Südfünenglück

Wir staunen nicht schlecht, als wir nach dem Aufwachen sehen, dass neben uns ein PKW mit Dachzelt steht. Wo ist der denn auf einmal hergekommen? Und wir staunen gleich noch mal so viel, als wir sehen, dass da eine komplette Familie drin geschlafen hat. Vater, Mutter und 2 Töchter. Und die Mädels sind so ca. 8 und 12 Jahre alt. Das muss doch wahnsinnig eng sein! Und als sie uns dann noch erzählen, dass sie nach Norwegen wollen, wissen wir wirklich nicht mehr, ob das Irrsinn oder bewundernswert ist.

Wir stärken uns vor der Abreise noch mal mit einem Eis bei unserem netten Gastgeber. Aus dem wird aber in diesem Leben kein Geschäftsmann mehr. Denn nach meiner Bestellung von 2 Kugeln (aus nach dänischer Arithmetik 4…) füllt er die Hörnchen noch mit 2 Extrakugeln auf, da er uns noch was Gutes tun möchte. Ein echt liebenswerter Gutmensch. Da könnte sich so mancher Schlechtmensch aus der AfD mal ein Beispiel nehmen, wie man mit Fremden umgeht…

Teure Brücke

Auch wenn uns die beschauliche Landschaft hier gut gefällt: Wir wollen heute weiter in Richtung Westen. Den westlich von uns liegt die große Insel Fünen. Die soll toll sein. Und da wir langsam aber sicher in Richtung Reiseende unterwegs sind, möchten wir uns zumindest die Option offen halten, dort noch ein paar Dinge zu entdecken. Los geht’s!

Weil unser schöner Stellplatz keine Entsorgungsmöglichkeit hatte, wollen wir das noch mal erledigen. Und es gibt in unmittelbarer Nähe zur Mautstation der Storebælt-Brücke eine Entsorgungsstation, von der wir uns erhoffen, dass man gleichzeitig noch einen schönen Blick auf die Brücke erhaschen kann.

Wir müssen dann nach dem Entsorgen noch ein paar hundert Meter weiter fahren, um wirklich etwas von der Brücke sehen zu können, sind dann aber leicht verwundert. Denn hier, fast am Ende der Straße, gibt es einen Campingplatz mit angeschlossenem Sandstrand. Und wirklich tollem Blick auf die Brücke. Aber eben auch mit den Geräuschen, die eine so viel befahrene Strecke dann mit sich bringt. Fühlt sich so ein bisschen an wie Sandstrand-Camping an der Autobahn. Komisch!

Da wir mit unserem hohen MoMo an den französischen Mautstationen schon mal gerne falsch eingestuft werden und dann einen teuren LKW-Tarif bezahlen sollen, fahren wir lieber an die menschenbesetzten Schalter. Dort fragt mich die freundliche Frau auch als erstes nach dem Gewicht und nennt mir dann den Preis. „Puh, teuer!“ denke ich mir. Und merke leider erst, als ich die Preise später noch mal im Internet checke, dass ich unsere kurze Länge von weniger als 6m hätte erwähnen müssen. Für 125 Kronen hätte man sich schöne Dinge kaufen können…

Die Überfahrt über die Brücke ist bei dem sonnigen Wetter, was wir heute haben, allerdings auch ein tolles Erlebnis. Segelboote rechts und links auf dem blau strahlendem Meer. Und selbst die Windräder sehen hier irgendwie futuristisch richtig am Platz aus.

Glücksplatz

Wir haben uns dazu entschieden, einen Stellplatz auf der Insel Tåsinge anzusteuern, der sich sehr vielversprechend anhört. Bis dahin fahren wir erst mal durch das uns groß vorkommenden Städtchen Nyborg und die mittlerweile schon wohlbekannte dänische, von vielen Getreidefeldern geprägte Landschaft.

Svendborg, die größere Stadt am gleichnamigen Sund, streifen wir nur und fahren über die Brücke hinüber nach Tåsinge. Irgendwie hat man sofort Inselfeeling, wenn man hier ankommt. Unser Stellplatz im Dörfchen Gammel Nyby ist dann eine reine Offenbarung: Großzügig angelegt, mit Strom, Wasser, Dusche und sogar Entsorgungsmöglichkeiten auf einem ehemaligen Bauernhof. Alles erst im letzten Jahr angelegt und mit dem Charme des Neuen, aber teilweise noch unfertigem. Uns gefällt’s!

Wir haben sehr schnell das Gefühl, angekommen zu sein und verbringen gerne den Nachmittag an unserem Platz mit Blick hinüber auf die wohl ebenfalls tolle Insel Langeland. Und in uns reift der Beschluss: Hier könnte man auch mehr als eine Nacht verbringen. Wir fühlen uns einfach wohl!

Abendstimmung

Nachdem wir den Tag herrlich verbummelt haben, wollen wir abends dann doch mal zumindest unsere näherer Umgebung erkunden. Denn es gibt hier eine als Restaurant genutzte Windmühle und anscheinend sogar so etwas wie einen Ort.

Wir stiefeln also los und genießen die laue Abendstimmung. Obwohl es gerade mal kurz nach 8 Uhr ist, scheint die Messe in der Windmühle schon gelesen. Es sieht schwer so aus, als würden sich gerade die letzten Gäste verabschieden. Der Däne an sich scheint also auch eher ein früher Abendesser zu sein.

Der Ort ist dann allerdings auch sehr übersichtlich. Außer Heimatmuseum und Kro gibt es nicht viel zu entdecken. Das spannendste ist da die Weide, die offensichtlich von ganz besonderen Schafen bewohnt wird. Google übersetzt uns, dass es eine Rasse mit Nordic Card mit Heckfähre sei. Gut zu wissen!

Aber ansonsten: Schön hier!

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