Breto­ni­sches Genießen

8. Oktober 2021

Wir tun uns etwas schwer mit der weiteren Reise­pla­nung. Die breto­ni­schen Strände locken uns schon sehr. Aber unsere guten Erfah­rungen gestern und auch früher schon in Moncon­tour machen uns neugierig auf das Inland. Ein paar Tage können wir uns schon ohne Meer vorstellen. 

Galette und Crêpe excellent

Wir starten pünkt­lich. So, dass wir um 12 Uhr einen Platz im Tivabro bekommen müssten, auch wenn wir nicht reser­viert haben. Und diesmal haben wir Glück: nachdem wir unsere Impfzer­ti­fi­kate vorge­zeigt haben, dürfen wir an einem Tisch Platz nehmen. 

Creperie Tivabro

Dann fällt uns die Wahl aus der Speise­karte genauso schwer wie immer – es hört sich doch alles so lecker an! Ich entscheide mich schließ­lich für die „sugges­tion“ von der ausge­stellten Tafel: eine Art breto­ni­sches „Himmel un Ääd“ mit Blutwurst, Apfelmus, Zwiebeln und breto­ni­schem Käse. Was eine gute Wahl! Aber auch Annettes Galette mit Jakobs­mu­scheln und Rahmporree war wohl sehr lecker. 

Bretonisches Genießen

Da nach einem herzhaften Galette immer noch Platz für ein süßes Crêpe ist, gönnen wir uns das natür­lich erst recht. Allein die Auswahl aus den Varianten mit Caramel Beurre Salé ist das Problem!

Creperie Tivabro

Kurio­si­täten

Auf dem Rückweg machen wir noch zwei kuriose Entde­ckungen. Zum einen gibt es hier ein Haus mit Namen „Le Kiwi“ und es braucht nicht viel Fantasie, zu raten, welche Frucht hier wächst… Aber, dass Kiwis in der Bretagne wirklich gedeihen hätte ich auch nicht gedacht.

Kiwi-Haus Fougeres
Kiwi-Haus Fougeres

Die andere Überra­schung befindet sich am Wasser­graben der Burg. Hier hängt vermeint­lich unmoti­viert ein Bündel Heu von einer Zinne hinunter. Wofür bloß? Es gibt tatsäch­lich ein paar Ziegen, die in dem schmalen, unwirt­li­chem Bereich außer­halb der Burgmauern leben. Aber gemüt­lich ist anders…

Ziegen am Schloss Fougeres
Ziegen­such­bild
Fachwerk Fougeres

Landwan­de­rung

Wir verab­schieden uns von Fougères und fahren ein Stück weiter zum Etang de Châtillon. Dort soll es fünf Wander­wege geben und wir möchten die Hunde für den langwei­ligen Stadttag ein bisschen entschädigen. 

Aber einen vernünf­tigen Weg zu finden, fällt uns überra­schend schwer. Denn eine Seeum­run­dung soll wohl reich­lich langweilig sein, da man den See wegen der vielen Privat­grund­stücke nicht zu Gesicht bekommt. Und die anderen Wege führen entweder durchs Dorf (nichts toll mit Toffi) oder sind uns schlicht zu lang.

Wir basteln uns den Weg schließ­lich selbst, indem wir grob einem der Wander­wege folgen und ihn uns dann passend machen. 

Es ist herrlichstes Oktober­wan­der­wetter: Blauer Himmel, leichter Wind und T‑Shirt-Tempe­ra­turen. Landschaft­lich ist das hier alles nicht sehr aufre­gend, aber dafür so richtig Landleben pur. 

Bretonisches Inland
Bretonisches Inland

Ins Kernland

Wir beschließen, weiter­zu­fahren. Nach Brocé­li­ande, dem magischen Zauber­wald aus der Artus­sage und Begräb­nisort von Merlin, dem Zauberer. 

Auf dem Weg versorgen wir uns in Pleume­leuc noch mal so richtig mit Lecke­reien für den Abend. Im Le Coin du Goût gibt es jede Menge regio­nale Produkte und wir müssen uns beherr­schen, nicht alles zu kaufen, was uns anlacht.

Cidrerie, zum zweiten

Heute machen wir das erste Mal Gebrauch von unserem France Passion-Führer. In Saint-Malon-sur-Mel gibt es die Cidrerie der Familie Huby und wir haben noch Platz für ein paar Flaschen Cidre in der Heckgarage.

Wir waren wegen des einen, eher nichts­sa­genden Fotos bei FP nicht sicher, ob das ein attrak­tiver Platz sein würde. Aber als wir dann auf die für Womos abgetrennte Grasfläche fahren, sind wir begeis­tert. Direkt neben der Schaf­weide können wir Tisch und Stühle heraus­holen und mal ganz offiziell draußen sitzen. Hatten wir auf dieser Reise noch gar nicht oft. 

Und auch der Kontakt mit der Familie ist sehr nett. Die Teenager-Tochter des Hauses macht ihren Job ganz hervor­ra­gend und gibt sogar verlegen zu erkennen, dass sie Deutsch in der Schule lernt und so radebre­chen wir zusammen mit unseren Franzö­sisch­bro­cken und ihren Schul­deutsch über den verspielten jungen Hofhund Scoobydoo und die Preise für unseren Cidre demi-sec.

Cidrerie Huby

Den Abend verbringen wir dann bis zum Sonnen­un­ter­gang draußen und verspeisen die Lecke­reien, die wir in den letzten Tagen angehäuft haben. 

Cidrerie Huby
Cidrerie Huby

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Der wilde Westen von Mull

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1 Kommentar

  1. Wunder­schön die Bretagne. Und Galette gehört zu meinen Leibspeisen.
    Weiterhin gute Reise und danke für die schönen Bilder und den kurzwei­ligen Bericht.
    Waltraud

    Antworten

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