Langes kurzes Wochenende
19. März 2016

Da Annette Freitags nicht frei bekam, haben wir umdis­po­niert und sind erst Samstag losge­fahren — dafür aber in aller Herrgotts­frühe! Und das machte sich bezahlt: Denn am ersten Ferien­wo­chenende steht man ja gerne mal im Stau. Wir diesmal nicht — vielleicht auch, weil es diesmal nicht Richtung Süden ging. Denn das heutige Ziel hieß (wie schon so oft) Egmond aan Zee. So ganz erklären können wir es ja nicht, warum es immer wieder dorthin zieht. Aber vielleicht war es genau die Mischung aus Vertrautem und Schönem, die wir im Augen­blick gut brauchen können. Abenteuer kommt später!

Um 10 Uhr trudeln wir dann am Strand­bou­levard an und finden zu unseren großen Freude und Erleich­terung problemlos einen Parkplatz, auf dem das MoMo auch dank seiner kompakten Maße perfekt unter­kommt.

Nach einem wohlver­dienten Frühstück machen wir uns auf den Weg durch die Dünen Richtung Bergen. Und obwohl wir den Weg nun wirklich nicht zum ersten Mal gehen, kommen wir doch an so mancher Kreuzung ins Grübeln, wie es jetzt wohl weitergeht. Aber anscheinend zieht uns unser Stamm­lokal am Bergener Strand­aufgang magisch an: Wir schaffen es, ohne uns zu verlaufen.

Im Golf van Bergen belohnen wir uns mit Vissoep und Broodjes. Echt lekker! Und die Fisch­suppe ist immer noch so gut, wie ich sie in Erinnerung habe!

Nach dem Rückweg durch teilweise ganz schön weichen Sand sind wir dann erst mal platt und ruhen uns aus. Aus meinem “kleinen Nickerchen” werden mal eben 2 Stunden. Uff! Da war wohl jemand müde…
Anschließend bummeln wir noch durch den Ort, wo aber um halb sechs alle Geschäfte schon Feier­abend machen. Daher kaufen wir nur im Super­markt für das Frühstück ein und brechen alsbald zum Abend­essen auf. Wir wollen wieder ins Natuurlijk, wo uns das Essen schon im Winter so gut geschmeckt hat. Und auch diesmal sind wir von dem, was da auf dem Tisch steht sehr begeistert und pappsatt sind wir danach auch noch. Und Mia ist mal wieder der Strei­chelhund für die kleinen Kinder…

Mehr passiert an diesem Tag dann auch nicht: Denn ach einem bisschen Lesen fallen wir todmüde ins Bett und schlafen mit Meeres­rau­schen im Ohr ein.

Am folgenden Tag lassen wir es gemütlich angehen: In aller Ruhe frühstücken, etwas lesen und dann mal langsam Richtung Strand. Diesmal aller­dings nach Süden. Wir wollen ja keine Lange­weile aufkommen lassen…! Und so lassen wir uns frischen Wind um die Nase wehen und auch die starke Bewölkung und der gelegent­liche Fissel­regen können uns nicht kratzen. Etwas unange­nehmer ist da schon die Begegnung, die Mia am Strand mit einem Kampf­hund­mischling hat. Der kann nämlich ihr “Nein” zur Spiel­auf­for­derung nicht so gut haben, was Mia mit einem empörten Bellen quittiert. Vor allem als er dann mit gebleckten Zähnen doch “spielen” will… Und so haben wir zwei sich ankläf­fende Hund, bei denen man nicht weiß, ob sie nicht doch gleich beißen, vor uns. Das chic gekleidete Frauchen des blöden Köters sieht aber keine Veran­lassung ihr Tier abzurufen, sich auch nur einen Schritt zu beeilen, um die Situation aufzu­lösen oder auch nur, uns zu verstehen zu geben, dass sie sich kümmert. In aller Seelenruhe spaziert sie mit ihrer Freundin auf uns zu, nimmt stoisch hin, dass sich ihr Hund nicht anleinen lässt, sondern bellend wieder auf Mia losgeht und auf meine energische Auffor­derung jetzt doch endlich mal ihren Hund anzuleinen kriege ich noch ein “Idiot” entge­gen­ge­blafft. Mehr als “Gleich­falls” fiel mir dann auch dazu nicht mehr ein. Some people…

Erleichtert nehmen wir danach zu Kenntnis, dass die blöde Kuh mit ihrem Köter wenigstens nicht in den Strand­pa­villon ‘t Zilverzand geht. Denn den Stress ersparen wir uns gerne! Pünktlich als wir uns hinsetzen, setzt ein leichter Niesel­regen ein. Und zwar von der Art, wo es noch nicht lohnt reinzu­gehen, wo es draußen aber auch wirklich nicht mehr toll ist. Wir nehmen es als inter­es­sante Erfahrung und genießen den Blick auf Meer und Pavil­lon­wanddeko (so ein Wort gibt es auch nur im Deutschen, oder?).

Wieder zurück in Egmond bummeln wir noch durch die nun geöff­neten Lädchen und schaffen das Kunst­stück mehrere total schöne Jacken zu finden, anzupro­bieren und am Ende dann doch nicht zu kaufen. Es gibt einfach zu viele schöne Dinge…

Direkt neben dem MoMo ist ein Strand­büdchen. De Windwijzer wirbt mit den “besten Patat” von Egmond. Und wir haben bisher noch nie dort Pommes gegessen! Das ändern wir heute und bestellen uns 2 Bordje Patat met Pindasaus, die wir dann ein paar Meter weiter im MoMo genießen. Und es ist wirklich nicht zu viel versprochen: Sehr, sehr gute Pommes! Fette Empfehlung!

Nachdem wir auf dem Rückweg tradi­tionell beim Albert Heijn einge­kauft haben, geht es dann über eine für uns neue Strecke zurück nach Hause. Das Navi zeigt für unsere übliche Route über Arnheim und die A3 eine Verzö­gerung von über einer Stunde an und die etwas südli­chere Strecke, die bei der A57 in Deutschland auskommt, soll nur unwesentlich länger sein als unsere normale Route. Auspro­bieren! Und tatsächlich ist es eine gute Wahl: Über teilweise länger 5‑spurige Autobahnen kommen wir völlig stressfrei nach Deutschland zurück. Unsere einzige Sorge: Wird der etwa 30cm lange Riss, den Annette auf der Hinfahrt in unserer Windschutz­scheibe entdeckt hat, bis nach Hause halten? Er hat. Und jetzt werden wir also das erste Mal den Carglass-Service auspro­bieren…

2 Kommentare

  1. sehr schön geschrieben & tolle Fotos!

    Birgitta

    Antworten
    • Danke­schön!

      Antworten

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