Zurück aufs Wasser
13. September 2020

Es zieht uns weiter. Aber bevor wir den schönen Platz verlassen, macht Annette noch ihre Ankün­digung wahr, dass sie im Heiligen See schwimmen will. Davon gibt es aber leider keine Beweis­bilder, da sie sich nicht sicher ist, ob sie es im kalten See wirklich durch­zieht und keine Loser­bilder einer zitternden Frau, die sich nicht traut, haben will. Im Endef­fekte hat sie es natürlich doch getan und schwärmt mir vor, wie toll und erfri­schend es doch gewesen sei. Für mich Morgen­muffel und Warmdu­scher ist das aber nichts.

Heiliger See

Herrlich entschleunigt

Auf den Branden­burger Neben­straßen muss man auf alles gefasst sein. Holprige Strecken, gerne auch länger mal als Kopfstein­pflaster. Aber eben auch auf wunderbare Alleen, Felder und Seen als absolute Hingucker. Es macht uns also gar nichts aus, dass wir längere Strecken maximal 30 km/h fahren können und ordentlich durch­ge­schaukelt werden.

Grumsiner Allee

Wir müssen mal wieder entsorgen. Was sich hier in der Uckermark wirklich als Heraus­for­derung darstellt. Einer der wenigen Plätze, wo es Entsor­gungs­mög­lich­keiten gibt, ist der Camping­platz am Parsteiner See. Und auch ansonsten sieht das, was wir lesen vielver­spre­chend aus. Bis auf den fatalen Satz „Hunde nicht erlaubt.“ Mist. Mit einem Anruf kläre ich, dass auch unsere lieben kleinen Hunde davon betroffen sind. Aber ich bringe auch in Erfahrung, dass eine Entsorgung gegen einen Obolus von 4 € möglich sei. Das soll uns dann recht sein.

Hunde verboten

Und als wir ankommen, sorgt eine regel­rechte Hunde-nein-danke-Armada an Schildern für klare Verhält­nisse. Hier will man wirklich keine Hunde haben! Aber immerhin klappt die Entsorgung dann problemlos.

Kopfsteinpflaster

Campen auf dem Acker

An dieser Stelle zahlt sich dann endlich unser Landver­gnügen mal wieder aus. Im Nachbarort Brodowin gibt es den Biohof Schwal­bennest, wo wir auf dem Acker stehen dürfen. Also, neben dem Acker. Aber die Zufahrt ist so abenteu­erlich, dass ich froh bin, dass es seit Tagen nicht geregnet hat und auch für morgen kein Regen angesagt ist. Von dieser Wiese würden wir sonst aus eigener Kraft wohl nicht mehr wegkommen!

Das Gute daran: wir haben viel Platz um uns herum. Und das noch bessere: wir können uns hier unsere Scubi-Taschen auf den Rücken schnallen und ca. 500 m bis zu einer Badestelle gehen, wo wir die Boote einsetzen können. Denn der Parsteiner See lädt absolut zum Paddeln ein!

Kajak schleppen

Paddel­glück

Wir haben uns erstaunlich viel Routine im Aufbauen der Kajaks bewahrt und können schon bald in See stechen. Und was soll ich sagen: Es macht immer noch Spaß! Nach dem halben Fiasko auf unserer Polder-Tour im Unteren Odertal war ich doch etwas unsicher geworden, ob das mit den Kajaks so unser Ding ist. Unfug! Die Scubis gleiten feder­leicht durchs Wasser und auch unsere altver­trauten Paddel sind ein wahrer Genuss im Vergleich zu den doch sehr einfachen Paddeln bei unserem Leihboot.

Zurück aufs Wasser

Wir paddeln also im Nachmit­tags­licht bei angenehm schwachem Wind am Uferrain entlang und genießen die Stille und Ruhe der Landschaft.

Schilf

Fast das gesamte Ufer ist hier mit Schilf bewachsen. Mal eben an Land gehen ist nicht. Aber Annettes Adler­augen finden dann doch eine Bucht, wo das Schilf etwas dünner ist und wo wir tatsächlich für eine Pause an Land gehen können.

Zurück aufs Wasser

Keine Abkürzung

Zurück aufs Wasser

Mittler­weile ist es Abend geworden. Wir sollten also sehen, dass wir zurück­kommen. Es gibt noch die Möglichkeit, an der Pehlitz Laake, einem kleinen teich­ar­tigen Teil des Sees fast vor unserer Haustür, an Land zu gehen. Zumindest laut Karte. Das würde uns einige Meter Schlep­perei ersparen. Aber es ist dann doch alles zugewachsen und an den Schil­frändern ist es eher eine übel riechende Vogelkloake.

Durch unseren Umweg kommen wir aber noch in den Genuss, einen riesigen Kranichzug beim Kreuzen des Parsteiner Sees zu beobachten. Wir lassen uns in den Kajaks einfach treiben und schauen dem Spektakel zu. Mehr Natur geht nicht!

Zurück aufs Wasser

Als wir dann abends doch recht kaputt am MoMo ankommen, gibt es noch einen schönen Sonnen­un­tergang als Bonus. Und wenn ich mein Tele auf der Kamera gehabt hätte, gäbe es an dieser Stelle noch ein super­kit­schiges Bild von Kranichen vor einem glutroten Abendhimmel…

Abendlichter
Sternenhimmel
Ein ganz schön toller Sternenhimmel!

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