Durch­schnaufen
17. Mai 2015

Bis jetzt hatte der Wonne­monat es nicht gerade gut mit uns gemeint. Er begann mit einem Virus­infekt, der uns beide aber mal so richtig ausge­knockt hatte. Fast 14 Tage fett erkältet mit Pudding in den Beinen. Nicht schön!

Insofern war das MoMo gut auf dem Hof geparkt und nicht einmal um den Heckschaden konnte ich mich kümmern. Mittler­weile ist immerhin schon der Kosten­vor­anschlag einge­trudelt… Und eine weitere Macke unseres MoMos ist auch geklärt: Bei laufendem Motor glimmten einige Warnleuchten im Display leicht vor sich hin — ein beunru­hi­gendes Gefühl, vor allem bei einem neuen Fahrzeug! In der Werkstatt war das Problem aber schon bekannt. Es scheint ein Problem mit der Tachoeinheit des neuen Ducato zu sein. Wird auf Garantie ausge­tauscht und gut ist. Nur auf den Werkstatt­termin warten wir jetzt noch mal gepflegte 6 Wochen…

Für das lange Vater­tags­wo­chenende hatten wir uns eigentlich einen schönen Trip vorge­nommen. Endlich mal wieder mehr als eine Übernachtung weg sein! Aber dummer­weise hat sich durch Krankheit und Schlappheit so viel Arbeit zu Hause angehäuft, dass es uns kriminell erschien, überhaupt wegzu­fahren. Anderer­seits: Irgendwas ist ja immer zu tun und nach der Logik sollte man tunlichst überhaupt nicht mehr wegfahren und das MoMo baldmög­lichst verkaufen. Wollen wir das? Nein! Also beschlossen wir, wenigstens für eine Nacht weg zu sein. Und was für eine gute Entscheidung das war!

Am Freitag brachen wir bei präch­tigem Reise­wetter auf in Richtung Holland. Für das sonnige, aber kühle Wetter schien uns das Fietsen im Park Hoge Veluwe genau das richtige zu sein. Und die Idee, ein altes Lieblingsziel mal wieder anzufahren, bedeutete auch extrem wenig Stress, da man ja alles schon gut kannte und einfach nur geniessen konnte.

In Otterlo, kurz vor dem Parkeingang, habe ich dann noch meine Rangier­meis­ter­prüfung abgelegt: Ein LKW hatte an der ohnehin eher engen Ortsdurch­fahrt so in zweiter Reihe geparkt, dass klar war: Das wird eine enge Kiste! Aber gefühls­mäßig passte es, also fuhr ich langsam in das Nadelöhr hinein. Annette klappte den Spiegel rechts ein, um ein paar Zenti­meter zu gewinnen, ein freund­licher älterer Herr vor uns winkte uns durch und ich guckte immer wahlweise durch den linken Außen­spiegel und sah, wie ich immer näher an den dort parkenden PKW heranfuhr, korri­gierte rechts, weil Annette Angst hatte, dass wir mit der Markise hängen blieben und verliess mich ansonsten auf den freundlich “Passt schon” signa­li­sie­renden Mann vor uns. Wenn an jeder Seite noch 2 Zenti­meter Platz waren, war das viel…!

Danach ging es dann aber voller Vorfreude in den Park. Für alle, die Hoge Veluwe nicht kennen, sei gesagt, dass das Besondere am Park die Legionen von weißen Fahrrädern sind, die an den Eingängen oder Rastplätzen zur Verfügung stehen und von jedem Besucher einfach in Anspruch genommen werden können. Und wie es für die Holländer typisch ist, kriegt jedes Rad auch noch einen Kindersitz spendiert, damit man sich um dieses Thema auch keine Sorgen machen muss.

Also fietsten wir los und genossen den herrlichen Duft der Kiefer­wäldchen, den frischen Fahrtwind und den strah­lenden Sonnen­schein. Aufgrund des perfekten Wetters hatten wir schon beim Einlass beschlossen, dass wir diesmal das absolut sehens­werte Köller-Müller-Museum mit seiner Vielzahl von van-Goghs nicht besuchen würden, sondern lieber die herrliche Natur genießen würden. Und das taten wir dann auch ausgiebig! Man konnte förmlich spüren, wie die Akkus sich aufluden. Und damit auch wirklich alles stilecht war, gab es Mittags natürlich Friet mit Biertje. Mjam!

Und so verbrachten wir unseren Tag mit Radeln, Päuschen machen, Radeln, Lesen und Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Herrlich!

Nachdem wir auch noch die große Sanddüne besucht hatten (leider ohne Foto) ging es wieder zurück zum Eingang, denn wir wollten ja schließlich auch noch unsere Vorräte an hollän­di­schen Grund­nah­rungs­mitteln wie Pindakaas, Stroop­waffeln und Klets­koppen auffüllen. Auf dem Weg vom Parkplatz in den Ort hinein stellten wir fest, dass in Otterlo offen­sichtlich Kunst einen ganz großen Stellenwert hat — van Gogh lässt grüßen! In wirklich jedem Vorgarten stand eine Staffelei mit einem Gemälde in den unter­schied­lichsten Stilen, aller­dings oft vom großen Nieder­länder beein­flusst. Ebenfalls standen in jedem Garten mindestens 2 meter­lange Holzson­nen­blumen — eine tolle Idee, den Ort schöner zu machen!

Da in Holland freies Stehen mit dem Wohnmobil nicht erwünscht ist und wir einen Camping­platz nicht wirklich brauchten, beschlossen wir, unseren Platz für die Nacht in Deutschland kurz hinter der Grenze auf dem kosten­losen Stell­platz in Elten zu suchen. Und es war tatsächlich ein netter Stell­platz, der jedoch komplett belegt war — überwiegend mit Holländern! Da es aber neben dem Stell­platz noch einen großen Parkplatz mit offen­sichtlich auch für Wohnmobile vorge­se­henen Plätzen gab, stellten wir uns statt auf einen Rasen­streifen auf Asphalt — es gibt Schlim­meres! Kurio­ser­weise ist der Stell­platz in Hochelten tatsächlich “hoch”. Zumindest für den platten Nieder­rhein! Man hat von dort tatsächlich einen vergleichs­weise weiten Ausblick ins Umland, der leider durch Sträucher und Bäume etwas verdeckt wird.

Da am nächsten Morgen das Wetter das genaue Gegenteil vom Vortag war (grau und nieselig), beschlossen wir, auf dem Heimweg noch einen Bummel durchs CentrO in Oberhausen zu machen, bevor es dann endgültig Hause zurück ging. Aber tatsächlich machte uns das grausige Wetter gar nichts mehr aus, denn wir konnten an diesem einen Tag reichlich Durch­schnaufen — herrlich!

2 Kommentare

  1. Lustig das Minions mit fährt, schön

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