White Sands
21. Mai 2019

Wir starten in einen sonnigen Tag. Blauer Himmel, Schäf­chen­wolken, alles super.

Außer den Tempe­ra­turen. Die sind im Schatten eher noch im einstel­ligen Bereich. Windja­cken­wetter. Also lieber in die Sonne!

Dafür ist es in der Sonne und im Windschatten dann aber so richtig genial und man möchte am liebsten nur im T‑Shirt sitzen. Annette hat am Ende der Bucht einen solchen Platz entdeckt, an dem wir uns zum Aufwärmen gerne hinsetzen.

Mit dem netten Platz­be­treiber haben wir besprochen, dass wir bis zur Abfahrt der Fähre nach Uist am Nachmittag bleiben dürfen und gestalten uns daher einen gemüt­lichen Nichtstu-Vormittag.

Scenic indeed

Als wir dann aufbrechen, folgen wir der “scenic coast road”, was wir auch allen Leuten ans Herz legen wollen, welche die Strecke von Fort William nach Mallaig nehmen. Denn die Entschleu­nigung der langsa­meren Strecke wird mit den wirklich tollen, breiten Sandstränden belohnt, die sich hier anein­ander reihen.

Am Strand Traigh Ho finden wir einen Parkplatz und sind wieder mal von der Weite des Strandes bei Ebbe beein­druckt. Das sind fast schon breto­nische Verhält­nisse!

Hafen­stadt Mallaig

In Mallaig haben wir bis zur Abfahrt der Fähre gar nicht mal so viel Zeit. Für ein leckeres Scone mit Cream im Tea Garden Café ist aber noch Zeit. Hier kassiert man übrigens gerne direkt nach dem Aufgeben der Bestellung — anscheinend hat man schlechte Erfahrung mit Gästen gemacht, die noch eine Fähre zu kriegen haben…

Das Einchecken für die Fähre funktio­niert dann ganz unauf­geregt und einfach. Ich hatte mir ein Schiff für eine 3,5‑Stunden-Überfahrt aber irgendwie größer vorge­stellt.

Nächste Insel

An Bord der “Lord of the Isles” gibt es eine Lounge, in der auch Hunde erlaubt sind. Klasse, dass Elli auch mitkommen kann. Der gechillten Mia ersparen wir die Aufregung des steilen Treppen­steigens und machen es ihr für die Überfahrt im Momo gemütlich.

Und bei absolut ruhigen Wetter genießen wir die Kreuz­fahrt zwischen den inneren Hebri­den­inseln Skye und Rum, deren beein­dru­ckend hohe Gipfel rechts und links an uns vorüber ziehen.

Und besonders freut es uns, dass wir ein sich ankün­di­gendes Schlecht­wetter hinter uns zurück­lassen. Blauer Himmel in Richtung Uist (dass man übrigens wie das englische Wort “used” ausspricht, oder (je nach Akzent) auch wie die deutsche Insel Jüst)!

Als wir um 20.50 Uhr ankommen, ist es immer noch vor Sonnen­un­tergang. Genauer: Als wir von Bord fahren, fahren wir genau in die unter­ge­hende Sonne. Was spekta­kulär schön aussieht, zum Autofahren mit dreckiger Scheibe aber nur so mittel gut taugt.

Wir sind aber trotzdem sofort gefangen vom Insel­fe­eling und vor allem: von diesem endlos weitem Himmel. Man hat förmlich den Eindruck, dass es keinen Horizont mehr gibt und der Himmel einfach fantas­til­li­ar­denmal größer und weiter ist als bei uns Zuhause.

Sunset supreme

Wir steuern unseren nächsten Britstop im Südwesten von South Uist an und sind sofort begeistert: Das ist hier ein Stell­platz am Ende der Welt, aber mit großar­tigen Aussicht auf die kleine Nachbar­insel Barra im Süden und der unter­ge­henden Sonne im Westen.

Viel besser kann es jetzt doch wirklich nicht mehr werden!

Als wir uns fotogra­fisch ausgetobt haben, freuen wir uns auf den Besuch im Pub. Mal ein Guiness vom Fass wäre doch was! Ist aber leider aus. Statt­dessen wähle ich ein Strongbow, was vom Label auch wie ein Dunkelbier aussieht. Ist aber in Wirklichkeit so gar nicht strong, sondern einfach ein leckerer Cider. Wieder was gelernt…

Mit der Kellnerin, die einen Narren an Elli gefressen hat, unter­halten wir uns über ihre Hunde. Zwei Malteser, die sie von einer Frau auf der Nachbar­insel Barra bekommen hat. Und lernen bei der Gelegenheit, dass die Leute auf Barra alle Spitz­namen haben. Einer heiße zum Beispiel “bear” (Bär). Und seine Söhne hießen dann logischer­weise Paddington, Yogi und Rupert. Ich aber frage mich: Warum ist da kein Pu dabei?!

Als wir um 11 Uhr den Pub verlassen, ist der Himmel in Richtung Sonnen­un­tergang immer noch nicht dunkel. Und man merkt beim Blick in Richtung Horizont: Was ist das hier für eine tolle, klare Luft!

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