All inclusive
5. August 2020

Unser letzter kompletter Tag in Norwegen ist leider grau und regne­risch. Aber es gibt auch Gutes zu berichten. Unsere Nacht neben der Kirche war friedlich und unspek­ta­kulär. Die Bauar­beiter, die hier letzte Arbeiten am neuen Parkplatz vornehmen, nehmen von uns herzlich wenig Notiz und auch andere offizielle Stadt­fahr­zeuge parken neben uns und fahren wieder weg. Anscheinend stört sich niemand an unserer Anwesenheit. Beruhigend.

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Irgendwie ist der heutige Tag noch mal eine ganz gute Zusam­men­fassung dieser Südnor­we­gen­reise. Alles (bis auf Sonnen­schein), was für uns als Erinnerung zu dieser Reise gehört, taucht im Laufe des Tages irgendwann noch mal auf.

Shopping

Was macht man, wenn das Wetter eh bescheiden ist: Richtig, in eine Stadt oder ein Einkaufs­zentrum gehen. Wir peilen noch mal den Sport Outlet in Arendal an, wo ich vielleicht doch noch die Wanderhose kriegen könnte, die mir in Egersund so gut gefallen hatte, aber leider eine Nummer zu klein war. Erfolg habe ich leider keinen, aber dafür wandern noch ein paar Shirts in unsere Einkaufs­tasche und wir stellen fest, dass Jürgen Klopp wirklich ein Weltstar ist.

Kloppo

Ebenfalls eine Neuent­de­ckung ist für uns der Laden Holdbart. Das ist so eine Art norwe­gi­sches Preis-Paradies, wo die norma­ler­weise teuren norwe­gi­schen Produkte aus den verschie­densten Kategorien zu ganz humanen Preisen verkauft werden.

Holdbart

Während wir vor der Weiter­fahrt noch mal einen Kaffee trinken, bestaunen wir den regen Verkehr, der hier herrscht. So viele Autos haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Und vom Verkehrs­fluss herrschen hier eher italie­nische Verhält­nisse. Da wird gehupt oder ohne Beachtung von Vorfahrts­regeln losge­fahren. Der stärkere mit der lauteren Hupe gewinnt. So kann Norwegen also auch sein!

Mia am Steuer

Hafen­stadt

Unser Plan ist es, noch bis Kragerø, einer weiteren netten Hafen­stadt, zu fahren und uns dort für die Nacht hinzu­stellen. Aber als wir dort ankommen, sind wir nicht gerade begeistert. Man fährt über eine Schlag­loch­piste auf eine grobe Schot­ter­fläche, wo man sich dann hinstellen darf. Absolut unschön und nicht mal mit einer schönen Aussicht, wie gestern noch in Lillesand. Warum hier alle Plätze (für die man auch noch bezahlen soll) belegt sind, ist uns schlicht rätselhaft.

Ein paar Meter weiter stadt­ein­wärts gibt es noch einen ebenso unschönen Parkplatz, auf dem man aber nur maximal 10 Stunden stehen darf. Wir parken, da wir uns die Stadt jetzt, wo wir mal da sind, natürlich auch angucken wollen.

Kragerø

Hier ist jetzt mal nicht alles weiß, sondern es sind viele Häuser neben weiß auch in den typischen Norwe­ger­farben gestrichen. Aber, wie Annette richtig bemerkt, ist alles auch ein bisschen runter­ge­kommen. Als hätte die Stadt ihre besten Tage hinter sich. Zu Ehren­rettung muss aber gesagt werden, dass auch viel gebaut wird und vielleicht eine große Moder­ni­sierung der Stadt geplant ist.

Kragerø
Kragerø
Kragerø

Uriges Hinterland

Da nun klar ist, dass wir hier nicht bleiben wollen, haben wir noch einen Platz in der Nähe von Langesund ausge­kund­schaftet. Der Weg dahin führt uns noch einmal über eine dieser engen Straßen entlang hoher Felsen und kleiner Seen, die immer so verwun­schen wirken. Wir genießen es sehr, noch einmal dieses unnach­ahm­liche Norwe­gen­gefühl beim Fahren zu haben (und freuen uns, dass es Gegen­verkehr nur an harmlosen Stellen gibt).

unterwegs

Fisch­burger

Bei Brevik­stranda gibt es einen riesigen asphal­tierten Parkplatz am Ivarsand-Badeplass. Nicht sehr schick, dafür aber mords­prak­tisch. Denn wir können uns einen Platz problemlos aussuchen und uns beim Abend­essen schon mal auf den Schären­spa­ziergang freuen. Das Essen ist nämlich auch eine unserer Neuent­de­ckungen: Fisch­burger. Kann man sich im Super­markt kaufen, dann ein Brötchen mit Sauce und Gurken vorbe­reiten, Fisch­burger einlegen und schlemmen. Super­schnell, super­prak­tisch, super­lecker.

Fischburger

Danach können wir zum Sonnen­un­tergang noch hinunter an den Ministrand gehen. Von dort führt sogar ein Wanderweg die Küste entlang, auf dem wir aber nach einiger Zeit wieder umkehren, weil er eher zu den Hütten, als ans Meer führt. Aber eine urige „Wanderung“ haben wir auf diese Weise auch noch bekommen.

Troll Track
Brevikstranda
Brevikstranda

Schären­glück

Wir wollen lieber noch in die Schären­felsen klettern und dort den Blick aufs Meer und den Sonnen­un­tergang genießen.

Brevikstranda
Brevikstranda

Den Sonnen­un­tergang müssen wir zwar abschreiben, aber ansonsten ist es noch mal toll. Der Duft des Meeres und der frische Wind tun einfach gut. Wir gucken also dem Angler bei seinen Wurfver­suchen zu und sind dankbar, dass wir die Gelegenheit genutzt haben, in diesem Sommer doch ins Ausland zu fahren. Besser hätte man diesen Corona-Sommer nicht verbringen können.

Brevikstranda
Brevikstranda
Brevikstranda
Brevikstranda
Brevikstranda
Annette und Micha in Norwegen

4 Kommentare

  1. Hallo Ihr 2,
    sehr schöner Reise­be­richt mit teilweise tollen Fotos. Was ich aber überhaupt nicht verstanden habe? Warum habt Ihr fast 1 Woche Regen­wetter ertragen?Wir waren auch schon öfters in N und wenn das Wetter schlechter wurde sind wir halt dahin gefahren wo es besser war.
    Zu den Spritpreisen:Am Günstigsten, von Freitag­abend bis Montag­mittag. Besonders teuer, der Donners­tag­nach­mittag sowie Freitags.
    Ansonsten noch weiterhin viel Spass auf Euren Reisen.
    LG aus Wipper­fürth, Michael

    Antworten
    • Hallo Michael,

      Das mit dem schlechten Wetter hörte sich dann vielleicht schlimmer an, als es war. Wir hatten 2 Tage, wo es wirklich pissig war. Aber die haben wir eigentlich ganz gerne genutzt, um mal runter­zu­kommen. Am Rekefjord haben wir wegen des miesen Wetters den coolen Platz am Dampf­schiffkai entdeckt und im Sirdal hatten wir durch das Regen­wetter die beein­dru­ckende Überschwemmung der Sira und den tosenden Dorgafoss. Es war also nicht alles schlecht. 😉 Und fahren hätte nur Sinn gemacht, wenn wir richtig Kilometer gefressen hätten (Auf den Lofoten war es wohl toll…), da das Wetter in weitem Umkreis genau so gewesen wäre. Ansonsten hätten wir es so gemacht, wie ihr auch.

      Danke für deine Infos zu den Sprit­preisen, werde ich beim nächsten Mal berück­sich­tigen. Den mit Abstand günstigsten Preis hatten wir tatsächlich an einem Sonntag.

      Liebe Grüße
      Michael

      Antworten
  2. Hallo ihr zwei,
    vielen Dank für die schönen Reise­be­richte, die ich schon eine Weile lese (habe jetzt wohl fast alle durch und warte ungeduldig auf neue Abenteuer).
    Den heutigen Samstag­vor­mittag habe ich genutzt um die Berichte Brandenburg und Dänemark/Norwegen zu lesen. Einfach toll, dass ihr uns teilhaben lasst und euch so viel Arbeit mit den Reise­be­richten macht.
    LG
    Heike

    Antworten
    • Hallo Heike,

      es tut immer so gut, zu lesen, dass jemand Spaß an unseren Berichten hat. Auch, wenn wir es in erster Linie als unser Online-Reise­ta­gebuch sehen, ist es super zu hören, dass manche so begeistert und intensiv mitreisen.
      Vielen Dank!

      Antworten

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