Loch Katrine
12. Mai 2019

Der Wetter­be­richt verheißt nur Gutes. Der Himmel ist strahlend blau und wir freuen uns, dass wir für unsere heutige Wanderung so ein präch­tiges Kaiser­wetter haben. Denn der Ben A‘an ist hier um die Ecke. Und der soll ein großar­tiger Aussichts­punkt über die Trossachs sein.

A‘an ma

Wir haben Glück: Kurz vor dem „offizi­ellen“ Parkplatz finden wir einen kleineren Parkplatz am Loch Achray, in den das MoMo perfekt reinpasst. Eine gute Wahl, denn der Wander­park­platz ist schon überfüllt und am Straßenrand könnte man mit dem Wohnmobil nur bedingt gut stehen.

Heute ist Sonntag und anscheinend hat es sich in halb Schottland rumge­sprochen, dass das hier eine tolle Wanderung ist. Wahre Heerscharen sind unterwegs, so dass man zu keinem Zeitpunkt auf dem Weg mal keine Leute sieht.

Der Weg hat es in sich! Nach dem ersten steilen Anstieg ist man gut angeschwitzt und nimmt das folgende, eher flache Teilstück dankbar an.

Am Fuße der eigent­lichen Bergkuppe des Ben A‘an machen wir noch mal eine Verschnauf­pause und gucken erst mal den Leute zu, die sich auf das folgende, wirklich steile Stück der Wanderung begeben.

Wirklich schwer ist es nicht, bis zum Gipfel zu kommen, da der Weg sehr gut angelegt ist. Es ist eher wie eine nicht enden wollende steile Treppe nach oben. Aber als wir dann oben sind heißt es nur noch: wow!

Kurz unterhalb des Gipfels machen wir eine Pause, damit wir den fantas­ti­schen Blick auf den plötzlich unter uns liegenden Loch Katrine für uns alleine haben, während alle anderen zum Gipfel strömen. Eine nette Schottin mit ihrem Hund Logan macht es genau so und wir schießen gegen­seitig Erinne­rungs­fotos. Das einzige, was stört, ist das Hornis­sen­schwarm­brummen einer Drohne, die über uns schwebt. Die Bilder werden nachher bestimmt toll, aber mannomann: Das nervt!

Am Gipfel steppt dann der Bär. Aber was uns schon auf dem Weg so angenehm aufge­fallen ist: Alle sind total relaxt und rücksichtsvoll. Eine ganz angenehme Gemein­schaft, wo jeder stolz ist, dass er es bis nach oben geschafft hat.

Der Abstieg ist dann aufgrund der hohen „Treppen­ab­sätze“ fast ähnlich anstrengend — Knie und Waden lassen grüßen!

Erster Single Track

Nachdem wir kurz im MoMo verschnauft haben brechen wir zum nächsten BritStop auf. Am gegen­über­lie­genden Ende des Loch Katrine gibt es das Pier Café. Das ist der Anleger für das Schiff, dass den Loch der Länge nach durch­quert.

Mit dem MoMo müssen wir aber einen kleinen und sehr lohnens­werten Umweg nehmen, da es keine Straße am See entlang gibt. Also fahren wir den Duke‘s Pass nach Aberfoyle bei schönstem Autofahr­wetter.

Die 11 Meilen hinter Loch Ard sind dann unsere erste Single Track Road in Schottland. Eine ganz wunderbare Mischung aus wild und lovely erwartet uns entlang der Strecke. Wir fahren durch kleine Märchen­wäldchen, kommen uns dann wieder wie mutige Entdecker vor, da die Straße zwischen­durch mal eher Zumutung als Freude ist und man sich auch nicht wundern würde, wäre sie nach wenigen Meilen einfach ganz zu Ende.

Das Café am Rande der Welt

Wir kommen natürlich trotzdem am Pier Café an und sind geflasht: So toll hatten wir uns das nicht vorge­stellt! Da der größte Ausflugs­verkehr mit dem Ablegen des letzten Schiffes schon abgeebbt ist, herrscht eine entspannte Vorfei­er­abend­stimmung. Brian, der entspannte und freund­liche Chef, sagt, dass wir uns gerne überall hinstellen können: „Your choice!“ und hat darüber hinaus noch absolut fantas­tische Scones und Toffee Crunch im Angebot. Wer könnte da noch Nein sagen?

Wir können unser Glück nicht so recht fassen: Wir stehen an einem fantas­ti­schem Ort im Sonnen­schein und haben noch den ganzen Nachmittag vor uns! Denn irgendwie gehen in Schottland die Uhren langsamer. Obwohl wir schon wieder so viel erlebt haben, ist noch so viel vom Tage übrig. Super!

Wir sitzen also entspannt auf der Mauer am See und gucken Elli beim Toben zu und freuen uns über unsere alte, blinde Mia, die komplett angstfrei auf der großen Wiese umher­schnüffeln kann, was es hier Gutes gibt.

Und abends packe ich dann noch das Stativ aus und genieße die Abend­stimmung am See. Ein neuer Lieblingsort und heißer Anwärter für die Großen 12 in 2019!

Klo mit Aussicht

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