Undankbar

13. Oktober 2021

Direkt neben unserem Camping­platz befindet sich das vielleicht zweit­häu­figst abgelich­tete allein­ste­hende Haus der Bretagne. Es ist aber auch zu fotogen, wie es auf einer Insel nur darauf wartet, von wirklich jedem Touristen mit Handy oder dicker Kamera einge­fangen zu werden.

Saint Cado
Saint Cado
Saint Cado

Direkt neben befindet sich die Isle Saint Cado. Sie kommt uns ein wenig vor wie eine Isle de Brehat für Sparfüchse. 

Alles hübsch und gefällig, aber fußläufig über den Damm mal eben zu errei­chen. Ohne die großar­tige Küsten­land­schaft, aber mit dem Gezei­ten­fee­ling einer breto­ni­schen Insel. 

Concarneau

Neuland

Heute wollen wir Neuland erkunden. Denn den Zipfel zwischen Lorient und Crozon haben wir noch so gut wie gar nicht bereist. Wir sind gespannt!

Der erste Weg soll uns nach Concar­neau führen. Die kuriose mittel­al­ter­liche Ville Close, eine mittel­al­ter­liche Wehrburg mitten im großen Hafen­be­cken, hört sich verlo­ckend an.

Wir parken auf dem Womostell­platz am Bahnhof. Es stehen viele Plätze zur Verfü­gung, aber dieses Eng an Eng ist ja so gar nichts für uns. Gut, dass wir hier nicht übernachten müssen!

Concarneau

Touris­ten­at­trak­tion

Wir lassen die Hunde im Womo zurück und machen uns auf Erkun­dungs­tour. Aber von Minute zu Minute lässt uns Concar­neau ratloser zurück. Denn weder ist der Weg ins Zentrum beson­ders hübsch, noch können wir mit dem Hafen­ge­biet etwas anfangen. Das ist groß, hat viele Parkplätze und ist nicht beson­ders attraktiv. 

Concarneau

Auch die Ville Close wirkt erst auf den zweiten Blick inter­es­sant. Aber dieses Inter­esse erlischt bei mir sehr schnell, als wir auf der Insel in die Haupt­straße einbiegen. Andenken­ge­schäft neben Restau­rant neben Touris­ten­falle. Man kann dem zugute­halten, dass es eher nett als hässlich aussieht und wir haben sicher­lich Glück, dass es nicht beson­ders voll ist. Aber das gehört wirklich zu den Touris­ten­at­trak­tionen, die wir ansonsten meiden wie der Teufel das Weihwasser. 

Concarneau

Vielleicht bin ich deswegen auch ein wenig ungerecht, dass mir auch der Blick von der Wehrmauer hinaus auf die Hafen­aus­fahrt nicht so recht gefallen mag. 

Wir haben ein großes „Bloß-weg-hier!“-Gefühl.

Concarneau

Mousterlin

Wie gut, dass es in der Bretagne auch andere Orte gibt. Nicht allzu­weit entfernt, im Küstenort Mousterlin gibt es einen offizi­ellen Stell­platz an einem kilome­ter­langen Sandstrand. Was an diesem Küsten­streifen wohl gar nicht so selbst­ver­ständ­lich ist, denn wir finden hier ständig Womolatten an den Parkplätzen und könnten allen­falls auf Camping­plätze auswei­chen, die zum Großteil im Oktober aber bereits geschlossen sind.

Unter­wegs hat Annette in einer Boulan­gerie noch mal groß einge­kauft, damit wir uns vorher mit einem Kaffee­trinken für den Strand­spa­zier­gang stärken können. 

Leckeres Gebäck

Als wir auf den Stell­platz fahren, denke ich zuerst, dass da jemand sein Grauwasser abgelassen hat. Bis es mir dämmert: Es sind die Algen vom Strand, die hier eine Mischung aus Meeres­luft und Gestank produzieren.

Nach den köstli­chen Törtchen gönnen wir den Hunden ein bisschen Spaß am Strand und wollen mal testen, ob wir uns an den Algen­ge­ruch genau so gewöhnen können wie unsere Stellplatznachbarn. 

Während die Hunde ihren Spaß haben,lassen wir den Strand auf uns wirken. Und stellen etwas beschämt fest, dass auch er uns heute nicht wirklich flashen kann. Er ist zwar kilome­ter­lang und feinsandig, aber durch den komplett fehlenden Wellen­gang, die ordent­liche Befes­ti­gung mit riesigen Felsbro­cken am Ufer und den Algen­ge­stank hat das für uns wenig von den wilden breto­ni­schen Stränden, die wir bisher so kennen­ge­lernt haben.

Mousterlin
Mousterlin
Elli in Mousterlin
Elli buddelt sich mittler­weile richtige Schützengräben

Wir kommen uns mittler­weile wie alte Mecker­köppe vor: Nichts scheint uns auf einmal gut genug zu sein. Was ist denn hier los?

Bucht von Pont‑l’Abbé

Die Rettung finden wir dann in einem wirklich himmli­schen Stell­platz in der Bucht bei Loctudy, die sich gerade von der Ebbe erholt und zöger­lich wieder mit Wasser füllt als wir dort eintreffen. Hier finden wir den Platz, den wir vielleicht den ganzen Tag gesucht haben. Kein Trubel, himmli­sche Ruhe und ein Blick auf den Sonnen­un­ter­gang über der Bucht. Perfekt!

Pont-l'Abbé
Pont-l'Abbé

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Der wilde Westen von Mull

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