Kontraste

7. Oktober 2021

Das ging schnell. Was sich gestern Abend andeu­tete, ist heute mal so richtig einge­troffen: Es ist draußen grau in grau. Nicht ein Hauch von den knallig-sonnigen Farben, die uns gestern so begeis­tert haben.

Als wir irgend­wann am Vormittag zum Strand aufbre­chen, sieht die Ebbeland­schaft komplett anders aus als gestern. Das Meer kann man ledig­lich erahnen und der Strand ist eine einzige beigegrau spiegelnde Fläche. Und außerdem liegt eine so hohe Feuch­tig­keit in der Luft, dass die Brillen schnell mit feinen Tropfen benetzt und alle Klamotten anschlie­ßend so feucht sind, als seien wir stunden­lang durch den Regen gewandert.

Ein Gutes hat das aber dann doch: Zum Fotogra­fieren von unwirk­lich wirkenden Bildern ist das hier ausge­spro­chen fein! 

Dunes d'Hatainville
Kontraste

Fermée

Wir haben Lust, endlich mal wieder mittags essen zu gehen. Im Nachbarort soll es ein äußerst vielver­spre­chendes Restau­rant geben. Aber so langsam werden wir trauma­ti­siert: Nach dem „Un Monde sans Faim“ ist das jetzt das zweite Restau­rant, was geschlossen hat, obwohl es eigent­lich geöffnet sein sollte. 

Stadt­bummel in Coutances

Wir ändern den Plan und fahren weiter nach Coutances, wo wir unsere Vorräte in Boucherie und Boulan­gerie auffri­schen wollen. Wir hatten aller­dings nicht mit einer richtigen Stadt gerechnet. Sogar mit sehens­werter Kathedrale!

Coutances
Coutances
Coutances
Coutances
Coutances
Coutances

Und wie es scheint, ist Coutances dann noch eine Hochburg der Metzger­kunst. Wir sehen auf der Haupt­straße zwei Geschäfte, die damit werben, dass sie Champion de France waren – da hatten wir aller­dings schon bei der Boucherie gegen­über der Église Saint-Pierre einge­kauft. Und wie wir abends feststellen: dessen Produkte müssen sich nicht verste­cken – sehr lecker!

Coutances

Wir stellen außerdem fest, dass wir etwas unbeholfen durch die Stadt bummeln – haben wir so etwas seit Beginn der Pandemie überhaupt schon mal gemacht? Immerhin entde­cken wir den Jardin des Plantes, der unter dem Motto „Süßig­keiten“ gestaltet wurde – stilecht mit Popcornmaschine!

Coutances
Coutances

Au revoir, Normandie

Wir müssen jetzt eine Grund­satz­ent­schei­dung treffen. Uns gefällt der Zipfel der La Manche so gut, dass wir auf jeden Fall noch einmal wieder­kommen werden. Aber wir möchten schon sehr gerne auch in die Bretagne weiter­reisen. Also machen wir hier einen Cut und verab­schieden uns frisch verliebt von der Normandie.

Coutances

Mittel­alter

Unser erstes Ziel in der Bretagne wird eine Neuent­de­ckung: Fougères, was eher im Inland liegt. Mittel­al­ter­liche Altstadt mit Burg und kosten­losem zentralem Stell­platz hört sich einfach zu gut an, um es nicht zu besuchen. Und Meer hatten wir ja gerade reichlich.

In Fougères sind wir wieder mal platt von der vorbild­li­chen Womo-Infra­struktur in Frank­reich. Unter­halb des Burgberges gibt es hier einen kosten­losen Stell­platz mit großzü­gigen Parzellen, der jetzt zwar keinen Schön­heits­preis erhält, aber weitaus besser als eine asphal­tierte Fläche und für den Stadt­be­such geradezu ideal ist. In den meisten anderen Ländern würde so ein Platz hinter einer Schranke verschwinden und mindes­tens 20 € kosten. 

Fougères

Nacht­be­sich­ti­gung

Nachdem die Hunde eine kleine Pipi-Runde gemacht haben, begeben wir uns zu zweit auf Stadt­er­kun­dung. Annette entdeckt einen ausge­schil­derten Stadt­rund­gang, der uns oberhalb des Jardin du Val Nançon, aber außer­halb der Stadt­mauer auf einem ziemlich dunklen Weg führt. Die Laternen sind offen­sicht­lich einer Sparmaß­nahme zum Opfer gefallen und werden gar nicht eingeschaltet.

Fougères

Dafür ist in der Oberstadt dann noch mal mehr Stadt­leben als in Coutances. Plötz­lich sehen wir sogar eine lange Schlange von Menschen, die vor einer Kirche anstehen. Gibt es hier so viel Begeis­te­rung für einen Gottes­dienst? Mitten in der Woche? Natür­lich nicht. In der Église Saint Leonard findet ein Konzert statt. Von Laurent Voulzy, von dem wir Banausen bisher noch nie etwas gehört haben… 

Fougères

Wir nutzen die Gelegen­heit vielmehr, die schön illumi­nierte Kirche zu fotogra­fieren und auch mal beleuch­tete Kirchen­fenster von außen abzulichten. Die Gelegen­heit hat man ja auch nicht oft.

Fougères
Fougères

Auf dem Weg zurück werfen wir (jetzt von oben) einen Blick aufs Schloss und kontrol­lieren schon mal, ob die gelobte Creperie Tivabro zumin­dest geöffnet hat. Hat sie. Da wir aber abends schon Baguette mit den Einkäufen aus Coutances gegessen haben, freuen wir uns morgen auf ein leckeres Mittagessen.

Fougères
Fougères
Fougères

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Der wilde Westen von Mull

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