Kreuz und quer und wieder zurück
14. April 2017

IMG_4048.jpgHeute sind wir mit bei den letzten, die aufbrechen. Voll im Entspan­nungs­modus. Was vielleicht auch am grauen Himmel liegt. Das motiviert einen nicht gerade zum frühen Losfahren. Auf der hübschen grünen Bank am Strand schmieden wir unsere Weiter­fahr­pläne.
Die Gemeinde Plouarzel hat sich wirklich Mühe gegeben, schöne Womo-Stell­plätze bereit­zu­stellen. Auch deren zweiter Platz in Ruscu­munoc liegt schön umgeben von Hecken in der Nähe des Pointe de Corsen, den wir als nächstes Ziel ansteuern. IMG_4049.jpgDurch Zufall landen wir oberhalb einer (mal wieder) traumhaft schönen Bucht, da uns das Navi über einen Weg lotsen will, der bald nur noch fußweg­breit ist. Da der Pointe schon in Sicht­weite ist, stellen wir das MoMo ab und beschließen, den Rest einfach zu Fuß zu machen. Gute Entscheidung!finistere-011.jpg
finistere-032.jpgDenn der Weg führt immer schön an den Klippen entlang und so erreichen wir mit schöner Aussicht verwöhnt den westlichsten Punkt Frank­reichs. Der ist nämlich hier und nicht am wesentlich bekann­teren Pointe du Raz. Nur mit dem Unter­schied, dass hier so gut wie nichts los ist. Nette Idee der Franzosen: An diesem Punkt gibt es in jeder Himmels­richtung die jeweils am weitesten in diese Richtung gelegenen Punkt Frank­reichs und Europas.finistere-001.jpgfinistere-017.jpg

Als wir auf dem Rückweg noch einen Blick in die Bucht auf den präch­tigen Sandstrand werfen, beschließen wir, die steilen Treppen doch noch hinunter zu steigen. Zu verlo­ckend sieht es für Annette zum Relaxen, für die Hunde zum Toben und für mich zum Fotogra­fieren aus.finistere-060-Bearbeitet.jpgfinistere-196-Bearbeitet.jpgfinistere-187-Bearbeitet.jpgfinistere-109-Bearbeitet.jpgfinistere-105-Bearbeitet.jpgfinistere-082-Bearbeitet.jpgfinistere-077-Bearbeitet.jpgfinistere-121-Bearbeitet.jpg

finistere-108-Bearbeitet.jpgUnd eigentlich kommt auch jeder voll auf seine Kosten. Also so was von! Das Kracher­erlebnis bleibt jedoch Annette vorbe­halten. Denn eine Gruppe von Delfinen(!) zieht an der Bucht vorbei, ein Delfin springt schon mal wie auf einer kitschigen Postkarte in die Luft und… Micha kriegt davon nichts, aber auch gar nichts mit. Denn ich bin so vertieft in meine Langzeit­be­lich­tungen, dass ich nur das Wasser vor mir sehe. Es dauert ein Weilchen, bis ich wirklich glaube, dass ich nicht kräftig verspätet in den April geschickt werde. Aber als ich später dann zumindest in der Ferne eine Delfin­finne sehe, bin ich überzeugt. Naja, man kann nicht alles haben…finistere-240-Bearbeitet.jpg

Etwas wehmütig verlassen wir diesen schönen Ort, denn es zieht uns weiter. Denn die Landspitze von Kermorvan soll ja auch ganz schön sein. Unterwegs stockt uns kurz der Atem, als wir oberhalb des Plage de Blancs Sablons rauskommen: So ein breiter Strand- boah! Bei der nächsten Parkmög­lichkeit für Womos halten wir an und machen auch hier Station. Also, schöne Strände können die in der Bretagne ja!finistere-252-Bearbeitet.jpg

Ganz anders dann Kermorvan. Hier ist wirklich auch steilere Küste und offen­sichtlich ein beliebter Spazierweg. So viel Betrieb hatten wir ja noch nie! Also, gemessen an unseren anderen Erfah­rungen bisher. Ein fast voller Parkplatz gehörte bisher nie dazu.

Der Leuchtturm von Kermorvan versteckt sich fast bis zum Schluss vor unseren Blicken, lohnt dann aber doch den Weg. Und wie bestellt schippert dann auch noch ein Schiff durch mein Bild. Sehr freundlich!finistere-266-Bearbeitet.jpgfinistere-275-Bearbeitet.jpg

Man glaubt es kaum, aber uns beiden ist trotz des bedeckten Wetters ganz schön warm und unsere Wangen glühen. Müde sind wir auch. Ein bisschen. Also ist der Plan, jetzt schon, am früheren Nachmittag einen Platz fürs MoMo zu finden und den Tag gechillt ausklingen zu lassen. Unser Weg führt uns daher zum Stell­platz in Plougo­n­velin. Das sieht auch soweit alles ganz okay aus, aber auf einen Bezahl­platz mit Schranke und hinter einer Hecke stehen haben wir beide keine rechte Lust. Also schmieden wir Plan B: Wir fahren zur tollen Kloster­ruine-Leuchtturm-Kombi am Pointe Saint-Mathieu und suchen uns dort einen Platz für die Nacht, um dort dann am nächsten Morgen mit der Besich­tigung zu starten.

Einen Parkplatz mit Top-Aussicht und Strand haben wir ein paar Kilometer nördlich des Leucht­turms bald darauf auch gefunden. Aber: Straße=laut! Wehmütig denken wir an die fried­liche Stille am Pointe de Corsen. Und plötzlich ist ein PLan C entworfen: Abend­essen im nahe gelegenen Le Conquet und danach einfach wieder an den Pointe de Corsen zurück. Gebongt!

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Vom Städtchen Le Conquet sind wir ganz angetan. Ein nettes franzö­si­sches Hafen­städtchen. Die erste Crêperie, die Annette uns rausge­sucht hatte, ist jedoch für den Abend komplett ausge­bucht. Eieiei… sollten die Franzosen etwa alle am Karfreitag essen gehen wollen? Aber wir haben wirklich wieder mal Glück. Nach einem Pastis im Café Le Vieux Logis stehen wir zur Öffnungszeit des Laer-Mor um Punkt 19 Uhr in der Tür und kriegen tatsächlich noch einen Platz.

IMG_4061.jpgSpäter sehen wir so einige Leute enttäuscht wieder umkehren, als sie hören, dass der Laden voll ist. Die Crêpes schmecken gottseidank deutlich besser als in Santec. Das und die urige Einrichtung, stilecht mit kaltem Gemäuer und breto­ni­schem Jazz-Folk sorgen für einen schönen Abschluss des Tages. Und als wir nach kurzer Fahrt anschließend wieder einsam und allein an “unserer” Bucht stehen, denken wir wieder mal “Alles richtig gemacht!”.

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1 Kommentar

  1. “…Das Kracher­erlebnis bleibt jedoch Annette vorbe­halten”
    Benei­denswert — So ging es mir, als wir in NZ waren — ein Einma­liges Erlebnis, so etwas vergisst man nicht.
    Da kann ich mich nur wieder­holen : weiterhin schöne Erleb­nisse

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