Wohlfühl­tag
16. September 2020

Das Wetter ist ja mal grandios! Ein Frühstück im Freien ist da schon Pflicht und wenn einem die Brötchen dann noch so nett im Körbchen überreicht werden wir hier, fühlt sich das fast wie Sonntag an.

Frühstück

Wir beschlie­ßen, heute mit den Rädern nach Ebers­walde zu fahren, um den Ort zu erkun­den. Der Radweg führt mehr oder weniger den Kanal entlang und ist größten­teils super asphal­tiert. An der Quali­tät der Radwege dürfen sich andere Bundes­län­der gerne mal ein Beispiel nehmen. Ledig­lich die kurzen Abschnitte mit Beton­plat­ten und Kopfstein­pflas­ter rufen einem in Erinne­rung, dass die Straßen im Osten auch mal großflä­chig anders aussa­hen.

Geheim­tipp Ebers­walde

Von Ebers­walde haben wir bisher nur den Imbiss am Oder-Havel-Kanal gesehen und haben so keine rechte Vorstel­lung, was uns erwar­tet. Triste Platte oder überra­schend schön restau­rierte Altstadt, wie in so vielen ostdeut­schen Städten?

Eberswalde

Es ist zunächst ein bisschen eine Mischung aus beidem. Aber als wir zwischen Markt­platz und der hübschen Backstein-Pfarr­kir­che Maria Magda­lena erfah­ren, dass die Innstadt in den letzten Kriegs­ta­gen zu 50 % von der deutschen Luftwaffe zerstört wurde und danach zu DDR-Zeiten gar nicht mehr aufge­baut wurde, kriegen wir doch wieder großen Respekt für das, was anschei­nend nach der Einheit alles wieder­auf­ge­baut worden ist.

Eberswalde

Zu den sicher­lich neuen Einrich­tun­gen gehört auch das Eiscafé Venezia am Markt, wo wir gegen die Hitze mit 2 Eis ankämp­fen und uns in die Liege­stühle lümmeln dürfen.

Eis

Danach erkun­den wir weiter die Stadt. Die Pfarr­kir­che lässt sich leider nicht betre­ten, aber immer­hin gibt es einen „Segen to go“. Kirche auf dem Stand der Zeit.

Eberswalde
Eberswalde
Segen to go

Aber auch der Park am Weide­damm und das Karree rundherum machen einen netten Eindruck. Da wir im Café KoBaMu­gas­mus, was sich von den Empfeh­lun­gen her ganz toll liest, vor verschlos­se­ner Tür stehen (Corona sei Dank), trösten wir uns, indem wir im Kaffee­haus Gustav am Markt Patis­se­rie zum Mitneh­men kaufen. Annette flippt schier aus, als sie sieht, dass es Tarte Citron und Zimtschne­cken gibt. Und damit für mich auch was abfällt, gibt es noch ein Stück Stachel­beer­bai­ser­ku­chen.

Kobamugasmus
Kaffeegebäck

Alles wird in einem festen Pappbe­hält­nis verstaut und vorsich­tig in die Packta­sche gelegt. Aber als hätte ich eine Vorah­nung gehabt, mache ich noch ein Erinne­rungs­foto von der Auslage im Geschäft. Denn als wir am MoMo ankom­men, sieht der hübsche Inhalt dank des Beton­plat­ten­ab­schnitts leider nur noch so aus:

Kaffeegebäck

Aber geschmack­lich ist das trotz der jämmer­li­chen Optik immer noch die beste Tarte Citron, die wir außer­halb Frank­reichs zu essen bekom­men haben. Sehr zitro­nig!

Go west

Sehr praktisch, dass wir gestern die Scubis einfach liegen lassen konnten. Unsere Kajaks warten brav darauf, wieder zu Wasser gelas­sen zu werden.

Finowkanal
Finowkanal

Heute wollen wir das Kanal­stück in Richtung Ebers­walde bis zur nächs­ten Schleuse entlang paddeln. Auch heute ist es wieder ein Genuss ohne großen Verkehr. Der große Vorteil eines so kleinen Kanals für uns Anfän­ger: Es ist alles sehr übersicht­lich. Breit genug, kaum Strömung und viel Zeit zum Üben und Trainie­ren von Muskel­par­tien, die man sonst nicht so auf dem Schirm hat…

Finowkanal
Finowkanal
Finowkanal

Von den Krani­chen, die man ab und zu trompe­ten hört, sehen wir nichts. Aber dafür ist das Gesamt­erleb­nis vom Rauschen des Schilfs, des weiten Himmels und der Bäume, die sich im Wasser spiegeln schon ziemlich super.

Erst an der Ragöser Schleuse sieht es dann wieder nach Zivili­sa­tion aus. Heute sparen wir uns aber das Umtra­gen, sondern wenden die Kajaks und machen uns auf den Heimweg.

Finowkanal
Finowkanal
Finowkanal

Einfach, aber lecker

Wir beschlie­ßen, dass wir heute die MoMo-Küche kaltlas­sen und uns etwas am Kiosk des Camping­plat­zes zum Abend­essen kaufen. Denn die Preise dort sind echt zivil, die Portio­nen ordent­lich und das Essen erstaun­lich lecker. Eine echte Empfeh­lung ist der überba­ckene Schafs­käse, der woanders sicher nicht für 3,50 €, sondern eher locker für das Doppelte über den Tresen wandern würde. Tolle Erklä­rung von der Service­kraft: „Wir wollen halt, dass die Leute sich das auch noch leisten können.“ Wären wir nicht vorher schon in diesen Camping­platz verliebt gewesen – spätes­tens jetzt aber auf jeden Fall! Ein absolu­ter Wohlfühlort.

Schafskäse überbacken
Finowkanal
Finowkanal

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