Von Turm zu Turm
15. April 2017

Unser Stell­platz am Pointe de Corsen ist auch für die Nacht ein Volltreffer. Bis auf die drei Pferde auf der Weide neben uns gibt es niemanden, der sich dafür inter­es­siert, dass wir hier stehen. Und entspre­chend lang zögern wir auch den Abschied hinaus. Wir sind uns sicher: Hierhin wollen wir beim nächsten Besuch wieder­kommen!IMG_4063.jpg

IMG_4064.jpgNach einem äußerst gesunden Einkauf in Plougo­n­velin (das Ü‑Ei ist ein Geschenk des Hauses!) nähern wir uns das zweite Mal dem Pointe de Saint-Mathieu. Diesmal wissen wir als alte Hasen ja schon, dass wir vor dem Leuchtturm links auf den Parkplatz fahren müssen. Auch hier ein Lob an die Franzosen für den großen und kosten­losen Parkplatz. So einfach! Und auch die nun wirklich ungewöhn­liche Kombi aus Leuchtturm, Kloster­ruine und Kriegs­denkmal kostet keinen Eintritt.Tag der Türme-001-Bearbeitet.jpgTag der Türme-004-Bearbeitet.jpgTag der Türme-013-Bearbeitet.jpgTag der Türme-040-Bearbeitet.jpgTag der Türme-036-Bearbeitet.jpgTag der Türme-032-Bearbeitet.jpgTag der Türme-022-Bearbeitet.jpg

Das Wetter wechselt beständig zwischen einem Hauch Sonne und ein paar Tröpfchen Regen hin und her. Uns soll es soweit aber recht sein, denn es hat ja schon was für sich, so eine Attraktion weitest­gehend für sich allein zu haben.
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Tag der Türme-021-Bearbeitet.jpgWider Erwarten besonders berührend ist das Kriegs­denkmal mit den ganzen Fotografien in einer Katakombe. Es ist halt etwas anderes, Bilder der Gefal­lenen zu sehen, als nur eine Liste derer zu lesen, die für das Vaterland gefallen sind. Die Vorstellung, wie viele Männer wie dieje­nigen auf den Fotografien in den großen Kriegen ohne Sinn und Verstand gestorben sind, ist wirklich herzzer­reißend, wenn man das Bild mit der Frau, dem Kind, dem Hund betrachtet.Tag der Türme-025-Bearbeitet.jpg

Nach diesem lohnens­werten Stopp machen wir einen kleinen Hüpfer zum Pointe du Petit Minou. Dieser Leuchtturm an der Meerenge zur Hafen­ein­fahrt von Brest hört sich für uns nach einem lohnens­werten Ziel an. Und tatsächlich: Schon beim Hinab­fahren zum Parkplatz bietet sich ein selten schöner Blick hinüber zur Halbinsel Crozon mit dem Leuchtturm als schönem Vorder­grund. Sehr schön!Tag der Türme-052-Bearbeitet.jpg

Nach einem Kaffee­klatsch mit den leckeren Plätzchen vom Super­markt gehen wir hinunter und haben den Fall von “sieht von Ferne besser als aus der Nähe aus.” Aber die Aussicht ist wirklich toll. Fehlt halt auch ein bisschen Wind — für den Fall eines Sturms stehen hier überall Warnschilder. Und man kann sich gut vorstellen, was für ein Spektakel das bei rauhem Meer sein dürfte.Tag der Türme-058-Bearbeitet.jpg

Als nächstes steht ein regel­rechter Fahrtag auf dem Programm: Um zum auf der anderen Seite des Wassers liegenden Kerviniou zu gelangen (Luftlinie vielleicht 3km) muss man fast 1 1/2 Stunden fahren. Wobei die Umfahrung von Brest, was uns vergleichs­weise riesig vorkommt, dank der sehr guten Umgehungs­straße kein Problem darstellt. Aber so langes Fahren bin ich ja schon gar nicht mehr gewöhnt!Tag der Türme-060-Bearbeitet.jpg

An der Pointe des Espagnols machen wir einen kurzen Abstecher zum Aussichts­punkt, der zwar tatsächlich ein großes Panorama auf Brest und seine Bucht bietet, aber es gibt halt schönere Anblicke als eine Marine­ha­fen­stadt… Wieder mal ein ärger­licher Tipp aus dem Womoführer vom Womoverlag, der strunzt, man könne hier stundenlang stehen und staunen. Wir haben nach 2 Minuten an diesem zudem auch nicht besonders schön angelegten Platz genug gestanden und mäßig gestaunt.

Macht aber nix, denn unser Stell­platz für die Nacht an den Klippen von Kerviniou ist wieder mal ein Top-Deluxe-Einsam­keits­platz wie wir ihn lieben. Auf einem hubbe­ligen Parkplatz völlig alleine und mit Ausblick auf Bucht und den nun gegenüber liegenden Pointe du Petit Minou.

Abends glüht dann noch einmal ein schmaler Sonnen­un­ter­gangs­streifen am Himmel und wir reisen in Gedanken noch mal zurück zum Megason­nen­un­tergang in Brignogan Plage. Crozon sunset-005.jpg

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