Hochwas­serfall
29. Juli 2020

Wir sind froher Hoffnung. Nach dem Aufwachen ist doch tatsächlich der Himmel blau und es sieht so aus, als würde die Sonne endlich zurück­kommen. Na ja, fast.

Denn bis wir aufbruch­bereit sind, im Super­markt einge­kauft, an der Tankstelle getankt und ver- und entsorgt haben, ist der Regen wieder am Start. Nicht so heftig wie in den letzten Tagen, aber langsam nervt es.

Sira

Aber in jedem Ying steckt auch ein Yang. Und dieses Yang wird uns heute viel Freude machen. Durch die anhal­tenden und starken Regen­fälle ist die Sira, der Fluss, der sich durch das Sirdal schlängelt, zu einem breiten und an den Engstellen reißenden Strom geworden.

Sira
Sira

Es ist mehr als beein­dru­ckend, mit welcher gewal­tigen Kraft das Wasser hier durch­strömt. Und es ist auch mächtig Landunter. Manchmal sehen wir sogar regel­recht kleine Wäldchen abgesoffen unter den Wasser­massen. Wow!

Sira

Dorgefoss

Als wir die Steigung zum Dorgefoss hochfahren stockt uns kurz der Atem: Was ist denn hier los? Ein lautes Getöse, Wasser­schleier über dem Tal und Gottseidank ein guter Parkplatz — die waren nämlich auf dem bishe­rigen Stück eher rar gesät.

Dorgefoss
Dorgefoss
Dorgefoss
Dorgefoss

Wir sind uns ziemlich sicher, dass das im Moment wirklich viel Wasser sein muss, was hier zu Tal stürzt. Denn sonst würde dieser Wasserfall sicherlich in allen Reise­führern im Pflicht­pro­gramm stehen. Wie sich das Wasser hier schäumend und tobend seinen Weg sucht ist wirklich absolut beein­dru­ckend. Vor allem, weil man so unfassbar nah dran ist. Meine Kamera läuft heiß!

Dorgefoss
Dorgefoss
Dorgefoss
Dorgefoss

Wir haben wirklich schon tolle Wasser­fälle in Norwegen gesehen, aber dieser hier gehört zu (zumindest mit diesen Wasser­mengen) meinen absoluten Favoriten. Und das will ja was heißen, weil wir auch schon unter einem Wasserfall geduscht oder einen hinter­gangen haben. Oder den höchsten unregu­lierten Wasserfall Norwegens bestaunt haben.

Dorgefoss
Dorgefoss
Dorgefoss
Dorgefoss
Dorgefoss
Dorgefoss
Dorgefoss

Geplatzte Wander­pläne

Wir halten uns lange an diesem tollen Wasserfall auf. Vielleicht zu lange? Denn als wir am Wander­park­platz für den Storeknut ankommen, zieht es sich zu. Die Wanderung zum Storeknut sollte eigentlich unser zweiter Knuten auf dieser Reise werden. Nach der fantas­ti­schen Wanderung zum Linde­knuten haben wir da richtig Lust drauf. Das Problem: Es bleibt nicht beim Zuziehen, alsbald schüttet es wieder mal wie aus Kübeln. Och nööö!

Wir schreiben die Wanderung ab und trinken statt­dessen erst mal einen Kaffee. Und kommen dann doch wieder mal arg ins Staunen über die Norweger. Neben uns parkt ein Auto und eine Norwe­gerin macht sich in aller Seelenruhe wander­fertig und stiefelt tatsächlich im strömenden Regen hoch zum Storeknut. Was sind wir doch für Pussies!

Aber so ganz geben wir nicht auf. Als Plan B wollen wir eine Uferwan­derung entlang der Sira machen, die in Kvæven am Fjell­museum losgehen soll. Und da der Regen nur noch tröpfelt wollen wir jetzt beweisen, dass uns so ein bisschen Regen ja schließlich auch nicht abhalten kann. Wir stiefeln also los und schon auf den ersten Metern gibt es durch das tolle, düstere Licht jede Menge Fotomög­lich­keiten.

Birken
Grasdachhaus
verrostetes Schloss
Birken
Mia mit Birke

Aber nach 500 Metern endet unsere Wanderung abrupt. Wir sollen hier nämlich die Sira auf einer Brücke überqueren.

Das sollte man wohl im Moment lieber mal sein lassen…

überschwemmte Brücke
überschwemmte Brücke
überschwemmte Brücke
Sira Überschwemmung

Aber auch hier ergeben sich natürlich wieder tolle Gelegen­heiten zum Fotogra­fieren und die Kamera läuft heiß. Wann sieht man schon mal einen Golfplatz unter Wasser?

Sira Überschwemmung
Sira Überschwemmung
frustrierte Annette

Grandioses Fjell

Etwas frustriert, dass es auch heute wieder nichts mit der Bewegung wird, fahren wir weiter in Richtung Byglandsfjord. Auf der Karte sieht das aus wie ein kurzes Verbin­dungs­stück vom Sirdal zum westlich gelegenen Tal der Otra. In Wirklichkeit wird es ein Highlight unserer Reise. Dieser Abschnitt auf der RV45, einem Teil des Sules­kar­vegen führt nicht einfach von A nach B. Es geht erst mal einen Pass bergauf. Und auf dem Fjell angekommen, geht es dann auf einer allen­falls 1‑½-spurigen Straße bergauf und bergab, dass es eine reine Freude ist.

Suleskarvegen
Suleskarvegen
Suleskarvegen
Suleskarvegen

Und noch viel besser wird es, wenn der Regen nachlässt und dann sogar mal die Sonne durch­kommt und einzelne Stellen beleuchtet. Das ganze vor dem eher dunklen Himmel ist ganz, ganz großes Norwe­genkino!

Suleskarvegen
Suleskarvegen
Suleskarvegen

Und als wäre der Grandio­si­täts­faktor nicht ohnehin schon am Anschlag, spendiert uns die Natur noch einen Regen­bogen am Ende der Straße. Was kommt denn noch?

Suleskarvegen

Na ja, wie wäre es mit einem Blick hinab ins Tal mit einem Panorama das durchaus auch in den Yosemite-Natio­nalpark in den USA passen würde?

Suleskarvegen

Entspan­nendes Setesdal

Nach so viel Sinnes­ein­drücken sind wir regel­recht dankbar, als wir im Setesdal auf die RV9 in Richtung Norden abbiegen. DIe Straße ist bestens ausgebaut, so dass man tatsächlich mal mit 80km/h und einge­schal­tetem Tempomat cruisen kann.

Die Landschaft ist immer noch mehr als toll und auf die kargen Stein­wände zur linken sind geschmackvoll zwei Wasser­fälle drapiert. Einfach so. Weil sie das halt können mit der Landschaft­ge­staltung in Norwegen.

Setesdal

Hinter Valle finden wir dann den Picknick­platz Honnevje vor, wo sich die Otra in zwei Teile teilt. Schon wieder mächtig viel Wasser! Wir beschließen, dass dieses Spektakel dann ganz gut zu unserem Hochwas­sertag passt und parken das MoMo am Rand des Flusses. Wäre aber wirklich besser, wenn der Regen, wie vom Wetter­be­richt angekündigt, jetzt endlich aufhört. Denn sonst kriegen wir in der Nacht nasse Füße!

Kaskaden Honevje
Kaskaden Honevje
Kaskaden Honevje
Kaskaden Honevje
Kaskaden Honevje
Kaskaden Honevje
Kaskaden Honevje

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