Törn auf Tjörn

Jetzt geht es endlich wieder ans Meer. Und die beeindruckende Tjörn-Brücke, die uns auf die Insel führen soll, ist schon von weitem zu sehen. Aber was auch sofort auffällt: Es herrscht sehr reger Verkehr. Sowohl in unsere Richtung als auch von der Insel weg gibt es einen kleinen Stau. Ob das ein schlechtes Omen ist? Als wir aber weiter in Richtung Rönnäng, unserem Zwischenziel, fahren, verlieren sich die Autos eins nach dem anderen, so dass wir bald wieder mehr oder weniger alleine auf der Straße sind. Puh!

In Rönnäng sind wir zunächst verwirrt, warum auf den vielen freien Parkplätzen keiner steht. Aber an jedem Parkplatz hängen auch Sonderschilder, die wir als Anwohnerparken interpretieren. Und der einzige größere Parkplatz ist dann auch entsprechend voll: Kein Platz fürs MoMo… Und wieder einmal sind wir froh, dass wir den Womo-Führer von Schulz dabei haben, der einen Badeplatz “um die Ecke” empfiehlt. Der hat zwar nur eine maximale Stellzeit von 6 Stunden, aber für unseren Ausflug auf die Insel Åstol reicht das dicke.

Und wir haben mal wieder Glück, denn es wartet schon eine Fähre im Hafen, die bald losfährt. Vorher müssen wir allerdings noch ein Ticket lösen – bisher waren wir ja regelrecht verwöhnt von den vielen kostenlosen Fährpassagen. Der Kapitän war in seinem früheren Leben anscheinend Formel1-Pilot – so rasant sind wir selten in einen Hafen eingefahren! Man muss alerdings zu seiner Ehrenrettung sagen, dass niemand verletzt wurde…

Åstol ist eine wahrlich überschaubare Insel. Also eigentlich gibt es nur den ausgesprochen länglichen Hafen und einen Knubbel voll Häuser. Der Rest sind Schären. Aber trotzdem, oder gerade deswegen, gefällt uns das (logischerweise) autofreie Inselchen. Man ist ein bisschen aus der Zeit gefallen. Wir nehmen die Hafenumrundung in Angriff, um zur berühmten Rökeriet zu gelangen. Zumindest empfiehlt jeder Reiseführer diese Fischräucherei in den wärmsten Tönen.

Wir freuen uns, dass es neben der Rökeriet auch ein Restaurant gibt, denn mittlerweile haben wir guten Hunger. Erfreulicherweise gibt es Fischsuppe – das ist ja mal wieder was für mich! In unserer Bestellung inklusive sind dann auch Brot und Wasser und Kaffee, die wir uns an einem Selbstbedienungstisch gerne holen. Und die leckere Fischsuppe mit Blick auf das Treiben im Hafen hat schon wirklich was!

Anschließend erkunden wir noch bisschen die Umgebung und entdecken das örtliche Schwimmbad. Eine Röhrenrutsche hinein in ein Naturbecken in den Schären hätten wir allerdings nicht erwartet. Cool!

Auf der Rückfahrt genießen wir die Ausblicke in die Schärenlandschaft und freuen uns schon darauf, auch heute abend diese tolle Aussicht zu genießen.

Zurück an unserem MoMo-Parkplatz hat sich der kleine Strand richtig mit Leuten gefüllt. Ins Meer mag aber keiner so recht gehen, da es weiterhin ganz schön frisch ist und die Sonne gerne immer wieder hinter den Wolken verschwindet.

Wir brechen auf zu unserem heutigen Tagesziel: Klädesholmen. Oder, um genauer zu sein: Mossholmen, was ein Inselchen davor ist und wo sich am Hafen auch ein Stellplatz befindet. Dieser ist leider durch Wohnmobilisten, die sehr kreativ parken, schon voll belegt. Ich könnte mich zwar theoretisch in eine Lücke zwischen zwei anderen noch hineinquetschen, aber dann wäre das schon sehr, sehr eng. Die freundliche Damen im Hafenbüro hat aber guten Rat für mich: “Behind the mountain” (gemeint ist ein Schärenbuckel auf dem Hafengelände) müsste eigentlich noch viel Platz sein. Und tatsächlich finden wir dort den gewünschten Platz für die Nacht. Und der Ausblick auf die im Hafen liegenden Boote gefällt mir fast noch besser als die Aussicht vom offiziellen Stellplatz. Gut gemacht.

Nach einem köstlichen Abendessen mit geräucherten Lachs, Makrele und Garnele aus der Rökeriet wollen wir aber noch Klädesholmen erkunden. Und das Örtchen gefällt uns noch viel besser, als wir es aus den gelesenen Beschreibungen erwartet hätten. Alles ist schnuckelig im typischen Schwedenstil, aber man hat eigentlich nie den Eindruck, in einer Stadt in DER schwedischen Urlaubsregion zu sein. Kaum Geschäfte, schon gar nicht mit Touristennepp, wenige Restaurants, aber vor allem Wohnhäuser, von denen wir gar nicht sagen könnten, wie viele davon jetzt Ferienwohnungen sind und in wie vielen einfach Klädesholmener leben. Zum Abschluss daher nicht viele Worte, sondern einfach viele Bilder aus dieser ausgesprochen netten Stadt in den Schären.

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