Es ist die zweite große Hitze­welle des Jahres und der mit Abstand heißeste Tag des Jahres. Nur in Frank­reich ist es momen­tan anschei­nend noch heißer. Und das gab den Ausschlag dafür, dass wir uns schwe­ren Herzens von unserem ursprüng­li­chem Plan verab­schie­den. Den im Jura und den franzö­si­schen Alpen, auf die wir uns schon gefreut hatten, sind die Tempe­ra­tu­ren noch etwas höher als bei uns und anschlie­ßend sind Gewit­ter angekün­digt. Und von Gewit­tern in den Bergen haben wir seit Torla in den Pyrenäen die Schnauze voll.

Muss erst mal warten: Frank­reich

Planän­de­rung

Wo soll es also hinge­hen? Unser Blick schweift gewohn­heits­mä­ßig nach Norden. Was? In Südschwe­den sollen es nur 25 Grad sein? Das wäre ja…perfekt!

Also wollen wir dorthin und auf dem Weg gleich auch noch Dänemark ein bisschen besser kennen­ler­nen. Diesmal also keine Direkt­fähre, sondern Vogel­flug­li­nie, Kopen­ha­gen und alles, was so auf dem Weg liegt…

38 Grad

Als wir am Vormit­tag starten hat das Thermo­me­ter schon locker die 30er-Marke übersprun­gen. Ein Hoch auf die Klima­an­lage, die uns das alles nicht so sehr mitkrie­gen lässt. Denn es ist schon beein­dru­ckend, zu sehen, dass die Anzeige Grad um Grad weiter steigt, bis dann bei 38° doch mal Feier­abend ist.

Auch als wir hinter Hamburg am Öjendor­fer See eine Kaffee­pause machen sind es noch statt­li­che 37 Grad. Die lassen sich aber im Schat­ten und mit einem ordent­li­chen Wind erstaun­lich gut aushal­ten. Wir wundern uns nur, dass der Wetter­be­richt darauf beharrt, dass es an der Ostsee nicht mehr als 27 Grad sein sollen. 10 Grad Unter­schied auf nicht einmal 100 Kilome­tern?

Schizo­phre­ner Parkplatz

Aber der Wetter­be­richt lügt nicht. Grad um Grad sinkt die Tempe­ra­tur bis sie wirklich bei 27 angekom­men ist.Herrlich!

Wir haben uns Sierks­dorf als Tages­ziel ausge­sucht, da es dort einen legalen Parkplatz in Meeres­nähe geben soll. Können wir uns in Deutsch­land gar nicht vorstel­len!

Der Platz am Waldwin­kel entpuppt sich dann als leicht schizo­phren. Denn er weiß nicht so genau, ob er jetzt Wohnmo­bile willkom­men heißt oder eben nicht. Am Parkschein­au­to­ma­ten wird eine 24h-Pauschale von 15€ verlangt. Gleich­zei­tig weist aber ein Schild darauf hin, dass das Übernach­ten unter­sagt sei. Ja, was denn nun…?

Ein Pärchen, welches ebenfalls mit dem Womo dort steht, hat angeb­lich zusam­men mit 7 anderen Womos die vergan­gene Nacht problem­los dort verbracht. Wir finden das jedoch nicht sehr einla­dend.

Erst mal ein Fisch­bröt­chen

Wir wollen nach der langen Fahrt aber erst mal frische Meeres­luft tanken. Und die Lage checken. Und wobei könnte man das besser als bei einem Fisch­bröt­chen? Also flanie­ren wir erst mal die Strand­pro­me­nade entlang und versor­gen uns schon bald mit dem gewünsch­ten Ostsee­schmaus.

Aber mit dem Fisch­bröt­chen geht es uns wie mit dem ganzen Ort: Das ist nicht wirklich schlecht. Aber es ist auch nicht wirklich gut. Nach den großar­tig breiten, wilden und menschen­lee­ren Strän­den Schott­lands kommt uns dieses schmale Stück­chen Sand mit überpro­por­tio­nal vielen Menschen, den Strand­kör­ben und den Strand­be­nut­zungs­ge­büh­ren nicht wirklich attrak­tiv vor.

Das ist nicht wirklich unsere Ecke hier. Also fahren wir weiter.

Neustadt im Himmel

Wir fahren also ein, zwei Orte weiter nach Neustadt in Holstein. Oder i.H., wie hier überall steht. Könnte also auch „im Himmel“ bedeu­ten. Und für uns reicht es, dass wir einen kosten­lo­sen Womostell­platz am Stadt­rand finden, wo wir nach ein paar Schrit­ten dass Binnen­was­ser erreicht haben. Dass ist so was wie die Binnen­als­ter in Hamburg in größer und unmon­dän. Also ein fast abgetrenn­ter Meeres­arm, der sich landein­wärts noch mal erwei­tert. Und auch heute wieder ein Garant für einen schönen Sonnen­un­ter­gang.

Sunset Neustadt 1
Sunset Neustadt 2
Sunset Neustadt 3
Sunset Neustadt 4