Haus am See

8. Juli 2021

Ein absolut fried­li­cher Morgen hier am Natio­nal­park. Was uns am meisten wundert: Das bleibt auch so. Denn relativ bald sind wir die einzig verblie­benen der Übernacht­bleiber und ledig­lich eine junge Familie mit zwei kleinen Kindern geht auf eine der wirklich einfa­chen Wande­rungen, die sicher­lich auch und gerade mit kleinen Kindern richtig Spaß machen.

Garphyttan

Wir merken, dass wir anschei­nend doch relativ schnell im Schwe­den­modus angekommen sind. Heißt: Langsam in den Tag starten. Vor 10 Uhr passiert da schon mal gar nicht viel. Und danach zeichnet sich Annette durch beson­deren Fleiß aus, weil sie ihre Sport­kurse der LTG auch im Urlaub beibe­halten will. Corona hat’s möglich gemacht, dass die Online­an­ge­bote für den Sport weiter genutzt werden können. Man muss Corona ja auch mal loben…

Annette beim Sport
Garphyttan
Hornissen beim Sex erwischt
Pilz

Möglich wird das durch unsere immer noch funktio­nie­rende Vodafone-X-Karte aus Irland. Die bieten für 20 €/Monat unbegrenztes Internet in der gesamten EU an. Und nachdem ich nach einigen Irrungen und Wirrungen (und Schmer­zens­geld…) das Ganze ans Laufen gebracht habe, können wir bis jetzt nicht klagen. Die Geschwin­dig­keit ist zwar auf 10 Mbit/s gedros­selt, aber auch Fußball gucken war durchaus möglich. Und für den ganzen Rest reicht es eh.

Wilder Garten

Wir wollen mittags noch mal die „kleine“ Wande­rung machen. Diese führt mehr durch die Wiesen von Östra Gården, dem ehema­ligen Gehöft, welches der Ursprung des Natio­nal­parks ist.

Während ich ganz begeis­tert fotogra­fiere, kümmert sich Annette darum, dass die Hunde zecken­frei bleiben. Denn die Biester gibt es hier anschei­nend im Dutzend billiger. Nach der gestrigen Abend­wan­de­rung waren die Hunde trotz Zecken­schutz übersät mit den Plage­geis­tern und auch in Annettes Bauch­nabel hatte sich eine verirrt. Gibt es eigent­lich ein unbelieb­teres Tier als eine Zecke?

Garphyttan
Garphyttan
Garphyttan
Garphyttan
Garphyttan
Garphyttan
Garphyttan

Shopping-Schwimmbad

Über die gute Schot­ter­strecke kehren wir danach wieder zurück in die Zivili­sa­tion und fahren zum ersten Einkauf nach Örebro. Der ICA, den wir per Google gefunden haben, ist in einer Art Kultur­zen­trum unter­ge­bracht – direkt nebenan finden wir das örtliche Hallenbad.

ICA und Hallenbad

Bärchen oder Ingo

Nachdem wir uns mit den üblichen Lecke­reien wie Kanel­bullar (Zimtschne­cken), Filmjölk (Dickmilch für die Blaubeeren) oder Läkerol-Lakritz-Pastillen versorgt haben, tanken wir noch einmal voll – das dritte Mal in drei Tagen. Da weint der Geldbeutel. Vor allem, wenn man wie wir bei CircleQ tankt, die mit den teuersten Preis (17 Kronen, ca. 1,70 €) aufrufen. Alle nachfol­genden Tankstellen sind ca. 6 Cent billiger. Annette prägt den Wahlspruch „Bärchen oder Ingo“. Bärchen ist das Symbol für die Preem-Tankstellen und Ingo ist hier kein Vorname, sondern eine Tankstelle…

Herrli­cher Norden

Jetzt soll es wirklich einen weiteren Schritt in die Wildnis geben: Wir fahren auf der 50 gen Norden. Und wenn sich hier die Landschaft mal weitet und man die große Breite der Szenerie mal mehr spüren kann als auf den endlosen Waldstü­cken wird es schnell grandios. Es kommt schon fast ein bisschen USA-Feeling auf, wenn man auf einer gut ausge­bauten Straße durch diese Aussichten gleitet. 

Ungefähr 100 Kilometer nördlich von Örebro befindet sich das Malingsbo-Kloten Natur­re­servat, was sich anhört, als sei es genau unser Ding. Einsam und verlassen, aber mit der Möglich­keit, an manchen Stellen mit dem Womo zu stehen. Am Rande des Reser­vats finden wir dann am Långvattnet einen ziemlich perfekten Platz. Ein toller, ebener Platz fernab der schon wenig befah­renen Haupt­straße mit Feuer­stelle und sogar einer Art Slipweg in den See. Wie genial ist das denn bitte?

Långsvattnet
Långsvattnet

Chillen leicht gemacht

Wir richten uns häuslich ein und machen erst mal eine Fika, die schwe­di­sche Kaffee­pause. Stilecht mit Kanelbullar. 

Kanelbullar

Und dann komme ich auch das erste Mal dazu die Drohne steigen zu lassen und mal die Lage aus der Luft zu sondieren. Das sieht aus der Luft noch mal so gut aus. Alles richtig gemacht!

Långsvattnet
Micha als Pilot
Långsvattnet
Långsvattnet
MoMo Suchbild…

Und nachdem wir uns mit Burgern vom Grill gestärkt haben, geht es anschlie­ßend aufs Wasser. Micha im Kajak und Annette im Badeanzug. Wobei: Eigent­lich ist das hier schon overdressed – FKK wäre genauso möglich gewesen. Denn auf dem Wasser ist es geradezu ohren­be­täu­bend still. Wir sind hier wirklich in the middle of nowhere. 

Haus am See
Micha im Kajak
Micha im Kajak
Annette im See

Und weil uns die Kriebel­mü­cken dann doch noch ins MoMo vertreiben, wird das am Ende ein Abend in unserem ganz persön­li­chen Haus am See.

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Der wilde Westen von Mull

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2 Kommentare

  1. Hallo,
    kurze Frage zu Vodafone X. Kann man die Karte liegen lassen und nur für die paar Wochen Urlaub nach Bedarf aufladen? Und wenn ja, wie? SMS, App? Und wird die Karte ungültig, wenn man sie länger nicht nutzt? Danke für die Tipps und die tollen Berichte. Wir waren dieses Jahr nur drei Wochen in Südschweden, dafür aber letztes Jahr fünf Woche durch N, S und Fi incl. Norkap. Am liebsten würde gleich wieder los … 🙂

    Antworten
    • Hallo Chris­toph,
      das mit dem Liegen lassen und neu aktivieren probiere ich gerade aus. Die Karte ist jetzt Mitte August “abgelaufen” und hat bis dahin 2 Monate völlig problemlos (und mit reich­lich Daten­nut­zung) funktio­niert. Wenn es in ein paar Wochen wieder losgeht, werde ich sie reakti­vieren und gucken was passiert. Ich bin da aber zuver­sicht­lich, denn auf der irischen Vodafone-Seite fragt man mich schon, ob ich noch mal 20€ aufladen will, um Vodafone X weiter zu nutzen. Wird wohl gehen. 🙂
      Ungültig wird die karte so schnell anschei­nend nicht. Ich hatte sie letzten Oktober(!) vor dem Lockdown gekauft und musste sie dann bis Juli liegen lassen. Sicher­heits­halber habe ich im Juni mit dem Vodafone-Support gechattet und die bestä­tigten mir, dass die Karte noch aktiv sei. Ich meine aber, mich dunkel zu erinnern, dass es schon eine Bestim­mung gab, dass die Karte nach 9(?) Monaten deakti­viert würde, deshalb meine Sorge.
      Was beim irischen “top up” für die Aktivie­rung etwas merkwürdig ist: Man muss den Betrag “in einem Rutsch” zahlen. Ich hatte noch ein Guthaben von 5€ und dachte mir, dass dann ja eine 15€-Überweisung aufs Guthabe-Konto ausrei­chen würde. Falsch gedacht. Das hat dann der Chat-Support für mich einge­stielt, aber ich wurde ermahnt, dass das eine einma­lige Kulanz­leis­tung sei. Macht zwar keinen Sinn, außer, dass Support teurer ist als automa­ti­sierte Prozesse, aber seisdrum.
      Und wo man wirklich aufpassen muss ist das Einstellen des richtigen APN. Mit dem falschen APN hast du im besten Fall keine Daten und im blödesten Fall (wie bei mir) rauscht dein Guthaben im Sekun­den­takt davon. Aber nachdem ich mein Lehrgeld bezahlt habe bin ich nach der Lappland-Tour wirklich begeis­tert. Für 20€ mit mobilem Router eine Auslands-Flat: traumhaft!

      Liebe Grüße
      Micha

      Antworten

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