Endloses Strand­ver­gnügen

14. Oktober 2021

Unser Übernach­tungs­platz erweist sich als Volltreffer. Eine himmlisch fried­liche Nacht liegt hinter uns und wir werden sanft von den Vogel­stimmen in der Bucht geweckt.

Pont-l'Abbé
Pont-l'Abbé

Gegen Mittag brechen wir gemüt­lich zum Phare d’Eckmühl (ja, der heißt wirklich so, auch wenn wir hier in Frank­reich sind) auf. Der 65 Meter hohe Leucht­turm ist das markante Bauwerk hier im südwest­lichsten Zipfel der Bretagne.

Leucht­turm mit Muschelstrand 

Wir haben uns hier an der Pointe d’Penmarc’h auf einen Touris­ten­hot­spot einge­stellt und sind angenehm überrascht, dass dem im Oktober nicht so ist. Es wirkt alles etwas verschlafen, der Leucht­turm ist geschlossen und wir kriegen problemlos einen Parkplatz.

Phare Penmarc'h

Schon bald wenden wir uns den kleinen, bunten Muscheln am Strand zu und können gut damit leben, dass wir den Leucht­turm nicht besich­tigen dürfen. Manchmal sind es die kleinen Dinge…

Muscheln Penmarc'h
Muscheln Penmarc'h
Muscheln Penmarc'h
Muscheln Penmarc'h

Kalva­ri­en­berg mit Brüsten

Unser Weg soll uns jetzt endlich wieder an einen Strand führen. Zuvor nehmen wir aber auf dem Weg noch eine ganz andere Sehens­wür­dig­keit mit. Vor der Chapelle Notre-Dame-de-Tronoen gibt es den ältesten Kalva­ri­en­berg der Bretagne zu bewun­dern, der auf ca. 1450 datiert wird. An dieser „Bibel der Armen“ sind bibli­sche Szenen mit Figuren nachgebildet. 

Calvaire Tronoen
Calvaire Tronoen
Calvaire Tronoen

Im Erklär-Aufsteller neben der Kapelle wird ausdrück­lich auf die nackten Brüste Marias hinge­wiesen. Ist ja mal was anderes und wird hiermit auch fotogra­fisch dokumen­tiert. Für die Bildung meiner Leser tue ich ja alles!

Calvaire Tronoen

Surfer­dünen

Als wir von der Chapelle hinunter zum Plage de Tronoen fahren, sind wir mehr als beein­druckt. Denn die Bucht von Audierne ist nichts weiter als ein kilome­ter­langer feiner Sandstrand vor unfassbar blauem Meer mit (am heutigen Tage) sanften Wellen, die in die Bucht laufen.

Hier gibt es einen Parkplatz, der ohne Womolatte ausge­stattet ist. Keine Selbst­ver­ständ­lich­keit! Aller­dings gibt es auch ein unmiss­ver­ständ­li­ches Übernach­tungs­verbot – wir haben aber den Eindruck, dass viele es hier außer­halb der Saison drauf ankommen lassen werden, ob wirklich jemand kommt. Der Anzahl an Neopren­an­zügen nach zu urteilen, scheint das hier ein Hotspot für Surfer zu sein. 

Baie d'Audierne

Strand deluxe

Wir machen uns auf eine Wande­rung in nördli­cher Richtung, die uns den Strand entlang und später durch die Dünen zu einem See führen soll.

Endloses Strandvergnügen
Baie d'Audierne

An dieser Stelle muss ich mich in aller Form für die gestrige Beschrei­bung des Strandes von Mousterlin entschul­digen. Natür­lich war der nicht feinsandig. Das hier ist feinsandig! Dagegen hatten wir es in Mousterlin mit grobem Kiesel zu tun. 

Baie d'Audierne
Baie d'Audierne

Ein bisschen herrscht hier auch Lokken-Stimmung. Genau wie in Dänemark haben die Nazis hier Bunker in den Strand gesetzt, die man nicht mehr loswird. Immerhin gibt es Graffitos, um dem tristen Beton wenigs­tens ein wenig Sinn zu verleihen.

Baie d'Audierne
Baie d'Audierne
Baie d'Audierne

Wir genießen den Blick auf die Wellen, den unend­lich weiten Strand und alles, was hier so rumliegt. Es ist wahrlich paradie­sisch! Das mit dem Paradies nehmen ein paar FKK-Anhänger in den Dünen hier sogar wörtlich und ziehen blank. Stören tut das hier zurecht niemanden.

Baie d'Audierne
Baie d'Audierne
Baie d'Audierne

Die blaue Poterie

Restlos mit Gücks­hor­monen aufge­füllt kehren wir zum MoMo zurück. Sollen wir einfach hierbleiben? Wir sind uns ziemlich sicher, dass das hier außer­halb der Saison in der Tat keinen stört. Anderer­seits: Was spricht dagegen, noch etwas weiter­zu­fahren und noch eine weitere schöne Ecke zu entdecken?

Auf dem Hinweg hatten wir an der Chapelle bereits ein Hinweis­schild auf eine Poterie gesehen. Und eine getöp­ferte Cidre-Tasse hätten wir eigent­lich ganz gerne noch.

Poterie

Also folgen wir dem Schild und landen tatsäch­lich vor einer geöff­neten Tür – im Oktober keine Selbst­ver­ständ­lich­keit mehr. In der Poterie Du Mejou finden wir wunder­schöne Nicht-Standard­ware. Um ein Haar wäre es um uns geschehen und wir hätten uns auch noch einen lebens­großen Puffin ins Gepäck geladen. Es bleibt dann aber doch bei zwei hübschen blauen Cidre-Schalen, die wir abends dann einweihen.

Stell­platz mit Kapelle

In Penhors gibt es dann noch einen kleinen Lecker­bissen: Direkt an einer kleinen Chapelle, unweit vom Meer, gibt es einen 24h-Wiesen­platz für Womos. Und wie wir es in Frank­reich jetzt schon so häufig erlebt haben: kostenlos. Merci à la ville – Danke an die Stadt!

Penhors
Penhors
Das nenne ich mal zugewuchert!
Penhors

Der Sonnen­un­ter­gang ist diesmal ein echter Spätzünder. Während wir zu Abend essen, geht die Sonne in den Wolken wenig spekta­kulär am Horizont unter. Aber wenn man ihr ein wenig Zeit lässt, zaubert sie trotzdem noch rote Farbtupfer an den Himmel!

Penhors

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Der wilde Westen von Mull

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1 Kommentar

  1. Hallo, es ist immer wieder eine Freude, Euere schönen Fotos, Texte und Stell­plätze anzusehen. Weiter so — einfach toll .

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