Garphyttan

7. Juli 2021

So langsam reicht es mit den langen Fahrtagen. Da kann man ja vor lauter Autofahren gar nichts mehr erleben! Aber das ist halt die Kröte, die man schlu­cken muss, wenn man in den hohen Norden will. 

Wir sind uns noch unsicher: Besser die „schnelle“, aber langwei­li­gere Route am Meer entlang oder den langsa­meren, aber abwechs­lungs­rei­cheren Inlands­vägen? Wir verschieben die Entschei­dung noch ein bisschen und fahren einfach stumpf Richtung Norden. Wir wollen heute 400 Kilometer schaffen und in der Nähe von Örebro den Garphyttan Natio­nal­park besuchen. 

Utsikten

Am Stell­platz befindet sich ein Wegweiser zum Utsikten, einem Aussichts­punkt. Den wollen wir uns nicht entgehen lassen. Es tut gut, sich mal wieder ein wenig zu bewegen und die Waldluft zu schnup­pern. Vom Aussichts­punkt, den wir nach wenigen Minuten errei­chen, kann man ein bisschen auf den Stell­platz hinun­ter­bli­cken. Na ja, jeder Aussichts­punkt hat mal klein angefangen. 

Elli und Toffi
Wanderung Persköp
Wanderung Persköp
Wanderung Persköp

Entspannt, aber langweilig

Wir sind bald wieder auf der Autobahn und cruisen Richtung Norden. Und das mit dem Cruisen kann man hier wörtlich nehmen. Ich liebe einfach dieses ultra­ent­spannte Autofahren auf den schwe­di­schen Autobahnen. Tempomat rein und gut ist. Aller­dings gehört auch zur Wahrheit, dass es hier ganz schön langweilig ist. Breite Autobahn, links Kiefern­wald, rechts Kiefern­wald, aus die Maus. Da freut man sich fast schon über die einspu­rige Baustelle, an der dann brav alle unauf­ge­regt hinter­ein­ander fahren bis die Veren­gung wieder vorbei ist. 

Badplats

Annette hat trüffel­schwei­nisch wieder eine nette Badestelle entdeckt, an der wir Pause machen. Und wir haben tatsäch­lich noch ein paar Lecke­reien vom Naschi­könig im Gepäck, dem wir auf der Rückreise noch mal einen Besuch abstatten wollen. Gut gestärkt machen wir uns auf das nächste Teilstück, auf dem wir schon mal den Vätternsee erreichen.

Pause am Badplats
Kuhbonbon vom Naschikönig

Fahrrad­stadt

In Motala können wir das Rätsel lösen, warum uns das Navi die Strecke immer als Mautstrecke angezeigt hat: Kurz vor der Stadt gibt es eine mautpflich­tige Brücke, die stolze 10 Kronen (1 €) kostet. 

Eine Sache, die wir ja auch sehr an Schweden lieben, ist die Tatsache, dass man in der Regel völlig stress­frei mit einem Wohnmobil ins Stadt­zen­trum fahren und dort parken kann. Zumin­dest in allen Städten, die keine Touris­ten­hot­spots sind.

In Motala möchten wir dem Systembo­laget einen Besuch abstatten. Langjäh­rige Leser wissen jetzt Bescheid: Es geht um Alkohol. Den gibt es in Schweden nur in diesen spezi­ellen Geschäften und wir trinken uns dort ganz gerne durchs Biersor­ti­ment, auch wenn die Preise etwas höher sind als bei uns. Das Geschäft in Motala ist ausge­spro­chen üppig sortiert, aber ausge­rechnet das Fach unserer Lieblings­brauerei Ballast Point aus San Diego ist leer. Schnief.

Leeres Ballast Point Regal

Was uns in Motala auffällt: Wie normal das hier im Stadt­bild alles aussieht, wenn niemand eine Maske trägt. Im Systembo­laget gibt es zwar Desin­fek­ti­ons­mittel am Eingang und Plexi­glas­scheiben an den Kassen, aber ansonsten fühlt sich das kribbelig normal an. 

Nachdem wir die Biervor­räte im MoMo verstaut haben, schnappen wir uns die Hunde und spazieren durch den hübschen kleinen Park hinunter ans Wasser. Dort gibt es Büsche und Skulp­turen zum Thema Fahrrad: Denn Motala ist die Gastge­ber­stadt für die diesjäh­rige Vättern­rundan, dem Radrennen rund um den Vätternsee. Gefällt uns!

Motala Cykel
Motala Cykel

Natio­nal­park Nummer Eins

Mittler­weile ist es schon Nachmittag und wir wollen noch ein bisschen voran­kommen. In der Nähe von Örebro lockt uns der Garphyttan-Natio­nal­park. Nachdem das Wetter den ganzen Tag über reich­lich bewölkt, aber trocken und warm war, kommt pünkt­lich zu unserer Ankunft dort die Sonne raus. So muss das sein!

Auf dem Parkplatz befinden sich schon drei Womos, aber für uns findet sich problemlos auch noch ein Platz. 

Nachdem wir uns gestärkt haben, brechen wir um 21 Uhr noch zu einer kleinen Wande­rung auf. Die kurze 4‑Kilo­meter-Strecke zu einem Aussichts­punkt ist genau der richtige Ausgleich zum dauernden Rumsitzen. 

Garphyttan
Garphyttan

Wir hätten uns keinen besseren Natio­nal­park für diese erste Wande­rung aussehen können. Es ist so ein richtiger Appetit­ma­cher auf die kommenden Wochen. Es ist alles da, was man an Schweden lieben mag: Kiefern­duft, Flechten, Blaubeeren. Und Mücken. 

Eine beson­ders fette davon sticht Annette in den Handrü­cken als wir Toffi das Blaubeer­pflü­cken beibringen. Schnell weiter!

Garphyttan

Die Runde durch den Park führt uns noch zu einem Aussichts­punkt, der aber reich­lich zugewachsen ist. Erst noch etwas höher hat man dann eine etwas weiter reichende Aussicht. 

Garphyttan

Trotzdem kommen wir ganz beschwingt zum MoMo zurück. So kann es gerne weitergehen!

Schön, dass du ein Stück mit uns mitgefahren bist!

Trag dich gerne in unseren Newsletter ein, um unsere Reiseberichte direkt in deinen Posteingang zu bekommen.

Der wilde Westen von Mull

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

2 Kommentare

  1. Hallo, ich würde euch den Inlandsweg empfehlen, da ihr dann den extrem empfeh­lens­werten Wildnisweg fahren könnt. Von Strömsund über Gäddede, Ankarede(Samenplatz), Stekkenjok, Klimpf­jäll, Fatmomakke(Samenplatz). Dort auch tolle Stell­plätze direkt am Wasser.
    Danach auf die E12 oder 45.
    Wir starten ca. Mitte August mit ähnli­chen Zielen wie ihr.
    Gute Fahrt und tolle Erlebnisse.
    Gruß Charly

    Antworten
    • Danke für den Tipp, Charly!
      So ähnlich werden wir es wohl machen. Wir fahren jetzt erst mal Richtung Siljansee und dann wohl den Inlands­vägen mit Abste­chern nach links und rechts des Wegesrands.

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Lappland 2021
Heimreise in Häppchen

Heimreise in Häppchen

Donnerstag Unser Übernachtungsplatz am Badestrand erweist sich als Volltreffer. Komplett ruhig, mückentechnisch okay und ideal mit den Hunden. Viel besser gehts nicht. Auch die Abfahrt über die reichlich ausgewaschene Schotterpiste gelingt mit etwas Schwung und gutem...

Strecke machen

Strecke machen

Der geneigte Leser wird es bemerkt haben: Es gab einen Tag Auszeit. Aber an den Fahrtagen, wo wir weniger erleben, gönne ich mir jetzt den Luxus, mal nicht täglich zu bloggen, sondern auch mal mehrere Tage zusammenzufassen.Tut zum Ausgleich auch mal gut! Unser Platz...

Entspan­nungstag

Entspan­nungstag

Da ich gestern komplett fertig war, ist das Blogschreiben liegen geblieben. Das wird brav am Vormittag nachgeholt und als ich mit dem Schreiben fertig bin, brechen wir für einen Weg auf den Küstenweg auf. Aber meine Rückenschmerzen sind schlimmer als zuvor und nach...

Überra­schung Ostküste

Überra­schung Ostküste

Das war eine brutale Nacht. Nein, nicht weil wir einen schlechten Stellplatz gewählt haben. Eher wegen der Umstände. Ich habe mir auf der Skulskogen-Wanderung den Rücken verknackst und entsprechend schlecht liegen können. Immer wieder hin und her drehen. Aber Annette...

Skule­skogen Nord

Skule­skogen Nord

Nach einer sehr ruhigen Nacht werden wir früh aktiv. Wir fahren von einem Skuleskogen-Eingang zum nächsten. Hört sich gar nicht so dramatisch an, ist aber ein Trip von einer guten halben Stunde. Wir möchten sichergehen, dass wir am Nordeingang einen Parkplatz...

Skule­skogen West

Skule­skogen West

Der Plan für den heutigen Tag steht: Wir wollen die paar Kilometer zum Skuleskogen-Nationalpark fahren und uns die Top-Attraktionen Slåttdalsskrevan (eine irre Schlucht) und den Ausblick auf die Höga Kusten erwandern. Annette schnippelt fleißig Proviant zurecht und...

Auf dem Sagavägen

Auf dem Sagavägen

Frühmorgens werden wir vom vertrauten Geräusch von Regen, der aufs MoMo-Dach pladdert wach. Hä? Es waren doch noch drei Tage schönes Wetter angesagt? Aber die Morgenstunden sind verregnet. Dumm, wenn man dann die Stühle fürs Frühstück hat draußen stehen lassen. Und...

Neue Heimat

Neue Heimat

Heute ist ein großer Tag. An den ersten Tagen der Reise war Annettes großes Vorhaben: „Wenn wir in Schweden snd, dann fahre ich auch mal wieder.“ Als wir dann im einsamen Norden waren, habe ich sie immer mal wieder daran erinnert, aber wir sind irgendwann so...

So richtig Lappland

So richtig Lappland

Das ist ja fein! Nach der eisigen Nacht mit 2° scheint die Sonne und wärmt uns kräftig auf. Zumindest durch die Scheiben des MoMos. Wir sind gespannt, wie sehr sich der Parkplatz füllen wird. Schließlich ist das hier ein Nationalpark und ein Einstieg in den berühmten...

Auf dem Silvervägen

Auf dem Silvervägen

Annette hatte gestern Abend noch eine wichtige Erkenntnis. „Jetzt waren wir Norwegen und haben gar nicht im Sport Outlet geshoppt!“ Und da das ja nun mal so gar nicht geht, wird schnell gegoogelt und zu unserem Wohlgefallen festgestellt, dass es im 3 Kilometer...

Leinwand­reif

Leinwand­reif

Wir haben mit unserer Stellplatzwahl wieder ein glückliches Händchen gehabt. Gestern Abend war unser Eindruck noch: Na ja, ist ganz nett hier. Wenn man den ganzen Tag nur mit Superlativen zugeballert wird, geht einem einfach der Maßstab verloren. Denn hier ist es...

Panora­ma­fahrt

Panora­ma­fahrt

Der Wind hat nachts ganz ordentlich am MoMo gerüttelt, sodass wir nur mäßig erholsam geschlafen haben. Irgendwie hat es nicht sein sollen mit Fredvang und uns. Pünktlich um kurz vor 12 verlassen wir den Platz, bevor der No-no-Campingplatz noch eine Strafgebühr beim...