Törn auf Tjörn
13. Juli 2015

Jetzt geht es endlich wieder ans Meer. Und die beein­dru­ckende Tjörn-Brücke, die uns auf die Insel führen soll, ist schon von weitem zu sehen. Aber was auch sofort auffällt: Es herrscht sehr reger Verkehr. Sowohl in unsere Richtung als auch von der Insel weg gibt es einen kleinen Stau. Ob das ein schlechtes Omen ist? Als wir aber weiter in Richtung Rönnäng, unserem Zwischenziel, fahren, verlieren sich die Autos eins nach dem anderen, so dass wir bald wieder mehr oder weniger alleine auf der Straße sind. Puh!

In Rönnäng sind wir zunächst verwirrt, warum auf den vielen freien Parkplätzen keiner steht. Aber an jedem Parkplatz hängen auch Sonder­schilder, die wir als Anwoh­ner­parken inter­pre­tieren. Und der einzige größere Parkplatz ist dann auch entspre­chend voll: Kein Platz fürs MoMo… Und wieder einmal sind wir froh, dass wir den Womo-Führer von Schulz dabei haben, der einen Badeplatz “um die Ecke” empfiehlt. Der hat zwar nur eine maximale Stellzeit von 6 Stunden, aber für unseren Ausflug auf die Insel Åstol reicht das dicke.

Und wir haben mal wieder Glück, denn es wartet schon eine Fähre im Hafen, die bald losfährt. Vorher müssen wir aller­dings noch ein Ticket lösen — bisher waren wir ja regel­recht verwöhnt von den vielen kosten­losen Fährpas­sagen. Der Kapitän war in seinem früheren Leben anscheinend Formel1-Pilot — so rasant sind wir selten in einen Hafen einge­fahren! Man muss alerdings zu seiner Ehren­rettung sagen, dass niemand verletzt wurde…

Åstol ist eine wahrlich überschaubare Insel. Also eigentlich gibt es nur den ausge­sprochen länglichen Hafen und einen Knubbel voll Häuser. Der Rest sind Schären. Aber trotzdem, oder gerade deswegen, gefällt uns das (logischer­weise) autofreie Inselchen. Man ist ein bisschen aus der Zeit gefallen. Wir nehmen die Hafen­um­rundung in Angriff, um zur berühmten Rökeriet zu gelangen. Zumindest empfiehlt jeder Reise­führer diese Fisch­räu­cherei in den wärmsten Tönen.

Wir freuen uns, dass es neben der Rökeriet auch ein Restaurant gibt, denn mittler­weile haben wir guten Hunger. Erfreu­li­cher­weise gibt es Fisch­suppe — das ist ja mal wieder was für mich! In unserer Bestellung inklusive sind dann auch Brot und Wasser und Kaffee, die wir uns an einem Selbst­be­die­nungs­tisch gerne holen. Und die leckere Fisch­suppe mit Blick auf das Treiben im Hafen hat schon wirklich was!

Anschließend erkunden wir noch bisschen die Umgebung und entdecken das örtliche Schwimmbad. Eine Röhren­rutsche hinein in ein Natur­becken in den Schären hätten wir aller­dings nicht erwartet. Cool!

Auf der Rückfahrt genießen wir die Ausblicke in die Schären­land­schaft und freuen uns schon darauf, auch heute abend diese tolle Aussicht zu genießen.

Zurück an unserem MoMo-Parkplatz hat sich der kleine Strand richtig mit Leuten gefüllt. Ins Meer mag aber keiner so recht gehen, da es weiterhin ganz schön frisch ist und die Sonne gerne immer wieder hinter den Wolken verschwindet.

Wir brechen auf zu unserem heutigen Tagesziel: Klädes­holmen. Oder, um genauer zu sein: Mossholmen, was ein Inselchen davor ist und wo sich am Hafen auch ein Stell­platz befindet. Dieser ist leider durch Wohnmo­bi­listen, die sehr kreativ parken, schon voll belegt. Ich könnte mich zwar theore­tisch in eine Lücke zwischen zwei anderen noch hinein­quet­schen, aber dann wäre das schon sehr, sehr eng. Die freund­liche Damen im Hafenbüro hat aber guten Rat für mich: “Behind the mountain” (gemeint ist ein Schären­buckel auf dem Hafen­ge­lände) müsste eigentlich noch viel Platz sein. Und tatsächlich finden wir dort den gewünschten Platz für die Nacht. Und der Ausblick auf die im Hafen liegenden Boote gefällt mir fast noch besser als die Aussicht vom offizi­ellen Stell­platz. Gut gemacht.

Nach einem köstlichen Abend­essen mit geräu­cherten Lachs, Makrele und Garnele aus der Rökeriet wollen wir aber noch Klädes­holmen erkunden. Und das Örtchen gefällt uns noch viel besser, als wir es aus den gelesenen Beschrei­bungen erwartet hätten. Alles ist schnu­ckelig im typischen Schwe­denstil, aber man hat eigentlich nie den Eindruck, in einer Stadt in DER schwe­di­schen Urlaubs­region zu sein. Kaum Geschäfte, schon gar nicht mit Touris­tennepp, wenige Restau­rants, aber vor allem Wohnhäuser, von denen wir gar nicht sagen könnten, wie viele davon jetzt Ferien­woh­nungen sind und in wie vielen einfach Klädes­hol­mener leben. Zum Abschluss daher nicht viele Worte, sondern einfach viele Bilder aus dieser ausge­sprochen netten Stadt in den Schären.

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