Viele erste Male
5. Juli 2015

Woran man sich in Schweden ja wirklich erst mal gewöhnen muss, ist die kurze Nacht. Abends geht und geht die Sonne nicht unter und ab 4 Uhr ist es in unserem Alkoven so hell, dass man, wie an einem Arbeitstag, noch den Drang zum Aufstehen verspürt. Und wie schön ist es dann, zu wissen, dass man, selbst wenn man noch richtig lange (also momentan bis 8) liegen­bleibt, immer noch früher aktiv ist als der gewöhn­liche Schwede. Denn nachdem unsere 2 Womo-Nachbarn am Vormittag wegge­fahren sind haben wir den See noch bis halb 12 Uhr für uns alleine und werden erst durch einen Angler in seinem Ruderboot aus der Zweisamkeit gerissen.

Kurz überlegen wir, ob wir einfach noch einen Tag an diesem netten Fleckchen bleiben. Wir beschließen dann aber doch weiter­zu­fahren. Denn Ver- und Entsorgung haben wir auf unserer Tour noch gar nicht gemacht und wir wollen nicht riskieren, dass die Toilette überschwappt oder der Abwas­sertank bei der großen Hitze ein geruchs­mä­ßiges Eigen­leben entwi­ckelt, dass wir dann die ganze Fahrt nicht mehr wegkriegen…

In meinen Notitzen finde ich den Camping­platz in Löckna am Bolmensee als attrak­tives Ziel. Was wir sehen, gefällt uns gut und so machen wir uns auf zu unserem ersten Camping­platz­besuch auf dieser Reise. Und weil wir gelesen haben, dass man besser zu früh als zu spät tankt und das ganze nur an Automaten und nur mit Kredit­karten funktio­niert, wollen wir auch mal das Tanken in aller Ruhe auspro­bieren. Und tatsächlich findet sich alsbald auch eine Tankstelle, neben der sogar eine Self-Service-Wasch­anlage zu finden ist, in die im Zweifelsfall sogar das MoMo passen würde. Das Tanken klappt dann wider Erwarten problemlos. Und nicht einmal über die künst­liche Begrenzung auf 500 Kronen muss ich mir Gedanken machen, da der Sprit munter weiter fließt. Probe­tanken bestanden!

Direkt neben der Tanke ist ein Super­markt und weil wir gerade beim Auspro­bieren von schwe­di­schen Beson­der­heiten sind, gucken wir also, was es so an Lecke­reien zu entdecken gibt. Und so füllt sich unser Einkaufskorb mit allerlei Vorräten, die aufge­füllt werden wollen und schwe­di­schen Beson­der­heiten, die wir auspro­bieren wollen. So zum Beispiel eine Krabben­creme für aufs Brot (lecker!) und Schoko-Karamell-Kekse (noch leckerer!).

Richtung Bolmen geht es dann durch immer uriger werdende Landschaft auf der “25” Richtung Osten. Am Straßenrand können wir uns für die großen Lupinen­mengen begeistern und für die stylishen Staren­kästen, die Annette für mich ablichtet. Kurz überlege ich, vor der Säule noch einmal Gas zu geben, damit wir ein ganz beson­deres Erinne­rungsfoto kriegen…

Als wir die 25 verlassen wird es richtig urig: Breit ausgebaut, total einsam und schnur­gerade durch die Wildnis. Und als wir auch diese Straße verlassen, wird es noch ein bisschen uriger, bis wir plötzlich in einem ganz reizenden, fast schon jedes Schweden-Klischee erfül­lenden Dörfchen am Bolmensee rauskommen. Nee, wat is dat nett! Der Weg zum Camping­platz führt dann aber wieder einige Kilometer auf kleinen Straßen, so dass wir schon zweifeln, ob das seine Richtigkeit hat. Tatsächlich aber kommen wir am Ziel aus und werden auch gleich von anderen Urlaubern aus Deutschland angesprochen. In der Rezeption sei keiner, die kämen erst ab 5 wieder. Unsere Frage, ob es noch freie Plätze gebe, belustigt sie: “Da sind noch mehr Plätze frei als belegt sind!” Während wir uns am Haupt­ge­bäude umgucken, kommt ein netter älterer schwe­di­scher Herr auf uns zu und fragt auf englisch ob er uns helfen könne. Er ist wohl so etwas wie der Lageräl­teste und hat sogar einen Schlüssel für die Räumlich­keiten auf Lager, den er uns netter­weise aushändigt. Wir könnten uns einfach einen Platz aussuchen.

Nach einer ausgie­bigen Runde über den gar nicht so großen Platz entscheiden wir uns für einen der 4 noch komplett freien Plätze direkt am Seeufer. Komisch, dass die keiner will? Wir zumindest sind zufrieden! Und nachdem wir uns im genau richtig kühlen See erfrischt haben, wird den Rest des Tages gegammelt. Denn selbst das Einchecken an diesem netten Camping­platz mit seiner perfekt deutsch sprechenden Platz­wartin ist so was von entspannt, dass die schwie­rigste Entscheidung des Tages die Wahl zwischen Bier oder Wein für einen netten Abend bleibt…

10 Kommentare

  1. Hei , Hei
    da habt Ihrs ja gut angetroffen :-)! Sind auf Eure weiteren Berichte gespannt.….… TAKE CARE and ENJOY YOUR SELF 😉

    Antworten
    • Machen wir! 🙂

      Antworten
  2. Hei , Hei
    da habt Ihrs ja gut angetroffen :-)! Sind auf Eure weiteren Berichte gespannt.….… TAKE CARE and ENJOY YOUR SELF 😉

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  3. Hei , Hei
    da habt Ihrs ja gut angetroffen :-)! Sind auf Eure weiteren Berichte gespannt.….… TAKE CARE and ENJOY YOUR SELF 😉

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  4. Es ist immer wieder schön, eure inter­es­santen Tages­be­richte zu lesen und die tollen Bilder anzusehen. Man hat das Gefühl grad selber mit auf der Reise zu sein!

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    • Dann erfüllt es ja seinen Zweck, so soll es sein! 🙂

      Antworten
  5. Vielen Dank für die kurzweilige Begleitung eures Abenteu­er­ur­laubs! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung! Viel Spaß weiterhin und liebe Grüße vom heißen Bodensee, Birgit und Familie

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    • Heute hatten wir wirklich Abenteu­er­urlaub! Mehr dann im kompletten Blogeintrag… 😉

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  6. Boh glaubse is dat wat dolles wüddee Herbert getz sagen. Wäre gerne dabei.Alternativ schwitze ich dafür in Solingen.
    Bis bald
    Ha.We.

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    • Das Schwitzen hat sich hier erst mal erledigt. nach Regen über Nacht erst mal nur noch Tempe­ra­turen um die 20 Grad.

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