Finale
30. Juli 2015

Wie es eine Rückreise (und Heimkehr) so mit sich bringt, bleibt auf einmal nur noch wenig Zeit zum Bloggen — siche­res Zeichen dafür, dass der Urlaub zu Ende ist. Danke an alle, die schon besorgt nachge­fragt haben, ob etwas passiert sei! So here’s what happened, mit leich­ter Verspä­tung:

Kleine Überra­schung am Morgen: es ist tatsäch­lich noch Fahrzeug Nummer 3 dazuge­kom­men! Es ist aller­dings nur ein PKW, wo hinter einem eher notdürf­ti­gen Sicht­schutz anschei­nend der Fahrer auf dem Sitz genäch­tigt hat. Da tut mir alleine schon beim Anblick der Rücken weh! Da er aber sozial­kom­pa­ti­bel geparkt hat, ist die Abfahrt kein Problem. Auch wenn mein Puls ein bisschen höher geht, als mich unser Womo-Nachbar fragt, ob unsere Fähre nicht um 8 Uhr losge­fah­ren ist und man gleich­zei­tig am Horizont tatsäch­lich  eine auslau­fende Fähre sieht! Aber nach kurzem Check der Unter­la­gen bin ich beruhigt: Alles gut, wir fahren erst um 9.30 Uhr.

Wehmü­tig und glück­lich zugleich fahren wir unsere letzten paar Kilome­ter zum Fährter­mi­nal und verschwin­den schon bald darauf im Bauch von Nils Holgers­son, dem Zwillings­bru­der von Peter Pan, unserem Schiff auf der Hinfahrt.

An Bord kennen wir uns daher auch perfekt aus und steuern erst mal unsere Kabine an, um uns häuslich einzu­rich­ten. Erwähnte ich schon, dass wir ab sofort Kabinen-Fans sind? Nach dem Abladen unserer Sachen gehen wir aber wieder an Deck und genie­ßen bei Sonnen­schein den letzten Blick auf den Trelle­bor­ger Hafen. Und bis auf den kleinen Janosch, der begeis­tert in die Pfützen an Deck springt und Annette und mich mit einer Fontäne beglückt, läuft alles nach Plan. Denn der für die Überfahrt angekün­digte Regen und Sturm lässt sich nirgendwo blicken, so dass wir uns auf dem Sonnen­deck nieder­las­sen und wieder kreuz­fah­ren.

Erst 2 Stunden nach der Abfahrt wird es bedeck­ter, weshalb wir uns erst mal in die Gemächer zurück­zie­hen. Und dort dann auch bis auf Mittag­essen und Duty-Free-Shoppen mehr oder weniger gepflegt unsere Zeit verbrin­gen, denn das Wetter lädt nun tatsäch­lich nicht zu einem Deckspa­zier­gang ein.

Inter­es­sante Notiz am Rande: Die Überfahrt dauert statt­li­che 9 Stunden und könnte durch­aus flotter sein. Wie ich aber in einem Gespräch mit einem offen­sicht­lich langjäh­ri­gen Schwe­den­fah­rer mithöre, ging das früher durch­aus schnel­ler. Aufgrund der hohen Sprit­kos­ten fahren die Schiffe mittler­weile aber einfach nur noch mit reduzier­ter Kraft. Vielleicht dauert die Fahrt in 5 Jahren dann schon 12 Stunden?

Wieder in Deutsch­land angekom­men, müssen wir erst mal dringend tanken, denn in Trelle­borg war unsere Tankan­zeige auf Reserve gesprun­gen. Und da der Sprit in Deutsch­land dann doch deutlich günsti­ger ist, haben wir natür­lich gerne mit dem Tanken gewar­tet. Ist ja auch kein Problem: Ich habe mir schon eine Tanke ausge­sucht und lasse mich vom Navi dort hin lotsen. Clever! Aber warum fahren wir dann von der schön breiten Bundes­straße ab und sollen durch eine Anlie­ger­straße fahren? Und warum ist das letzte Stück so verdäch­tig eng? Und warum sehen wir die Tankstelle nur von hinten? Und warum ist die Zufahrt zur Tankstelle so eng und zugewach­sen, dass wir dort tunlichst nicht lang fahren? Vielleicht einfach, weil die korrekte Zufahrt direkt an der schön breiten Bundes­straße liegt! Also alles wieder zurück…!

Nun geht es aber zügig weiter und wir haben vor, die Reise so zu beenden, wie sie begon­nen hat. Mit einem lecke­ren Essen im Jann-Hinsch-Hof. Annette ruft aber sicher­heits­hal­ber an, um zu fragen, ob die Küche um 21 Uhr noch auf hat und ob wir dort mit dem MoMo anschlie­ßend über Nacht stehen dürfen. Erste­res ist kein Problem, zweite­res aber wohl schon. No Womos!  Zuerst überle­gen wir, in Gehnähe einen anderen Übernach­tungs­platz zu suchen. Gleich­zei­tig ärgern wir uns aber die Ungast­lich­keit und wollen das eigent­lich nicht honorie­ren. Und dann habe ich die rettende Idee: Vor 2 Jahren haben wir in Ollsen in der Lünebur­ger Heide das Restau­rant “Zur Eiche” entdeckt. Und wir versu­chen wieder unser Glück per Telefon, reser­vie­ren einen Tisch und kriegen grünes Licht für die Nächti­gung. So muss das sein!

Und wir sind wieder begeis­tert von dem, was die Küche dort zaubert und wie freund­lich der Service ist. Wir werden als “die mit dem Wohnmo­bil” nett in Empfang genom­men und sind am Ende froh, dass wir pummel­satt nur noch ein paar Meter in unser MoMo rollen müssen. Und geschla­fen haben wir dann auch noch gut. Dicke Empfeh­lung!

Am nächs­ten Tag sollte es dann eigent­lich schnell nach Hause gehen, aber Annette entdeckt entlang der Autobahn eine der riesi­gen Werbe­ta­feln für das Soltauer Outlet-Center. Wir beschlie­ßen, dort hin zu fahren, falls es einen Desigual-Shop gibt. Denn dann würde ich mir gerne noch eine Jeans kaufen… Es gibt. Also biegen wir ab und starten mit dem Vorsatz, mal schnell alles zu checken und dann wieder zu verduf­ten. Hat nicht ganz geklappt…

Einige Euro ärmer, aber mit netten Käufen in den Taschen verlas­sen wir das Center, nicht ohne den riesi­gen Parkplatz zu bestau­nen, der sich schon gut gefüllt hat. Und **das** soll in Lennep integriert werden? Never!

Mit einigen Staus wird die Rückfahrt dann zwar kein großes Vergnü­gen, aber auch nicht beson­ders anstren­gend. Trotz­dem weine ich dem ultra-relax­ten Fahren in Schwe­den schon jetzt ein paar Tränchen nach. Sicher sind für uns nach diesen 4 Wochen 2 Dinge:

Schwe­den, wir kommen wieder!

Wir sind auch nach 4 Wochen kein bisschen MoMo-müde und wären gerne noch mal 4 Wochen gefah­ren. So müssen wir jetzt halt ein bisschen warten (aber Gottsei­dank auch nur ein bisschen), bis die Herbst­fe­rien kommen. Es kann gar nicht schnell genug gehen…

1 Kommentar

  1. Schöne Reise durch Schwe­den, tolle Berichte 🙂
    Da bin ich glatt ein bisschen neidisch!

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