So viel Strand

6. Oktober 2021

Auch wenn unsere Scheiben nach der Nacht am Strand ganz ordent­lich vom Salzwasser verschmiert sind: Dass heute ein schöner Tag anbricht, können wir schon beim Frühstück sehen.

Plage de Sciotot

Außerdem beobachten wir ein immer wieder­keh­rendes Ritual: Ein Auto kommt auf den Parkplatz gefahren, umrundet das MoMo (das hier als einziges Fahrzeug steht), bleibt kurz stehen, um den Ausblick aufs Meer zu genießen und fährt wieder weg. Da eines der Fahrzeuge auch ein „offizi­elles“ ist (Ordnungsamt?) und das MoMo zwar ausgiebig betrachtet, aber niemand tätig wird, fühlen wir uns bestä­tigt: Ohne Camping­ver­halten in der Nachsaison regt sich hier keiner auf.

Kurzer Schreck

Ich breche schon mal allein zum Fotogra­fieren an den Strand auf, welcher im Laufe des Vormit­tags mit jeder Minute breiter wird. Das „Schwimm­be­cken“ war während der Flut komplett unsichtbar!

Ein paar Kitesurfer geben wieder mal ein dankbares Fotomotiv ab – merci beaucoup!

Plage de Sciotot
Plage de Sciotot

Als Annette mit den Hunden nachkommt, höre ich auf einmal ein herzer­wei­chendes und gar nicht mehr aufhö­rendes Jaulen: Irgend­etwas muss passiert sein! Ich tippe auf Toffi, die mit einem Seeigel Bekannt­schaft gemacht hat und sehe uns schon zum Tierarzt fahren. Es war dann aber harmloser: Beim Toben hat sich Toffi wohl etwas verknackst, was aber am Ende dann wohl doch nicht so schlimm war. Sie humpelt noch für ein paar Minuten, aber als wir später am MoMo ankommen, ist alles wieder vergessen.

Plage de Sciotot
Plage de Sciotot

Dünen­strand

Wir brechen auf und wollen heute ein wenig die Westküste erkunden und da bleiben, wo es uns gefällt. Aber natür­lich nicht ohne vorher unsere Leckerei-Vorräte in der Boulan­gerie von Les Pieux aufge­füllt zu haben. 

Wir wollen zu den Dünen von Hatain­ville, denn der Strand sieht dort noch mal etwas breiter aus als der von Sciotot. Außerdem kann man von dort bei Ebbe zum Leucht­turm von Carteret laufen. Und Ebbe haben wir jetzt reich­lich. Als wir den Weg zum Dünen­park­platz hinun­ter­fahren sind wir erst mal geflasht: der Blick von oben auf die Dünen, den Sandstrand und das leuch­tende Meer mit der Kanal­insel Jersey im Hinter­grund ist wirklich atembe­rau­bend schön!

Dunes d'Hatainville
Dunes d'Hatainville

Nachdem wir geparkt haben werden aber erst mal Annettes Einkäufe in der Boulan­gerie erst mal gewür­digt und dann verspeist. Wenn die Backwaren aussehen wie kleine Kunst­werke, fällt es fast schon schwer, sie einfach zu zerstören…

Dome de Citron

Ebbe pur

Als wir gegen 15 Uhr loslaufen hat die Ebbe ihren Höchst­stand gerade erreicht. Mehr Strand geht nicht! 

Dunes d'Hatainville
Dunes d'Hatainville
Dunes d'Hatainville

Wir laufen in Richtung Süden zum Cap de Carteret und freuen uns wie Bolle über die endlose Weite von Strand, Himmel und Meer, die wir hier erleben. Und dazu die leicht salzige Meeres­luft, ein frischer Wind und häufig Sonnen­schein bei nicht zu hohen Tempe­ra­turen. Das kommt Perfek­tion schon ziemlich nahe.

Dunes d'Hatainville
Dunes d'Hatainville

Und ganz ehrlich: das Phänomen Ebbe und Flut ist an einem Sandstrand einfach dreimal geiler als mit Gummi­stie­feln durchs deutsche Watt zu stapfen. Zu entde­cken gibt es in diesem kurzzeitig aufge­tauchten Meeres­boden auch genug.

Dunes d'Hatainville
Annette und Micha, Dunes d'Hatainville

Als wir nach einer Stunde am Kap angekommen sind, merken wir, dass langsam aber sicher die Flut wieder einge­setzt hat. An dieser Engstelle wird der Sandstrand zusehends schmaler. Für uns ein Zeichen, dass es Zeit zum Umkehren wird. Auch wenn ich mir immer noch unmög­lich vorstellen kann, dass dieser endlos breite Strand in wenigen Stunden komplett überflutet sein wird.

Cap Carteret
Cap Carteret
Dunes d'Hatainville

Light­show fällt aus

Als wir zum Womo zurück­ge­kehrt sind, fällt mir ein, dass hier ja eine wunder­bare Gelegen­heit wäre, die Drohne mal wieder steigen zu lassen. Denn vom Boden aus sieht das hier schon doll aus – wie wird es wohl aus der Luft wirken?

Ziemlich klasse, würde ich sagen. Auch wenn aus der Luft die Dünen­land­schaft fast schon wieder zu platt aussieht. Die ist hier nämlich wirklich hügelig und abwechs­lungs­reich und definitiv nicht langweilig.

Dunes d'Hatainville
So viel Strand
Dunes d'Hatainville

Annette kocht uns ein leckeres afrika­ni­sches Curry, dass wir mit einem Cidre abrunden. Ledig­lich unsere Crème brûlée erweist sich als Fehlschlag, da man Zucker mit einem Feuer­zeug einfach nicht geschmolzen bekommt…

Afrika-Curry

Der grandiose Sonnen­un­ter­gang, mit dem wir nach einem so tollen Tag fest gerechnet hatten, fällt dann aber ins Wasser. Schon recht früh verschwindet die Sonne hinter den Wolken am Horizont und sorgt nur für ein mattes Leuchten des Himmels. Aber nach so einem Tag fällt das irgendwie nicht beson­ders ins Gewicht. 

Es gefällt uns ausge­spro­chen gut hier in La Manche in der Normandie. Wenn das so weiter­geht, kommen wir nicht mehr in die Bretagne!

Schön, dass du ein Stück mit uns mitgefahren bist!

Trag dich gerne in unseren Newsletter ein, um unsere Reiseberichte direkt in deinen Posteingang zu bekommen.

Der wilde Westen von Mull

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bretagne 2021
Smaragd­küste

Smaragd­küste

Ich habe gedacht, dass der Wetterbericht spinnt, der uns vorhersagt, dass die Nachttemperatur nur auf 15° absinken soll. Aber es ist wirklich wie ein Sommertag hier an der Smaragdküste. Damit hatten wir nach dem herbstlichen Regentag gestern nicht mehr gerechnet. Und...

Pluie

Pluie

Der Wetterbericht hat nicht gelogen. Für uns ist es trotzdem überraschend. Denn nach dem ganzen sonnigen Wetter hier in der Bretagne können wir kaum glauben, dass es jetzt auch mal regnet. Aber ein Gutes hat es auch: Wir nehmen den Schlechtwettertag extrem gelassen....

Zöllner­pfad

Zöllner­pfad

Wie schön: Das schlechte Wetter verspätet sich um einen Tag. Eigentlich sollte es heute schon regnen und ungemütlich sein. Jetzt sind sich aber alle Wetterberichte einig: Das kommt erst morgen. Und es wird sogar noch besser: Auch die durchgängige Bewölkung ist...

Doppel­punkt

Doppel­punkt

Wir sind hier kurz vor dem Ende der Welt. Aber eine Boulangerie gibt es auch hier. Annette begibt sich auf den Weg dorthin. Vorher will sie noch mal mit den Hunden eine Pipirunde machen, lässt den Plan aber ganz schnell fallen, als die zwei großen schwarzen Hunde...

Kurz vor dem Ende der Welt

Kurz vor dem Ende der Welt

Annette schwingt sich morgens aufs Rad und versorgt uns beim Bäcker mit der Frühstücksdreifaltigkeit Baguette, Croissant und Pain au chocolat. Was sie nicht bedacht hat: den Fahrtwind im Oktober. Der ist dann trotz Sonnenschein nämlich so kalt, dass Hände und Öhrchen...

Endloses Strand­ver­gnügen

Endloses Strand­ver­gnügen

Unser Übernachtungsplatz erweist sich als Volltreffer. Eine himmlisch friedliche Nacht liegt hinter uns und wir werden sanft von den Vogelstimmen in der Bucht geweckt. Gegen Mittag brechen wir gemütlich zum Phare d’Eckmühl (ja, der heißt wirklich so, auch wenn wir...

Undankbar

Undankbar

Direkt neben unserem Campingplatz befindet sich das vielleicht zweithäufigst abgelichtete alleinstehende Haus der Bretagne. Es ist aber auch zu fotogen, wie es auf einer Insel nur darauf wartet, von wirklich jedem Touristen mit Handy oder dicker Kamera eingefangen zu...

Hunde­mo­dels

Hunde­mo­dels

Seit dem Mistwetter zu Beginn der Reise werden wir größtenteils mit Sonnenschein verwöhnt. So auch heute. Einziger Nachteil: Die Côte Sauvage ist alles andere als wild. Aber so verrückt, mir nur für dramatische Fotos Regen und Sturm herbeizuwünschen, bin ich jetzt...

Bretagne Total

Bretagne Total

Morgens ist es mystisch neblig am Kanal. Un ein wenig ungemütlich. Weswegen wir uns für noch mal Umdrehen im Alkoven entscheiden. Aber eigentlich ist unsere Radtour am Kanal ein fester Plan. Wir setzen ihn nur etwas später um als geplant. Denn die Sonne lässt sich...

Trödeltag mit Happy End

Trödeltag mit Happy End

Wir würden uns morgens gerne erst mal duschen. Insbesondere Annette, die zur Boulangerie gehen möchte. Aber unser Wasserstand ist schon im roten Bereich. Wir schmieden daher einen ausgeklügelten Plan: Aufbruch ohne Frühstück, Einkauf beim Bäcker, Ver- und Entsorgung,...

Besuch bei Merlin

Besuch bei Merlin

Vom Wetter werden wir wirklich verwöhnt. Man kann wunderbar in der Sonne sitzen und es sich gut gehen lassen. Und da ich noch etwas zu arbeiten habe, verbinde ich das angenehme mit dem nützlichen und kann meinen Auftrag bei strahlendem Sonnenschein erledigen. Ich habe...

Breto­ni­sches Genießen

Breto­ni­sches Genießen

Wir tun uns etwas schwer mit der weiteren Reiseplanung. Die bretonischen Strände locken uns schon sehr. Aber unsere guten Erfahrungen gestern und auch früher schon in Moncontour machen uns neugierig auf das Inland. Ein paar Tage können wir uns schon ohne Meer...