Brückentag

6. Juli 2021

Nach einer extrem ruhigen Nacht wachen wir erst auf als unsere Nachbarn mit ihrem Womo schon aufbre­chen. Das ging aber schnell mit der Erholung!

Toffi vorm MoMo

Wir gucken beim Frühstück den beiden Pferden zu, die auf einer Art Treidel­pfad immer zwischen zwei Weiden hin und her wechseln können. Und wie Uhrwerke erledigen sie dann auch ihren Job.

Pferde

Toilet­ten­über­ra­schung

Unser Job ist auch heute wieder: Strecke machen. Denn wenn wir es ernst mit Lappland meinen, können wir nicht, wie sonst immer, vor uns hin trödeln und jedes lohnende Ziel am Weges­rand ansteuern.

Wir haben uns dieses Jahr für die Autobahn­strecke durch Dänemark und das Überfahren von Storebælt- und Öresund­brücke entschieden. Die Storebælt­brücke haben wir noch von 2019 in bester Erinne­rung. Und die Öresund­brücke müssen wir als Fans der schwe­di­schen „Brücke“-Krimis natür­lich auch mal endlich befahren.

Zuvor machen wir aber noch eine Rast am Parkplatz vor der Storebælt­brücke. Und weil es sich gerade anbietet, entsorgen wir noch ein bisschen Grauwasser. Ein kleiner Glücks­fall. Denn aus dem Womo, was hinter uns schon wartet, kommt eine Frau mit Urintank. Messer­scharf kombi­niere ich: Trenn­toi­lette. Auf die sind wir auch schon länger scharf, haben aber noch kein Modell gefunden, was wirklich zufrie­den­stel­lend in unser winziges Bad passt. Sie bestä­tigt meine Vermu­tung, dass sie eine Trenn­toi­lette hat und zeigt uns bereit­willig wie das bei ihr reali­siert ist. Denn was noch besser ist: Sie fährt auch ein Euramobil. Und zwar den Integra 650HS, der original das gleiche Bad hat wie unser 570HS. 

Trenntoilette im Eura Integra 650HS

Sie erklärt uns, dass der Trick an der Sache ist, dass man das Klo mit zwei Schrauben mal eben lösen kann und sich somit auch die Dusch­ab­tren­nung schließen lässt. Wir sind uns sicher: Das wird unser nächstes Projekt – nur blöd, dass wir es nicht vor der Lappland­tour schon reali­sieren konnten.

Erste Brücke

Unser letztes Projekt war die Anschaf­fung des Brobizz, eines Trans­pon­ders für die Mautge­bühren in Dänemark und Norwegen. Damit können wir jetzt durch die Express-Spuren an der Mautsta­tion fahren. Meine Vorstel­lung ist aller­dings, dass da doch bestimmt etwas schief­gehen wird…

Tut es aber nicht. Wir fahren mit angehal­tenem Atem auf die geschlos­sene Schranke mit roter Ampel zu, es macht plötz­lich „Piep!“ an dem kleinen Plastik­din­gens an unserer Windschutz­scheibe, die Ampel springt auf Grün um und die Schranke öffnet sich. Alles gut. An dieser Stelle noch mal ein fettes Danke­schön an den Nordland­blog, der das ganze Proze­dere mit den Mautsys­temen in Skandi­na­vien wirklich sehr gut erklärt hat.

Dänen­pick­nick

Kurz hinter der Brücke steuern wir dann einen feinen Picknick­park­platz am Meer an, den Annette ausge­kund­schaftet hat. Auf dem Weg nach Svens­trup fahren wir durch feinste dänische Ferien­haus­idylle und die Versu­chung, doch wieder kleiner Etappen zu machen und hierzu­bleiben ist schon recht groß.

Noch dazu, als wir den Strand(!)parkplatz ansteuern, den wir wieder mal fast für uns allein haben. Das lieben wir ja an Dänemark!

Kaffeepause in Svenstrup
Kaffeepause in Svenstrup

Wir machen also eine kleine Kaffee­pause und genießen den Ausblick aufs Meer. Es ist mittler­weile stark bewölkt und windig, aber überhaupt nicht kalt. 

Kaffeepause in Svenstrup
Kaffeepause in Svenstrup

Zweite Brücke

Auf den entspannten dänischen Autobahnen fahren wir weiter zur Öresund­brücke. Auch Kopen­hagen lassen wir buchstäb­lich links liegen und fahren hoch über dem Wasser gen Schweden – es ist ein bisschen wie fliegen.

Für alle, die jetzt fragen „Und wie waren die Corona-Kontrollen an den Grenzen?“ lautet die ganz schnöde Antwort: Nicht­exis­tent. In Dänemark wurden zwar verein­zelt Autos kontrol­liert, aber wir wurden mit dem MoMo einfach durch­ge­winkt. Und an der schwe­di­schen Grenze wurden zwar die Person kontrol­liert, aber auch hier wollte man nicht mal ansatz­weise unsere Beschei­ni­gung für die zwei Corona-Impfungen sehen. Wir waren fast schon persön­lich belei­digt, dass man unseren Impfschutz so wenig zu würdigen wusste…

Feiner Stell­platz

Auf der E20 Richtung Norden herrscht dann für schwe­di­sche Verhält­nisse richtig heftiger Verkehr, der erst auf der E4 Richtung Stock­holm deutlich weniger wird. Und zuneh­mend machen die großen Kornfelder Skånes für die Wälder auf beiden Seiten Platz. 

In Persköp finden wir einen Stell­platz, der wirklich nahe an Perfek­tion grenzt. Wunder­schön an einem kleinen See angelegt, sehr großzü­gige Stell­plätze, extremst sauber und mit liebe­vollen Details versehen. Und für 180 Kronen (ca. 18€) auch noch durchaus bezahlbar. Wir sind froh, dass wir für unseren ersten Abend in Schweden hier gelandet sind.

Stellplatz Persköps
Stellplatz Persköps
Stellplatz Persköps
Stellplatz Persköps

Der einzige Strich, der uns durch die Rechnung gemacht wird, ist der bald einset­zende Regen, der uns für den Rest des Abends ins MoMo vertreibt. Schade, wir hätten zu gerne einen ersten Abend im Freien verbracht. Aber das kommt sicher­lich schon sehr bald. 

Stellplatz Persköps
Abendessen im MoMo

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Der wilde Westen von Mull

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8 Kommentare

  1. Ha det så kul!

    Antworten
    • Tusen Tack!

      Antworten
  2. Liebe Annette, lieber Michael
    Ihr habt euch mit dem hohen Norden ja ein hohes Ziel gesetzt.
    Gute Fahrt und wir freuen uns auf weiter inter­es­sante Berichte.
    Auch wir sind in den Norden unter­wegs, aller­dings noch in Deutschland.
    Renate und Michael

    Antworten
  3. bin gerne dabei, gute Reise weiterhin 

    werner

    Antworten
  4. Danke für die schönen Bilder — und weiterhin eine schöne Reise !!
    schöne Grüsse joschr

    Antworten
  5. Falls ihr auf eine Trenn­toi­lette umrüsten wollt — die Airhead ist etwas kompakter als die Natures­Head, wenn auch nicht in der Tiefe (beide ca. 48 cm). Noch kleiner ist die C‑Head, da könnte ggf. sogar die Dusch­trenn­wand dran vorbei­gehen. Soweit mir bekannt ist, soll die Natures­Head auch in einer kleineren Version auf den Markt kommen.

    Antworten
    • Danke für den Tipp mit der Airhead, Kai — das könnte tatsäch­lich passen, ohne dass wir groß hantieren müssen. Es müsste von den Maßen eigent­lich reichen, wenn man zum Duschen dann den Urintank entfernt.

      Antworten
  6. In Persköp haben wir vor zwei Jahren auch übernachtet. Ein bezahl­barer Platz mit allem was man braucht. Sauber und nett.
    Schön wieder von euch zu lesen.
    viele Grüße Moni

    Antworten

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