Langer Trödel
17. September 2020

Wir hatten gar nicht damit gerechnet, dass es noch mal ein Frühstück draußen geben könnte, aber der Wettergott bleibt uns weiterhin mehr als gnädig. Es ist zwar deutlich abgekühlt, aber eben auch sonnig. Da kann man in den morgend­lichen Sonnen­strahlen aber ganz bequem draußen sitzen!

Der Abschied von einem unserer neuen Herzens­plätze fällt uns schwer. Wir haben uns hier wirklich sauwohl gefühlt und werden sicher wieder­kommen.

Brandenburg

Wir machen uns in Zeitlupe auf den Rückweg und fahren Richtung Westen nach Lieben­walde. Heute steht dann tatsächlich mal über eine Stunde Fahrtzeit auf dem Navi. Und weil wir in Ebers­walde noch unsere Vorräte ergänzen wird es sogar noch etwas länger. Aber bei dem Pracht­wetter ist das eher Belohnung als Anstrengung. Das fahren wir locker weg.

Schnu­cke­liger Hafen

Für uns Paddler ist der Wohnmo­bil­stell­platz perfekt gelegen. Direkt an der Marina gibt es 11 befes­tigte Wohnmo­bil­stell­plätze mit Strom und Ver- und Entsorgung. Da kann man wahrlich nicht meckern!

Marina Liebenwalde

Wir wollen uns brav anmelden, aber ein richtiges Büro gibt es wohl gerade coronabe­dingt nicht. Statt­dessen wird der Hafen­meister vom Tresen des kleinen Bistros aus gerufen und erklärt uns dann unter freiem Himmel, wie das hier abläuft. Es wirkt alles sehr entspannt.

Schnelles Trödeln

Warum sind wir eigentlich nach Lieben­walde gefahren? Touris­tisch gibt es hier nicht allzuviel zu sehen. Aber paddel­mäßig geht es für uns auch hier wieder auf den Finow­kanal. Und zwar auf ein ganz beson­deres Teilstück: den Langen Trödel, für den wir uns ja allein schon wegen des Namens begeistern können. Die Bezeichnung kommt wohl daher, dass hier früher auch getreidelt wurde, also Schiffe von Nutztieren (oder Menschen) gezogen wurden. Und weil das entspre­chend langsam ging, wurde aus dem langen Treidel dann der lange Trödel.

Wir trödeln aber gar nicht, sondern sind mittler­weile beim Scubi-Aufbau schon alte und flotte Hasen. Und da es am Hafen sogar eine extra­ni­edrige Einsetz­stelle für Kajaks gibt, sind wir wohl in Rekordzeit auf dem Wasser.

Scubi Aufbau
Scubi Aufbau
Scubi Aufbau
Scubi Aufbau
Marina Liebenwalde

Noch mal Kanalruhe

Hier ist sogar richtig was los! Auf den ersten Metern begegnet uns direkt ein Motorboot, das aber in sehr ziviler Geschwin­digkeit an uns vorbei­tu­ckert. Und wenige Meter weiter bringt ein Opa seinem Enkel das Angeln bei. So viele Menschen sind wir auf dem Kanal ja gar nicht gewohnt!

Langer Trödel
Langer Trödel
Langer Trödel

Aber das war’s dann auch mit Betrieb. Auf den kommenden 3 Kilometern sind dann nur noch wir, ab und zu eine Ente und jede Menge Wasser­läufer unterwegs.

Langweilig ist es aber trotzdem nicht. So langsam sind wir auch mit der Paddel­technik vertrauter und können das Boot immer geschickter steuern. Auch die Muskeln haben sich jetzt wohl damit arran­giert, dass sie etwas mehr arbeiten müssen als sonst. Und so kommen wir beim Paddeln auf dem Langen Trödel mit seinen Bäumen links und rechts fast schon in eine meditative Stimmung. Rechtes Paddel einstechen, durch­ziehen, linkes Paddel einstechen, durch­ziehen, rechtes Paddel… linkes Paddel… rechts… links…

Langer Trödel
Langer Trödel
Langer Trödel

Päuschen und zurück

Annette entdeckt einen Mini-Steg, an dem wir nachein­ander festmachen und aussteigen können. Heute gibt es als Belohnung Teilchen von der Bäckerei Flach aus Nieder­finow, die uns die letzten Tage so leckere Frühstücks­brötchen gebacken hatte. Zu schade, dass die Bäckerei nächsten Februar aus Alters­gründen schließt.

Langer Trödel
Langer Trödel

Auf dem Rückweg haben wir noch ein echtes Paddel­erlebnis. Ein Tier schwimmt vor uns quer über den Kanal. Diesmal ist es kein Wildschwein, da es keine sicht­baren Ohren hat. Und für einen Biber fehlen die charak­te­ris­ti­schen Pfade, die aus dem Wasser heraus­führen. Dann muss das wohl ein Otter gewesen sein!

Nachdem wir wieder gut an der Marina angekommen sind, zerlegen wir die Kajaks routi­niert und machen es uns für den Rest des Tages im MoMo gemütlich, da es mit den hohen Tempe­ra­turen trotz des Sonnen­scheins vorbei ist. Der Nordwind bringt da doch mehr Kühle mit als wir aushalten wollen.

Langer Trödel

2 Kommentare

  1. Ihr Lieben,
    jeden Morgen beim Frühstück lese ich euren Blogeintrag. Es fühlt sich fast ein bisschen wie Dabeisein an 🙂 Genießt eure restliche Reise! Bis bald, liebe Grüße
    Ann-Katrin

    Antworten
    • Genau, wer braucht da schon eine Zeitung! 😊

      Antworten

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