Raus und Rhein
26. April 2015

Jetzt ist die Toskana­fahrt schon wieder 2 Wochen her und wir hatten schon arge MoMo-Entzugs­er­schei­nungen. Das einzige, was womomäßig in der letzten Zeit passiert ist, war die schon wieder komplett leere Starter­bat­terie! Einziger logischer Übeltäter schien mir die Rückfahr­ka­mera zu sein, deren rotes Standby-Licht auch bei gezogenem Zündschlüssel leuch­tete. Also wurde sie (so wie es eigent­lich sowieso sein sollte) ans Zündungs-Plus der Batterie angeschlossen und zusätz­lich erhielt ich noch den Rat, auch das abnehm­bare Bedien­teil des Radios abzunehmen, da auch das Radio wohl Strom im ausge­schal­teten Zustand zieht. Glauben kann ich es zwar nicht (das wäre doch eine komplette Fehlkon­struk­tion!), aber tatsäch­lich sprang das MoMo gestern nach einer weiteren Stand­woche brav an.

Als Ziel für unser Mini-Wochen­ende hatten wir Köln ausge­guckt, da wir Karten für die WDR2-Hausparty hatten. Um genauer zu sein: Die WDR2-Hausbootparty! Und so hatten wir die Wahl zwischen dem bezahlten “Reise­mo­bil­hafen” im Kölner Norden oder der Deutzer Werft, einem breiten Uferstreifen unmit­telbar gegen­über des Anlegers, wo unser Party-Schiff ablegen sollte. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns dann für die unbewachte, aber dafür enorm prakti­sche Variante.

Und zu unserem großen Erstaunen standen an diesem völlig zentralen Kölner Bereich auf einer riesigen Fläche nur 2 andere Womos. Wir konnten uns also einen Platz mit Blick auf Schiff, Altstadt und Dom aussu­chen und warteten erst mal auf unsere Freunde Holger und Regina, die mit ihrem Womo später nachkommen wollten. Zur Überbrü­ckung öffneten wir schon mal gepflegt einen Rotwein, den wir noch aus der Toskana übrig hatten. Urlaubsfeeling!

Während wir warteten, trudelten noch andere Wohnmo­bilsten ein, die ebenfalls für die Hausparty gekommen waren. Ob sich der Platz noch füllen würde? Ledig­lich von unseren Freunden war, trotz Ankün­di­gung, in 10 Minuten anzukommen, weit und breit nichts zu sehen. Es folgte der unver­meid­liche Anruf: “Hier ist alles picke­pa­cke­voll! Warum habt ihr denn gesagt, dass noch so riesig viel Platz ist?” “Hat Regina dir nicht gesagt, dass wir jetzt doch in Deutz stehen…?” Die Schimpf­ka­no­nade wird aus Jugend­schutz­gründen hier nicht wiedergegeben…

Wenig später waren wir aber glück­lich vereint und konnten uns zur Party aufma­chen — die lange Schlange konnte man von unserem Platz aus wunderbar beobachten! Ich machte noch unsere Luxus-Außen­be­leuch­tung mit Bewegungs­melder für die spätere Heimkehr an und los ging’s. Ein Fußmarsch über die Brücke und wir waren da — genial! Und da die Schlange immer noch sehr lang war, warteten wir erst mal ab und beguckten uns das Treiben auf dem Schiff von der Brücke aus.

Das aus der Entfer­nung etwas klein wirkende Schiff war dann doch ein etwas größerer Kahn — da gingen dann doch locker mehr als 1000 Leute drauf. Beim Schlange stehen stießen dann auch noch Ariane und Günther zu uns, so dass die Lenneper Fraktion komplett war. In einer langen Schlange wurden wir dann an Bord in den Tanzsaal gelotst, wo alle Gäste von den Gastge­bern mit Handschlag begrüßt wurden. Holger und ich überlegten, ob wir uns je wieder die Hand waschen sollten, nachdem wir Wetter­frosch Sven Plöger persön­lich die Hand geschüt­telt hatten, entschieden uns dann aber doch für die hygie­ni­schere Variante…

An Bord war es voll. Sehr voll. Aber es herrschte eine ausge­spro­chen fröhliche und relaxte Atmosphäre und man merkte den Leuten an, dass alle einfach nur da waren, um Spaß mitein­ander zu haben. Stress gab es den ganzen Abend über nicht  ein bisschen. Und so verging die Party mit Kölsch, Klönen, Tanzen (ja, auch ich habe getanzt…), Kölsch, Fotoses­sion im Bett, Kölsch, Kickern, Preis­rätsel (ohne Gewinn, dafür mit der Erkenntnis wie die WDR2-Stadt Kleve mit der Schwa­nen­burg von oben aussieht), Kölsch und Leute gucken wie im Fluge.

Was uns gefiel: Wie toll es ist, mit dem Schiff unter den Brücken hindurch­zu­gleiten! Ganz anders als auf Schiffen auf offener See fühlte es sich fast wie Schweben an. Unser persön­li­cher Favorit war übrigens die Kölner Südbrücke. Beim Vorbei­fahren an unseren Womos sahen wir verwun­dert, dass unsere Außen­be­leuch­tung an war. Sollte jemand den Bewegungs­melder ausge­löst haben? Aber warum leuch­tete das Licht dann auch eine Stunde später noch? Und auch, als wir wieder angelegt hatten? Des Rätsels Lösung war natür­lich einfach: Ich kann mir nicht merken, welche Stellung für den Bewegungs­melder ist: I oder II. Seit heute weiß ich: II ist es nicht…

Nach einem gelun­genen Abend beschlossen wir dann gegen 2 Uhr aufzu­bre­chen und ins MoMo-Bett zu fallen. Was wir dann nach dem kurzen Fußweg und dem Vorbei­marsch an poten­ti­ellen Drogen­dea­lern unter der Brücke und PKWs mit beschla­genen Scheiben auch taten. Und pünkt­lich mit unserer Rückkehr fing es dann auch an, stärker zu regnen: Perfektes Timing!

Am Sonntag­morgen gab es dann nach einem Aufback­bröt­chen-Frühstück und einer Verab­schie­dung von Holger und Regina noch ein kleines Highlight. Wir waren uns einig, dass wir noch ein wenig gehen wollten. Während ich die Klassi­ker­runde Richtung Dom vorschlug, setzte sich Annette mit dem Weg Richtung Süden zu den Poller Wiesen durch. Gute Entschei­dung! Denn der Weg gegen­über den Kranhäu­sern überraschte uns mit einem tollen Spazierweg, der als Höhepunkt noch eine riesige Schaf­herde auf den Wiesen bereit hielt. Ein toller Anblick! So toll, dass uns eine Joggerin ansprach, die sah, dass wir Fotos machten: Ob wir ihr wohl ein Foto per Mail schicken könnten. Wurde gemacht!

Zurück­ge­kehrt auf dem Garagenhof mussten wir dann das MoMo erst mal vor unserer Garage abstellen, da Besucher einer Konfir­ma­tion unseren Stell­platz belegt hatten. Nicht weiter schlimm. Dumm nur, wenn eine Stunde später einer der Konfir­ma­ti­ons­gäste bei einem klingelt, um mitzu­teilen, dass er beim Ausparken unser MoMo übersehen hat und uns die Heckschürze demoliert hat. Grmpf! Aber der Wagen muss ja eh noch in die Werkstatt…

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