Pfälzer Höhen
3. Oktober 2019

Unsere erste Nacht im neuen MoMo! Und da die Leselampe im Eura, anders als bei unserem Knaus, auf der rechten Seite angebracht ist, liegen wir jetzt genau anders herum als gewohnt. Das irritiert mehr als man meinen sollte! Aber es unter­streicht auch noch mal, das alles anders wird. Gut so!

Schöner Stell­platz

Wir genießen in vollen Zügen das Frühstück am fast doppelt so großen Tisch in unserer Rundsitz­gruppe. Endlich kein Frühstücks­jenga mehr mit den Frühstücks­uten­si­lien! Und ich male mir schon aus, wie das wird, wenn man nicht auf den Parkplatz einer Gutsschänke guckt, sondern auf Fjorde, Strände oder Berggipfel.

Uns zieht es weiter. Aber nur ein paar Kilometer weiter südlich. Denn in Waldgreh­weiler soll es am Wasser­haus einen hochge­lobten kosten­losen Stell­platz im nördli­chen Pfälzer­wald geben.

Wir fahren entspannt durch leicht geschwun­gene Straßen vorbei an kleinen Örtchen und leider schon fast verblühten Sonnen­blu­men­fel­dern und Wildwiesen. Im Sommer hat das hier bestimmt toll ausge­sehen! Aber auch jetzt gefällt uns die Landschaft gut. Sehr ländlich, sehr ruhig. So wie wir es mögen.

Der kosten­lose Stell­platz am Wasser­haus ist dann wirklich ein kleines Schmuck­stück. Zwei terras­sen­ar­tige Ebenen, Ver- und Entsor­gungs­mög­lich­keiten, eine Tafel mit den Wander­wegen der Region und sogar ein kleines Buch- und Spiel­haus in dem man sich im Austausch gerne auch ein Buch (oder Spiel) nehmen darf. Das alte Wasser­haus beinhaltet dann die Sanitär­an­lagen, die gegen eine Gebühr von 10€ genutzt werden dürfen. Wenn nicht die Ver- und Entsor­gungs­säule defekt wäre also ein klasse Platz! Wir fragen uns nur wofür? Denn im Ort gibt es leider keine Bäckerei oder ein Restau­rant, wo man dann sein Geld lassen kann. Wir freuen uns aber trotzdem über ein so tolles Angebot.

Auf die Hochebene

Um die Spansau von gestern abzutrai­nieren wollen wir uns heute etwas bewegen. Und die Auswahl an Wander­wegen ist erstaun­lich vielfältig und bestens beschrieben und ausge­schil­dert. Auch hiervon sind wir begeis­tert. Wir entscheiden uns für die Uhu-Route, die uns auf die Hochebene auf dem Roßberg bringen wird.

Unsere Sorge, dass der erste Teil entlang der Landstraße unange­nehm werden würde, erweist sich als unbegründet. Die Straße ist wenig befahren und breit genug. Die Landschaft um uns herum befindet sich noch in den Herbst-Start­lö­chern. Hier und da ein bisschen gelb und rot, aber größten­teils noch grün.

Wir errei­chen recht bald die Wolfs­mühle, die ein bisschen wie ein Lost Place aussieht. Alles zugewu­chert und verwun­schen, aber in den intakten Fenstern hängen Gardinen. Wenn hier wirklich noch jemand wohnt, ist das nachts bestimmt irgendwas zwischen stimmungs­voll und gruselig!

Nachdem wir die Wolfs­mühle hinter uns gelassen haben geht es bergauf. Da wir uns bei Tempe­ra­turen um die 10° etwas wärmer angezogen haben, kommen wir ganz gut ins Schwitzen. Aber wenn man eine kleine Rast mit dem Ausblick über den nördli­chen Pfälzer Wald machen kann ist die Anstren­gung auch wieder schnell vergessen. Schön hier!

Windrad­park

Im weiteren Verlauf kommen wir durch einen Windrad­park, in dem sich die Räder bei leichtem Niesel­regen nur mäßig begeis­tert drehen. Immerhin können wir am Quiet­schen eines Windrades erkennen, dass diese sich offen­sicht­lich nach der Windrich­tung ausrichten. War mir vorher noch nie so aufge­fallen. Und die Aussicht von hier oben auf dem Roßberg­pla­teau ist wirklich beeindruckend.

Auf dem Weg zurück zum MoMo begegnen uns noch 3 Rehe und 2 Wanderer, die ebenfalls mit ihrem Womo am Wasser­haus stehen. Wir empfehlen ihnen den Weg nach oben, sind aber dann doch froh, als wir es uns im MoMo wieder gemüt­lich machen können.

Gemüt­li­cher Abend

Annette erweist sich dann noch als guter Engel und erklärt zwei Frauen, die das erste Mal mit einem Mietwomo unter­wegs sind, dass es keine so gute Idee ist, eine Chemietoi­lette in ein reguläres Klo zu entleeren. Geht euch das als erfah­rene Wohnmo­bi­listen auch so, dass ihr immer denkt, dass die anderen auch schon alte Hasen sein müssen? Dabei dürfte die Quote der Ersttäter oder Gelegen­heits­mieter doch viel höher sein!

Wir genießen den Abend in unserer Hecksitz­gruppe, da es fürs Draußen­sitzen leider schon zu kühl ist. Aber von Stunde zu Stunde kommt uns das neue MoMo vertrauter und schöner vor. Denn auch das Kochen und die Mahlzeiten kommen einem im neuen Fahrzeug irgendwie auf einmal bedeu­tend schöner vor.

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