Bretagne Total

11. Oktober 2021

Morgens ist es mystisch neblig am Kanal. Un ein wenig ungemüt­lich. Weswegen wir uns für noch mal Umdrehen im Alkoven entscheiden.

Nantes-Brest-Kanal
Nantes-Brest-Kanal

Aber eigent­lich ist unsere Radtour am Kanal ein fester Plan. Wir setzen ihn nur etwas später um als geplant. Denn die Sonne lässt sich lange bitten, bis sie sich durch die Wolken gekämpft hat.

Nantes-Brest-Kanal
Nantes-Brest-Kanal

La Velodyssee

Wir fahren ein Stück der Velodyssee, einer touris­ti­schen Fahrrad­route von Roscoff in der Nordbre­tagne bis nach Hendaye an der spani­schen Grenze. Und ich behaupte mal: Es ist nicht das Schlechteste!

Nantes-Brest-Kanal
Nantes-Brest-Kanal

Wir fahren am Ufer des Kanals entlang und genießen die leicht begin­nende Herbst­fär­bung der Bäume und die absolut fried­liche Stimmung, die hier herrscht. Wunderschön! 

Wir nehmen uns vor, dass wir jetzt auf jeder Breta­gne­fahrt einen Teil der Kanal­strecke absol­vieren werden, so gut gefällt es uns hier.

Nantes-Brest-Kanal
Nantes-Brest-Kanal
Nantes-Brest-Kanal

Village fleuri

Der Abschied vom Kanal fällt uns fast ein bisschen schwer, aber wir haben für heute noch ein volles Programm. Nächste Attrak­tion: Wir besuchen Roche­fort-en-Terre, eines der vielen Village fleuri, dieser beson­ders üppig mit Blumen dekorierten kleinen Dörfer, die es in Frank­reich in verschie­denen Abstu­fungen gibt: 1–4 Blumen sind in der Bewer­tung drin. 

Es versteht sich von selbst, dass Roche­fort-en-Terre derer 4 erhalten hat. Denn dieses Dorf ist das quasi der Erfinder der Village fleuri. Aber auch ansonsten soll es sehens­wert sein.

Wir haben insofern Glück, als dass heute nichts los ist. Von der Infra­struktur her dürfte hier am Wochen­ende der Bär steppen. Aber an einem Montag ist es entspannt, fast schon verschlafen.

Rochefort-en-Terre
Rochefort-en-Terre
Rochefort-en-Terre
Rochefort-en-Terre

Wir machen einen Besich­ti­gungs­rund­gang, finden das alles sehr nett und freuen uns am Ende über einen kleinen Kouign Amann, diese breto­ni­sche Kalori­en­atom­bombe, wo man beim Reinbeißen schon merkt, wie die Kalorien es sich auf den Hüften gemüt­lich machen. Aber er ist halt auch schweinelecker!

Kouign Amann

Wieder an der Côte Sauvage

Und jetzt machen wir einen Riesen­sprung: Nachdem wir in Auray noch einmal Vorräte aufge­füllt haben, geht es endlich wieder ans Meer. Denn auch wenn der Nantes-Brest-Kanal eine absolute Entde­ckung für uns ist – wir sind jetzt schon viel zu lange in der Bretagne, ohne das Meer gesehen zu haben. Geht gar nicht!

Wir haben die Qual der Wahl, da wir so viele Orte hier an der Südküste wieder besuchen wollen. Wir entscheiden uns dann für das Luxus­pro­gramm – die Côte Sauvage auf der Halbinsel Quiberon haben wir als absolutes Highlight unserer aller­ersten Breta­gne­reise in Erinnerung.

Als wir in St. Pierre in Richtung Küste abbiegen und die Sonne das Meer golden glänzen lässt, wissen wir schon, dass wir eine gute Wahl getroffen haben.

Der Stell­platz in Kerne ist zwar nicht sonder­lich attraktiv, aber er ist der einzig Legale in dieser Region, wenn man nicht am Camping­platz an der Ostküste stehen will. Und nach den ganzen tollen kosten­losen Plätzen, die wir bisher hatten, kommen uns die 9,55 €, die hier fällig werden, wie Wucher vor. An der deutschen Küste hätten wir über diesen Preis gejubelt und hätten trotzdem nicht diese geniale Aussicht, wie wir sie hier haben.

Denn als würde die Bretagne klarma­chen wollen, wer hier landschafts­mäßig die Hosen anhat, serviert sie uns einen von diesen einmalig schönen und auch nur ganz, ganz leicht kitschigen Sonnen­un­ter­gängen, während sich unter uns die Wellen auftürmen und krachend auf die Felsküste klatschen.

Côte Sauvage
Côte Sauvage
Côte Sauvage
Côte Sauvage

Und als wäre das noch nicht genug, kommt auch noch ein Segel­boot vorbei­ge­schip­pert, das sich elegant vor den blutroten Sonnen­un­ter­gangs­himmel schiebt.

Ich hatte ganz vergessen, wie absurd schön Sonnen­un­ter­gänge in der Bretagne sein können.

Côte Sauvage
Côte Sauvage
Côte Sauvage
Bretagne Total

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Der wilde Westen von Mull

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1 Kommentar

  1. Servus Micha,

    Danke für die Info im WoMo-Forum

    Gruß MArtin (D’r Dachfalter)

    Antworten

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