Viele erste Male

Woran man sich in Schweden ja wirklich erst mal gewöhnen muss, ist die kurze Nacht. Abends geht und geht die Sonne nicht unter und ab 4 Uhr ist es in unserem Alkoven so hell, dass man, wie an einem Arbeitstag, noch den Drang zum Aufstehen verspürt. Und wie schön ist es dann, zu wissen, dass man, selbst wenn man noch richtig lange (also momentan bis 8) liegenbleibt, immer noch früher aktiv ist als der gewöhnliche Schwede. Denn nachdem unsere 2 Womo-Nachbarn am Vormittag weggefahren sind haben wir den See noch bis halb 12 Uhr für uns alleine und werden erst durch einen Angler in seinem Ruderboot aus der Zweisamkeit gerissen.

Kurz überlegen wir, ob wir einfach noch einen Tag an diesem netten Fleckchen bleiben. Wir beschließen dann aber doch weiterzufahren. Denn Ver- und Entsorgung haben wir auf unserer Tour noch gar nicht gemacht und wir wollen nicht riskieren, dass die Toilette überschwappt oder der Abwassertank bei der großen Hitze ein geruchsmäßiges Eigenleben entwickelt, dass wir dann die ganze Fahrt nicht mehr wegkriegen…

In meinen Notitzen finde ich den Campingplatz in Löckna am Bolmensee als attraktives Ziel. Was wir sehen, gefällt uns gut und so machen wir uns auf zu unserem ersten Campingplatzbesuch auf dieser Reise. Und weil wir gelesen haben, dass man besser zu früh als zu spät tankt und das ganze nur an Automaten und nur mit Kreditkarten funktioniert, wollen wir auch mal das Tanken in aller Ruhe ausprobieren. Und tatsächlich findet sich alsbald auch eine Tankstelle, neben der sogar eine Self-Service-Waschanlage zu finden ist, in die im Zweifelsfall sogar das MoMo passen würde. Das Tanken klappt dann wider Erwarten problemlos. Und nicht einmal über die künstliche Begrenzung auf 500 Kronen muss ich mir Gedanken machen, da der Sprit munter weiter fließt. Probetanken bestanden!

Direkt neben der Tanke ist ein Supermarkt und weil wir gerade beim Ausprobieren von schwedischen Besonderheiten sind, gucken wir also, was es so an Leckereien zu entdecken gibt. Und so füllt sich unser Einkaufskorb mit allerlei Vorräten, die aufgefüllt werden wollen und schwedischen Besonderheiten, die wir ausprobieren wollen. So zum Beispiel eine Krabbencreme für aufs Brot (lecker!) und Schoko-Karamell-Kekse (noch leckerer!).

Richtung Bolmen geht es dann durch immer uriger werdende Landschaft auf der “25” Richtung Osten. Am Straßenrand können wir uns für die großen Lupinenmengen begeistern und für die stylishen Starenkästen, die Annette für mich ablichtet. Kurz überlege ich, vor der Säule noch einmal Gas zu geben, damit wir ein ganz besonderes Erinnerungsfoto kriegen…

Als wir die 25 verlassen wird es richtig urig: Breit ausgebaut, total einsam und schnurgerade durch die Wildnis. Und als wir auch diese Straße verlassen, wird es noch ein bisschen uriger, bis wir plötzlich in einem ganz reizenden, fast schon jedes Schweden-Klischee erfüllenden Dörfchen am Bolmensee rauskommen. Nee, wat is dat nett! Der Weg zum Campingplatz führt dann aber wieder einige Kilometer auf kleinen Straßen, so dass wir schon zweifeln, ob das seine Richtigkeit hat. Tatsächlich aber kommen wir am Ziel aus und werden auch gleich von anderen Urlaubern aus Deutschland angesprochen. In der Rezeption sei keiner, die kämen erst ab 5 wieder. Unsere Frage, ob es noch freie Plätze gebe, belustigt sie: “Da sind noch mehr Plätze frei als belegt sind!” Während wir uns am Hauptgebäude umgucken, kommt ein netter älterer schwedischer Herr auf uns zu und fragt auf englisch ob er uns helfen könne. Er ist wohl so etwas wie der Lagerälteste und hat sogar einen Schlüssel für die Räumlichkeiten auf Lager, den er uns netterweise aushändigt. Wir könnten uns einfach einen Platz aussuchen.

Nach einer ausgiebigen Runde über den gar nicht so großen Platz entscheiden wir uns für einen der 4 noch komplett freien Plätze direkt am Seeufer. Komisch, dass die keiner will? Wir zumindest sind zufrieden! Und nachdem wir uns im genau richtig kühlen See erfrischt haben, wird den Rest des Tages gegammelt. Denn selbst das Einchecken an diesem netten Campingplatz mit seiner perfekt deutsch sprechenden Platzwartin ist so was von entspannt, dass die schwierigste Entscheidung des Tages die Wahl zwischen Bier oder Wein für einen netten Abend bleibt…

10 Kommentare
  1. Axel & Anke sagte:

    Hei , Hei
    da habt Ihrs ja gut angetroffen :-)! Sind auf Eure weiteren Berichte gespannt…….. TAKE CARE and ENJOY YOUR SELF 😉

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  2. Axel & Anke sagte:

    Hei , Hei
    da habt Ihrs ja gut angetroffen :-)! Sind auf Eure weiteren Berichte gespannt…….. TAKE CARE and ENJOY YOUR SELF 😉

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  3. Axel & Anke sagte:

    Hei , Hei
    da habt Ihrs ja gut angetroffen :-)! Sind auf Eure weiteren Berichte gespannt…….. TAKE CARE and ENJOY YOUR SELF 😉

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  4. Beat Hofstetter sagte:

    Es ist immer wieder schön, eure interessanten Tagesberichte zu lesen und die tollen Bilder anzusehen. Man hat das Gefühl grad selber mit auf der Reise zu sein!

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  5. Birgit Lambotte sagte:

    Vielen Dank für die kurzweilige Begleitung eures Abenteuerurlaubs! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung! Viel Spaß weiterhin und liebe Grüße vom heißen Bodensee, Birgit und Familie

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    • Michael Mönsters sagte:

      Heute hatten wir wirklich Abenteuerurlaub! Mehr dann im kompletten Blogeintrag… 😉

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  6. Hans-Werener Stromberg sagte:

    Boh glaubse is dat wat dolles wüddee Herbert getz sagen. Wäre gerne dabei.Alternativ schwitze ich dafür in Solingen.
    Bis bald
    Ha.We.

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    • Michael Mönsters sagte:

      Das Schwitzen hat sich hier erst mal erledigt. nach Regen über Nacht erst mal nur noch Temperaturen um die 20 Grad.

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