Südfü­nen­glück
3. August 2019

Wir staunen nicht schlecht, als wir nach dem Aufwachen sehen, dass neben uns ein PKW mit Dachzelt steht. Wo ist der denn auf einmal herge­kommen? Und wir staunen gleich noch mal so viel, als wir sehen, dass da eine komplette Familie drin geschlafen hat. Vater, Mutter und 2 Töchter. Und die Mädels sind so ca. 8 und 12 Jahre alt. Das muss doch wahnsinnig eng sein! Und als sie uns dann noch erzählen, dass sie nach Norwegen wollen, wissen wir wirklich nicht mehr, ob das Irrsinn oder bewun­dernswert ist.

Wir stärken uns vor der Abreise noch mal mit einem Eis bei unserem netten Gastgeber. Aus dem wird aber in diesem Leben kein Geschäftsmann mehr. Denn nach meiner Bestellung von 2 Kugeln (aus nach dänischer Arith­metik 4…) füllt er die Hörnchen noch mit 2 Extra­kugeln auf, da er uns noch was Gutes tun möchte. Ein echt liebens­werter Gutmensch. Da könnte sich so mancher Schlecht­mensch aus der AfD mal ein Beispiel nehmen, wie man mit Fremden umgeht…

Teure Brücke

Auch wenn uns die beschau­liche Landschaft hier gut gefällt: Wir wollen heute weiter in Richtung Westen. Den westlich von uns liegt die große Insel Fünen. Die soll toll sein. Und da wir langsam aber sicher in Richtung Reiseende unterwegs sind, möchten wir uns zumindest die Option offen halten, dort noch ein paar Dinge zu entdecken. Los geht’s!

Weil unser schöner Stell­platz keine Entsor­gungs­mög­lichkeit hatte, wollen wir das noch mal erledigen. Und es gibt in unmit­tel­barer Nähe zur Mautstation der Storebælt-Brücke eine Entsor­gungs­station, von der wir uns erhoffen, dass man gleich­zeitig noch einen schönen Blick auf die Brücke erhaschen kann.

Wir müssen dann nach dem Entsorgen noch ein paar hundert Meter weiter fahren, um wirklich etwas von der Brücke sehen zu können, sind dann aber leicht verwundert. Denn hier, fast am Ende der Straße, gibt es einen Camping­platz mit angeschlos­senem Sandstrand. Und wirklich tollem Blick auf die Brücke. Aber eben auch mit den Geräu­schen, die eine so viel befahrene Strecke dann mit sich bringt. Fühlt sich so ein bisschen an wie Sandstrand-Camping an der Autobahn. Komisch!

Da wir mit unserem hohen MoMo an den franzö­si­schen Mautsta­tionen schon mal gerne falsch einge­stuft werden und dann einen teuren LKW-Tarif bezahlen sollen, fahren wir lieber an die menschen­be­setzten Schalter. Dort fragt mich die freund­liche Frau auch als erstes nach dem Gewicht und nennt mir dann den Preis. „Puh, teuer!“ denke ich mir. Und merke leider erst, als ich die Preise später noch mal im Internet checke, dass ich unsere kurze Länge von weniger als 6m hätte erwähnen müssen. Für 125 Kronen hätte man sich schöne Dinge kaufen können…

Die Überfahrt über die Brücke ist bei dem sonnigen Wetter, was wir heute haben, aller­dings auch ein tolles Erlebnis. Segel­boote rechts und links auf dem blau strah­lendem Meer. Und selbst die Windräder sehen hier irgendwie futuris­tisch richtig am Platz aus.

Glücks­platz

Wir haben uns dazu entschieden, einen Stell­platz auf der Insel Tåsinge anzusteuern, der sich sehr vielver­spre­chend anhört. Bis dahin fahren wir erst mal durch das uns groß vorkom­menden Städtchen Nyborg und die mittler­weile schon wohlbe­kannte dänische, von vielen Getrei­de­feldern geprägte Landschaft.

Svendborg, die größere Stadt am gleich­na­migen Sund, streifen wir nur und fahren über die Brücke hinüber nach Tåsinge. Irgendwie hat man sofort Insel­fe­eling, wenn man hier ankommt. Unser Stell­platz im Dörfchen Gammel Nyby ist dann eine reine Offen­barung: Großzügig angelegt, mit Strom, Wasser, Dusche und sogar Entsor­gungs­mög­lich­keiten auf einem ehema­ligen Bauernhof. Alles erst im letzten Jahr angelegt und mit dem Charme des Neuen, aber teilweise noch unfer­tigem. Uns gefällt’s!

Wir haben sehr schnell das Gefühl, angekommen zu sein und verbringen gerne den Nachmittag an unserem Platz mit Blick hinüber auf die wohl ebenfalls tolle Insel Langeland. Und in uns reift der Beschluss: Hier könnte man auch mehr als eine Nacht verbringen. Wir fühlen uns einfach wohl!

Abend­stimmung

Nachdem wir den Tag herrlich verbummelt haben, wollen wir abends dann doch mal zumindest unsere näherer Umgebung erkunden. Denn es gibt hier eine als Restaurant genutzte Windmühle und anscheinend sogar so etwas wie einen Ort.

Wir stiefeln also los und genießen die laue Abend­stimmung. Obwohl es gerade mal kurz nach 8 Uhr ist, scheint die Messe in der Windmühle schon gelesen. Es sieht schwer so aus, als würden sich gerade die letzten Gäste verab­schieden. Der Däne an sich scheint also auch eher ein früher Abend­esser zu sein.

Der Ort ist dann aller­dings auch sehr übersichtlich. Außer Heimat­museum und Kro gibt es nicht viel zu entdecken. Das spannendste ist da die Weide, die offen­sichtlich von ganz beson­deren Schafen bewohnt wird. Google übersetzt uns, dass es eine Rasse mit Nordic Card mit Heckfähre sei. Gut zu wissen!

Aber ansonsten: Schön hier!

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