Eifel­b­lech
15. Juni 2020

Unsere Nacht auf der Alpaka­farm war fried­lich. Das sanfte Tröpfeln des Regens auf den Alkoven war eher schlaf­för­dernd. Das Wetter macht uns ja für die kommenden Tage eher Sorge. Im Wetter­be­richt werden jeden Tag Regen­wolken angezeigt. Nicht das, was wir sehen wollen. Aber für heute ist ein zumin­dest trockener Tag vorhergesagt.

Alpakas

Wir unter­halten uns nett mit den anderen Landver­gnügen-Gästen, die hier mit ihrem Wohnwagen stehen. Und anschlie­ßend tobe ich mich noch fotogra­fisch bei den weidenden Alpakas und dem Mohn am Straßen­rand aus. Mehr braucht es nicht.

Mohn1
Mohn 2
Mohn3
Mohn 4
Mohn 5
Mohn 6
Mohn 7

Einborn, Zweiborn, Dreiborn

Wir haben schon viel darüber gelesen, wie toll die Wande­rung über das Dreiborner Hochpla­teau sein soll. Vor allem zur Zeit der Ginster­blüte, die von Mitte Mai bis Mitte Juni reichen soll.

Aufbruch in Dreiborn

Voller Vorfreude fahren wir die statt­liche Steigung nach Dreiborn hinauf und parken am Wander­park­platz. Dort spricht uns alsbald ein Ranger an, um klarzu­ma­chen, dass wir hier nicht über Nacht stehen könnten. Und eigent­lich müssten wir auch noch weiter vorfahren, weil wir sonst den Parkplatz mit unserem Fahrrad­träger blockieren würden. Er sieht aber schnell ein, dass das bei bisher drei Fahrzeugen auf einem 30-Auto-Parkplatz etwas lächer­lich ist. Und erzählt, dass es immer wieder Ärger gebe, wenn Leute mit PKW oder Bus hier übernachten und die Gegend vollscheissen. Er hätte auch schon erlebt, dass jemand seine Bordtoi­lette in den Graben entleert hätte. Und wir sind wieder ein Stück desil­lu­sio­niert, was es doch für Arsch­lö­cher gibt, die unter dem fancy #vanlife verstehen, sich komplett asozial zu verhalten. Und uns „normalen“ Wohnmo­bi­listen die schönsten Stell­plätze zum Freistehen kaputt machen. 

Nix mit Eifelgold

Wir starten zu unserer Wande­rung, die uns zunächst über das Hochpla­teau führen soll und später bergab und auf dem Schöp­fungs­pfad wieder bergauf bringen soll. 

Dreiborner Hochfläche

Unsere Befürch­tungen bestä­tigen sich aber leider. Denn für die Ginster­blüte sind wir für dieses Jahr zu spät. Verein­zelt finden sich noch Sträu­cher, die ein paar von den wunder­schön leuch­tenden gelben Blüten, dem Eifel­gold, tragen, aber der Höhepunkt der Ginster­blüte liegt locker schon eine Woche hinter uns. 

Dreiborner Hochfläche 2

Statt Eifel­gold haben wir eher Eifel­b­lech bekommen. Wir notieren: Nächstes Jahr werden wir Mitte/Ende Mai einen neuen Anlauf nehmen. Denn es muss wirklich großartig aussehen, wenn an allen Stellen, wo jetzt „nur“ noch grüne Sträu­cher sind, das Eifel­gold strahlt. 

Dreiborner Hochfläche 3
Schmetterling

Wir nehmen es gelassen und genießen statt­dessen den Weitblick, den man von hier oben hat und vor allem die Ruhe. Denn unter­wegs ist man hier so gut wie alleine. Kein Ginster, keine Leute.

Dreiborner Hochfläche 4

Lebens­ge­fahr!

Am Rande des Hochpla­teaus gehen wir in den Wald. Der ist hier nicht ganz so kaputt wie im Bergi­schen, sondern weitest­ge­hend noch grün. Aber als wir fast schon im Tal in Richtung Waldka­pelle abbiegen, warnt uns ein Schild vor der Lebens­ge­fahr, in die wir uns begeben. 

Achtung Gefahr

Denn durch den auch hier aktiven Borken­käfer sind wohl so einige wacke­lige Fichten unter­wegs und können jeder­zeit umkippen. Es wird empfohlen, keine Pause einzu­legen, wenn man hier durch­geht. Gut, dass wir unsere Pause ein Weilchen zuvor gemacht haben!

Brotzeit
Fingerhut
Fingerhut

Eine kleine Pause legen wir dann aber doch in der skurrilen Waldka­pelle ein. Offen­sicht­lich kann hier jeder, der sich bei der Mutter­gottes bedanken will, sein Bedürfnis auf indivi­du­elle Art ausleben. Da gibt es links und rechts an den Wänden Holzta­feln, wo Leute für ihre lange Ehe, die Gesund­heit oder einfach ein gutes Jahr der Madonna danken. Die steht lächelnd an der Stirn­seite der Waldka­pelle und darf sich den ganzen Kladde­ra­datsch samt Rosen­kränzen den ganzen Tag angucken.

Waldkapelle

Schöp­fungs­pfad

Aus Marke­ting­gründen heißt der folgende Abschnitt unserer Wande­rung Schöp­fungs­pfad und bietet alle paar hundert Meter eine Wende­tafel mit Bibel- und Sinnsprü­chen, die zu der jewei­ligen Stelle passen. 

Schöpfungspfad 3

Das ist ganz nett und gut gemacht, aber eigent­lich hätte dieser Abschnitt das gar nicht nötig, da die Strecken­füh­rung wirklich ein abwechs­lungs­rei­cher Pfad ist, der uns stetig wieder bergauf zum Hochpla­teau führt. 

Schöpfungspfad
Schöpfungspfad 2

Ich war ja vorher skeptisch, ob sich die Anstren­gung von bergauf und bergauf lohnt, wurde aber eines besseren belehrt. Sollte man so machen!

Birke zwischen Birken
Pause
Junikäfer
Ein Junikäfer!
Salamander

An die Kyll

Wir finden, dass wir uns einen Beloh­nungs­ku­chen im Cafe Kupp 19 mehr als verdient haben. Gut, dass wir uns vom vollen Parkplatz vor dem Cafe nicht bange machen lassen, denn die Torten waren so lecker, dass ich erst nach den ersten gierigen Bissen ein Foto gemacht habe!

Himbeertorte

Solcher­maßen gestärkt fährt es sich jetzt leicht nach Jünke­rath, wo wir einen schnu­cke­ligen Stell­platz an der Kyll ausfindig gemacht haben. Zumin­dest denken wir uns das so. Aber als wir dann durch ein nicht sehr schönes Indus­trie­ge­biet fahren sind wir schon nicht mehr so sicher. Das sah doch auf den Fotos besser aus? 

Am Ende entpuppt es sich aber als genau das, was wir uns vorge­stellt haben. Ein kleiner, schnu­cke­liger Platz für nur 10 Womos direkt am Flüss­chen Kyll. Aufgrund des Regens in den letzten Tagen zwar ein bisschen matschig an manchen Stellen, dafür aber mit netten, entspannten Betrei­bern. Und vor allem: mit der Möglich­keit zum Draußen­sitzen und Grillen!

Denn wir müssen feststellen: Das haben wir mit MoMo II noch gar nicht gehabt! Im Jura war es im Herbst entweder kein Draußen-Wetter oder wir hatten eine Picknick­bank zur Verfü­gung. Unsere eigenen Stühle und den Tisch haben wir bisher immer nur spazieren gefahren!

Grillteller

Das ändert sich jetzt und da wir an diesem Stell­platz den Edeka direkt um die Ecke haben, gehe ich noch mal auf Einkaufs­tour, damit wir sogar Grillen können. Der Himmel sieht gnädig aus und auch unseren Weder­mann-Grill kriegen wir problemlos in Gang gesetzt. Und wenige Minuten später können wir dann das erste Womo-Grillen am rauschenden Fluss genießen. Super!

Stellplatz Eifelland

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