Staren­schreck im Weinberg
2. Oktober 2019

Nachdem das neue MoMo reise­fertig gepackt ist können wir uns auf den Weg machen. Ein Kurztrip in die Pfalz scheint uns genau das richtige für die Jungfern­fahrt zu sein. Eine Woche lang wollen wir alles Neue auspro­bieren und gucken, was wir an unseren Stauraum­lö­sungen noch optimieren können.

Alles neu

Denn mit dem vielen Platz in der für unsere Verhält­nisse gigan­ti­schen Heckgarage sind wir leicht überfordert. Und auch an die neue Anordnung der Schränke und Staufächer muss man sich erst mal gewöhnen.

Das Fahren mit der 150PS-Maschine macht auf jeden Fall schon mal mehr Spaß als mit dem alten MoMo. Vor allem bei höheren Geschwin­dig­keiten läuft es merklich ruhiger und dröhnt nicht so sehr. Gefällt mir!

Auch die Hunde müssen sich umgewöhnen. Es gibt jetzt nicht mehr die kuschelige Höhle unter der Dinette oder einen Rausguck­platz auf der Bank hinter dem Fahrersitz. Statt­dessen macht es sich Elli, nachdem die erste Aufregung sich gelegt hat, zwischen Annette und mir bequem und genießt die gelegent­liche Strei­chel­einheit von rechts oder links. Und Mia liegt auf ihrem Lieblings­kus­chel­kissen hinter Annette und scheint damit auch sehr zufrieden zu sein.

Bonnheimer Hof

Wir haben uns den Bonnheimer Hof südlich von Bad Kreuznach als Etappenziel rausge­sucht. Es gibt dort einen schönen Stell­platz für Womos und (für uns ja mindestens genau so wichtig) auch etwas leckeres zu essen!

Als wir dort ankommen, sieht alles schon mal vielver­spre­chend aus. Links und rechts des Weges jede Menge Klein- und Großvieh. Und auch der gepflas­terte Stell­platz hinter dem Gutshof macht einen guten Eindruck. Eine Strom­ver­sorgung würde uns 2€ kosten, aber wir wollen ja gucken, wie lange wir mit unserem neuen Solar­panel auf dem Dach jetzt auch autark stehen könnten. Also Landstrom nur im Notfall!

Durch die Weinberge

Wir wollen uns das Abend­essen redlich verdienen. Also nehmen wir die Hunde und machen uns auf den Weg durch die Weinberge.

Denn wir befinden uns hier wieder im Weinbau­gebiet. Und wie wir später vom Kellner erfahren, befinden wir uns am Übergang vom Weinbau­gebiet an der Nahe zu Rhein­hessen. Aber auf jeden Fall schon in der Nordpfalz.

Es ist eine herrliche Herbst­abend­stimmung. Nicht mehr sommerlich warm, aber trotzdem sonnig. Und noch nicht so kühl, dass man trotz Sonnen­scheins leicht frieren würde. Perfekt.

Der Kracher

Wir spazieren durch die Weinberge und wundern uns über das stete Böllern, was man immer wieder hört. Ist hier tagsüber Jagd? Annette hat aber eine logische Erklärung: In der Ferne kann man einen Stein­bruch sehen. Es werden also Spren­gungen sein.

Als wir weiter gehen hören wir lautes Raubvo­gel­ge­schrei. Aber so sehr wir auch Ausschau halten: Am Himmel ist tote Hose. Wir vermuten, dass die Vögel in einem Wäldchen leben, was man auf einer Bergkuppe sehen kann. Nur komisch, dass man keinen von ihnen am Himmel sieht!

Erst als wir auf dem Rückweg sind, fällt bei mir der Groschen. Denn urplötzlich hört das wüste Zetern der Raubvögel auf. Wie kann das denn sein? Und ich zähle eins und eins zusammen: Die leckeren Weintrauben schmecken bestimmt nicht nur uns Menschen! Und als ich etwas genauer in die Reben schaue, sehe ich auch, woher diese wirklich beängs­ti­gende Geräusch­ku­lisse kommt: Es sind Lautsprecher, die über den Weinberg verteilt mal hier mal da für Radau sorgen. Es sind akustische Vogel­scheuchen, die kleinere Vögel abschrecken sollen!

Und wie wir dann schon vermuten, sind auch die Böller nicht von einer Jagdge­sell­schaft oder einem Stein­bruch, sondern auch diese dienen der Abschre­ckung. Wie wir von zwei ansäs­sigen Hunde­s­pa­zier­gängern erfahren läuft das ganze unter dem Begriff Staren­schreck

Spansauessen

Bevor wir auf unseren Weg durch die Weinberge aufge­brochen sind, hatten wir noch einen Tisch im Bonnheimer Hof reser­viert. Denn heute Abend gibt es eine Spansau als Spezia­li­tä­ten­an­gebot. Wir sind dabei!

Und es lohnt sich. Denn nicht nur ist das ausge­wachsene Spanferkel sehr lecker, auch die zum Spansauessen gehörenden Salate, die Füllsel­kar­toffeln und der Feder­weißer munden uns gar köstlich. Ich muss aller­dings, trotz Riesen­hunger, vor den letzten paar Bissen kapitu­lieren. Und als Annette mir erzählt, dass ja auch noch ein Nachtisch zum Spansauessen gehört, bin ich wohl leicht blass geworden. Aber für eine Schoko­la­den­creme ist dann ja doch irgendwie immer noch Platz…

Wir kippen aber nachher im MoMo trotzdem noch prophy­lak­tisch einen Killepitsch zum Verdauen…

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