem das Treiben auf der Straße zu beobachten ist wirklich spannend. Wie auf einer Modellanlage staut es sich mal hier mal da, um dann doch wieder irgendwann weiterzufließen. Faszinierend!

Und als Bonus kriegt man auf der Weiterfahrt im Meiadal tatsächlich frische Erdbeeren, die man dann am Fjord und beim Ausblick auf die winzig wirkenden Kreuzfahrtriesen verspeisen kann.

Rondane

Zwei Dinge werden wir immer mit dem Rondane verknüpfen: Die sich steil nach oben windende Serpentinenstraße, die wir gerne hinter dem Linienbus her gefahren sind und diese perfekte Radtour zum Rondvassbu. Denn obwohl man die gleiche Strecke hin und zurück fährt, ist das Erlebnis doch so, als würde man noch einmal eine komplett neue Landschaft erfahren.

Stensjö By/Hammarglo

Eigentlich nicht ganz fair, dass ich hier 2 Orte zu einem zusammenfasse. Da sie aber recht nah beieinander liegen und für uns quasi zu einem Reiseerlebnis gehören, nehme ich mir die Freiheit.

Wer ein Astrid-Lindgren-Schweden aus dem buchstäblichen Bilderbuch aber gänzlich ohne Trubel erleben will, muss (muss!) nach Stensjö Byn. Diese Siedlung aus vereinzelten roten Schwedenhäusern ist ein ehemaliges Dorf, dass pittoresker gar nicht angelegt werden könnte. Mehr Klischee und gleichzeitig mehr Authentizität geht nicht!
Und in Hammarglo hat man das ganze dann in der Naturvariante. Weiter Himmel, weiter See, himmlisch friedliche Abendstimmung. Auch hier gilt: Schwedischer geht’s nicht!

Molde

Molde als Stadt ist eigentlich nicht der Rede wert (wie eigentlich fast alle norwegischen Städte). Der Star ist die Landschaft. Und hier insbesondere der Aussichtspunkt Varden, weit oberhalb der Stadt.

Das Panorama, was sich einem hier auftut ist mit grandios eher unzureichend beschrieben. Und für uns war es einer der Orte, wo wir es mal wieder genossen, dass wir per Womo unterwegs sind. Denn als wir mittags dort waren, war uns klar, dass es das für den Rest des Tages gewesen ist. Und die sich durch das Licht ständig ändernde Landschaft hat uns für diese Entscheidung mehr als belohnt!

Öland

Es gibt so Orte, wo man sich quasi von Anfang an wohl fühlt. Öland gehört für uns dazu. Man hat sofort nach Überfahren der langen Brücke das Inselfeeling – von keinem Ort aus ist es wirklich weit bis zum Meer.

Die gechillte Atmosphäre ist überall auf der Insel zu spüren. Und wenn man dann mit netten Leute in Carlas Cafe-Scheune eine richtig gute Neil-Young-Coverband erleben darf, kann es viel besser nicht werden.

Wir kommen wieder, denn den Nordteil der Insel haben wir noch nicht einmal gesehen!

Aursjøvegen

Es sagt viel über unsere Top3, dass der Aursjøvegen es nicht unter die besten drei geschafft hat…

Denn auf dieser irrsinnigen Passstraße zum Stausee Osvatnet und hinunter ins Eikesdal haben wir wirklich alles gesehen, was Norwegen so unglaublich macht.

Und vor allem haben es buchstäblich erfahren. Auf der Fahrt mit dem MoMo durch Unwetter und den unbefestigten einspurigen Tunnel bei Steigungen und Gefällen jenseits des Normalen hat Annette einen Crashkurs in Coolness genommen und konnte bei allen Passfahrten, die danach kamen, nur noch mitleidig lächeln, wenn dem Gegenverkehr die nackte Angst ins Gesicht geschrieben war.

Isle de Bréhat

Gibt es eigentlich jemanden, der von dieser Insel wegfährt und nicht darüber nachdenkt, dass es eine richtig gute Idee ist, auf diesem Fleckchen Erde ein kleines Häuschen zu haben?

Zumindest ging es uns so. Die ganze Insel strahlt irgendwie Ruhe und Gelassenheit aus.

Hektik? Ach, lohnt sich nicht.

Schöne, adrette Häuschen mit netten Vorgärten? Gehören quasi zum guten Ton.

Das ganze verbunden mit der Großartigkeit der Felslandschaft rund um den Phare du Paon und dem Wechsel der Gezeiten macht es zu einem definitiven Ziel zum Wiederkommen.

Briksdalsbreen

Nach ein paar Wochen Norwegen denkt man ja, dass man schon alles gesehen habe. Und dann fährt man ins Oldental und ist sofort gefangen von der Farbe des Sees, den steilen Wänden und dem blaugrün schimmernden Gletscher.

Wenn dann noch eine tolle Strecke hinauf zum Briksdalsbreen mit fantastischen Aussichten, strahlendem Wetter und immer wieder diesem Gletscherblau hinzu kommt, hat man etwas erlebt, dass einen tief berührt.

Runde

Was soll man zu diesem traumhaften Erlebnis groß schreiben? Dass sich einfach alles zu einem grandiosen Naturerlebnis zusammengefügt hat? Mit atemberaubenden Aussichten, der steilsten Steigung beim Wandern, dem dramatischstem gerade-noch-nicht-schlechtem Wetter inklusive Regenbogen, einem majestätisch schwebenden Adler und natürlich vor allem den unfassbar fotogenen Papageientauchern, denen man wirklich so nah kommt, wie es in den Berichten beschrieben ist.

Bein manchen Platzierungen in diesen Top12 kann man sicher nochmal überlegen, ob sie nicht 1-10 Plätze höher oder tiefer eingeordnet sein müssten. Aber hierbei waren wir uns sofort und eindeutig einig. Und wenn wir mal eine Top10 des Jahrzehnts machen, stehen die Chancen auf den Spitzenplatz auch schon mal verdammt gut…

Langes kurzes Wochenende

Da Annette Freitags nicht frei bekam, haben wir umdisponiert und sind erst Samstag losgefahren – dafür aber in aller Herrgottsfrühe! Und das machte sich bezahlt: Denn am ersten Ferienwochenende steht man ja gerne mal im Stau. Wir diesmal nicht – vielleicht auch, weil es diesmal nicht Richtung Süden ging. Denn das heutige Ziel hieß (wie schon so oft) Egmond aan Zee. So ganz erklären können wir es ja nicht, warum es immer wieder dorthin zieht. Aber vielleicht war es genau die Mischung aus Vertrautem und Schönem, die wir im Augenblick gut brauchen können. Abenteuer kommt später!

Um 10 Uhr trudeln wir dann am Strandboulevard an und finden zu unseren großen Freude und Erleichterung problemlos einen Parkplatz, auf dem das MoMo auch dank seiner kompakten Maße perfekt unterkommt.

Nach einem wohlverdienten Frühstück machen wir uns auf den Weg durch die Dünen Richtung Bergen. Und obwohl wir den Weg nun wirklich nicht zum ersten Mal gehen, kommen wir doch an so mancher Kreuzung ins Grübeln, wie es jetzt wohl weitergeht. Aber anscheinend zieht uns unser Stammlokal am Bergener Strandaufgang magisch an: Wir schaffen es, ohne uns zu verlaufen.

Im Golf van Bergen belohnen wir uns mit Vissoep und Broodjes. Echt lekker! Und die Fischsuppe ist immer noch so gut, wie ich sie in Erinnerung habe!

Nach dem Rückweg durch teilweise ganz schön weichen Sand sind wir dann erst mal platt und ruhen uns aus. Aus meinem „kleinen Nickerchen“ werden mal eben 2 Stunden. Uff! Da war wohl jemand müde…
Anschließend bummeln wir noch durch den Ort, wo aber um halb sechs alle Geschäfte schon Feierabend machen. Daher kaufen wir nur im Supermarkt für das Frühstück ein und brechen alsbald zum Abendessen auf. Wir wollen wieder ins Natuurlijk, wo uns das Essen schon im Winter so gut geschmeckt hat. Und auch diesmal sind wir von dem, was da auf dem Tisch steht sehr begeistert und pappsatt sind wir danach auch noch. Und Mia ist mal wieder der Streichelhund für die kleinen Kinder…

Mehr passiert an diesem Tag dann auch nicht: Denn ach einem bisschen Lesen fallen wir todmüde ins Bett und schlafen mit Meeresrauschen im Ohr ein.

Am folgenden Tag lassen wir es gemütlich angehen: In aller Ruhe frühstücken, etwas lesen und dann mal langsam Richtung Strand. Diesmal allerdings nach Süden. Wir wollen ja keine Langeweile aufkommen lassen…! Und so lassen wir uns frischen Wind um die Nase wehen und auch die starke Bewölkung und der gelegentliche Fisselregen können uns nicht kratzen. Etwas unangenehmer ist da schon die Begegnung, die Mia am Strand mit einem Kampfhundmischling hat. Der kann nämlich ihr „Nein“ zur Spielaufforderung nicht so gut haben, was Mia mit einem empörten Bellen quittiert. Vor allem als er dann mit gebleckten Zähnen doch „spielen“ will… Und so haben wir zwei sich ankläffende Hund, bei denen man nicht weiß, ob sie nicht doch gleich beißen, vor uns. Das chic gekleidete Frauchen des blöden Köters sieht aber keine Veranlassung ihr Tier abzurufen, sich auch nur einen Schritt zu beeilen, um die Situation aufzulösen oder auch nur, uns zu verstehen zu geben, dass sie sich kümmert. In aller Seelenruhe spaziert sie mit ihrer Freundin auf uns zu, nimmt stoisch hin, dass sich ihr Hund nicht anleinen lässt, sondern bellend wieder auf Mia losgeht und auf meine energische Aufforderung jetzt doch endlich mal ihren Hund anzuleinen kriege ich noch ein „Idiot“ entgegengeblafft. Mehr als „Gleichfalls“ fiel mir dann auch dazu nicht mehr ein. Some people…

Erleichtert nehmen wir danach zu Kenntnis, dass die blöde Kuh mit ihrem Köter wenigstens nicht in den Strandpavillon ‚t Zilverzand geht. Denn den Stress ersparen wir uns gerne! Pünktlich als wir uns hinsetzen, setzt ein leichter Nieselregen ein. Und zwar von der Art, wo es noch nicht lohnt reinzugehen, wo es draußen aber auch wirklich nicht mehr toll ist. Wir nehmen es als interessante Erfahrung und genießen den Blick auf Meer und Pavillonwanddeko (so ein Wort gibt es auch nur im Deutschen, oder?).

Wieder zurück in Egmond bummeln wir noch durch die nun geöffneten Lädchen und schaffen das Kunststück mehrere total schöne Jacken zu finden, anzuprobieren und am Ende dann doch nicht zu kaufen. Es gibt einfach zu viele schöne Dinge…

Direkt neben dem MoMo ist ein Strandbüdchen. De Windwijzer wirbt mit den „besten Patat“ von Egmond. Und wir haben bisher noch nie dort Pommes gegessen! Das ändern wir heute und bestellen uns 2 Bordje Patat met Pindasaus, die wir dann ein paar Meter weiter im MoMo genießen. Und es ist wirklich nicht zu viel versprochen: Sehr, sehr gute Pommes! Fette Empfehlung!

Nachdem wir auf dem Rückweg traditionell beim Albert Heijn eingekauft haben, geht es dann über eine für uns neue Strecke zurück nach Hause. Das Navi zeigt für unsere übliche Route über Arnheim und die A3 eine Verzögerung von über einer Stunde an und die etwas südlichere Strecke, die bei der A57 in Deutschland auskommt, soll nur unwesentlich länger sein als unsere normale Route. Ausprobieren! Und tatsächlich ist es eine gute Wahl: Über teilweise länger 5-spurige Autobahnen kommen wir völlig stressfrei nach Deutschland zurück. Unsere einzige Sorge: Wird der etwa 30cm lange Riss, den Annette auf der Hinfahrt in unserer Windschutzscheibe entdeckt hat, bis nach Hause halten? Er hat. Und jetzt werden wir also das erste Mal den Carglass-Service ausprobieren…

Saisonstart

Endlich wieder Womo!

Mensch, ist das lange her, dass wir mit dem MoMo unterwegs waren! Seit Oktober keine Eintragungen im Blog, da Winterpause. Das MoMo stand brav auf dem Garagenhof und Annette und ich hatten einen Winter zum Vergessen. Gut, dass Frühling ist!

Nachdem unsere eigentlich für vergangenes Wochenende geplante Fahrt nach Egmond dem letzten Aufbäumen des Winters zum Opfer fiel, konnten wir dieses Wochenende endlich durchstarten. Und weil uns einfach danach war, beschlossen wir, genau wie im letzten Jahr die erste Fahrt in die Eifel nach Nideggen zu machen. Kurz und schmerzlos.

In Nideggen sind wir dann ja schon alte Hasen, nehmen unseren Parkplatz in Beschlag und brechen in die Stadt auf. Kalt ist es! Das hätten wir nach dem Wetterbericht etwas anders erwartet! Aber mit warmen Jacken lässt es sich ganz gut aushalten.

Wir streifen durch den Ort und erkunden die Geschäfte, die beim letzten Mal leider geschlossen waren. Vor allem die Galerie “Nomade” kurz hinter dem Stadttor gefällt uns ausgesprochen gut. Es gibt viel Schönes zu sehen (verrückte Kreisel, urige Holzstatuen, schön designte Gegenstände und Giacometti-ähnliche Figuren) und ein schönes Brotschneidebrett aus Bambusholz hat es uns so angetan, dass wir es spontan kaufen.

Auf dem Rückweg zum MoMo machen wir dann noch Station im Café am Markt. Tut gut, sich aufzuwärmen und ich bestelle mir eine Waffel, von deren Größe sich die Cafés bei uns zu Hause gerne ein Scheibchen abschneiden könnten!

Als ich mich im Womo für ein kleines Nickerchen in den Alkoven lege, kommt wirklich so etwas wie ein Glücksgefühl hoch: Was habe ich das vermisst!!!

Abends gehen wir noch zum Essen ins Restaurant Naashorn. Schon schwierig, wenn man unter mehreren netten Restaurants die Qual der Wahl hat! Aber was für eine gute Wahl das war: Angenehme Bedienung, leckeres, bodenständiges Essen und ein süßes kleines Mädchen, dass Mia  immer wieder fasziniert streichelt.

Am nächsten Morgen ist es zwar sonnig schön, aber eisig kalt. Und so beschließen wir nach einem Frühstück mit den wirklich ausgesprochen guten Brötchen aus dem Marktcafé unseren Plan für den Tag etwas zu ändern. Denn auf Wandern bei eisigem Wind sind wir nicht so gut vorbereitet und auch nicht wirklich scharf. Als Alternative bietet sich Maastricht an, was zwar noch etwas Fahrerei bedeutet, aber bei dem schönen Wetter eine einzige Freude ist.

Von Maastricht sind wir sofort begeistert. Der Stadspark und die netten Sträßchen und Plätze erinnern uns irgendwie an Provence und Toskana. Nicht der schlechteste Vergleich!

Und so schlendern wir durch die Gässchen, essen unser erstes Eis des Jahres (lecker!) und freuen uns, dass wir einfach mal nur nett durchschnaufen können. Mit lecker Frites und schöner Sonnenuntergangsstimmung endet der Tag, wie es besser nicht sein könnte.

So darf das Jahr gerne weiter gehen!