Salzig und wild

Was ist die richtige Antwort darauf, wenn morgens ein unangekündigter Regenschauer übers MoMo fegt? Richtig, nochmal im Bett umdrehen!

Aber schon bald wird es deutlich freundlicher, so dass wir bei heiter bis wolkigem Wetter den Stellplatz verlassen und direkt vor dem ersten Rätsel des Tages stehen: An der Ver-/Entsorgungsstation ist ein weiblicher Frischwasseranschluss. Da hilft uns auch unser Gardena-Sammelsurium nicht weiter – einen doppelt männlichen Adapter haben wir nicht im Angebot. Ist aber nicht so schlimm, weil wir am nahe gelegenen Campingplatz in Turballe dann doch noch zu unserem Frischwasser kommen.

In Turballe parken wir das MoMo dann direkt unter dem Womo-Parkverbotsschild, dass wir sehr frei als saisonbedingt interpretieren, da an der Promenade und auch auf den örtlichen Parkplätzen reichlich leere Parkplätze vorhanden sind. Da werden wir wohl keinem den letzten Platz weggenommen haben…

Im Marchè Couvert decken wir uns dann mit Gemüse und Käse ein und vervollständigen den Einkauf in der Boulangerie. Annette bestellt mittlerweile schon so versiert, dass kaum noch auffällt, dass wir eigentlich kein französisch können. Dumm nur, wenn dann irgendwelche Nachfragen kommen!

Weiter geht es in die Marais Salants, da wir uns die tollen Salzfelder von Guèrande mal näher ansehen wollen.

Dem geneigten Leser mag an dieser Stelle aufgefallen sein, dass wir uns wieder in Richtung Süden bewegen. Aber wir haben irgendwie das Gefühl, dass wir mit dieser Region noch nicht “fertig” sind.

Also hinein ins Terre de Sel, wo wir ein paar der wunderbaren Bilder der Salzfelder als Deko fürs MoMo kaufen. Dumm nur, wenn man beim Dekorieren feststellt, dass 5 eine total unpraktische Zahl ist, um die Bilder gleichmäßig zu verteilen und man dann noch mal ins Geschäft muss, um die nach langen Diskussionen zurückgelegte 6. Karte doch noch zu kaufen.

Weiter geht es bei mittlerweile strahlend sonnigem Wetter mitten durch die Salzfelder.

Für unser Navi ist das alles schon Meer und so lotst es uns über die Straßen, die links und rechts wasserblau umgeben sind. In Wirklichkeit bieten sich aber immer wieder tolle Ausblicke, so dass wir mehrfach anhalten, um diese wunderbare Landschaft zu fotografieren.

Insbesondere die Salzbecken, in denen am Rande schon aufgebrochener, getrockneter Salzschlamm in verschiedenen Blau- und Grüntönen zu finden ist, lassen das Fotografenherz höher schlagen.

Am Ende der Salzfelder stoßen wir auf die Halbinsel von Le Croisic, welches auch unser nächster Zielort ist. Sicherheitshalber navigiere ich zum örtlichen Womostellplatz, der aber wieder mal völlig leer ist. Wir stellen das MoMo ab und machen uns auf den Weg in das leicht verschlafen wirkende Hafenstädtchen. Man merkt, dass die Saison vorbei ist! Der Ort sammelt bei uns keine Plus-, allerdings auch keine Minuspunkte.

Wir fahren nun immer die Küste entlang rund um die Halbinsel. Hinter dem Ort beginnt die wilde Küste, die Cote Sauvage. Uns gefällt der Wanderweg, der oberhalb der schroffen Klippen verläuft und wir überlegen, ob wir nicht einfach einen Stellplatz nehmen und die Tour für heute beenden. Da aber die Küste immer noch ein bisschen schöner wird, je mehr wir nach Osten zurückfahren, beschließen wir mindestens bis Batz-sur-mer zu fahren, dass im Reiseführer als nett beschrieben ist. Und entlang der Strecke fällt schon auf, wie viele Womolatten und explizite Womoparkverbote es gibt. Als wir also an einem Kreisverkehr östlich von Batz einen offiziellen Stellplatz finden, stellen wir uns erst mal dort hin und beratschlagen kurz, ob wir mitten an einer Kreuzung stehen wollen. Aber der Blick aufs Meer und der verlockende Pfad entlang der Klippen geben den Ausschlag: Wir bleiben.

Und bei unserem spätnachmittäglichen Weg zurück nach Batz freuen wir uns über die Entscheidung. Der Blick auf Meer, Klippen und Brandung tut gut und als wir Batz auch noch als ausgesprochen fotogenes und sympathisch verschlafenes Nest kennenlernen, beglückwünschen wir uns zu unserer Entscheidung.

Passend dazu werden wir auf dem Rückweg in wärmstem Abendlicht gebadet und sehen einige Womos traurig an unserem nun voll gefüllten Stellplatz vorbeiziehen.

Wir wiederum basteln uns aus unserem reichhaltigen Sortiment an Leckereien ein wieder mal fürstliches Abendbrot mit unserem ersten Cidre des Urlaubs. Auch das könnte zur Gewohnheit werden!

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