Shopping-Marathon
21. August 2017


Morgens machen wir einen kleinen Spaziergang zum „Jardin pour la Paix“. Das glauben wir gerne, dass der sehr friedlich ist. Denn mit 5€ Eintritt für ein kleines Gärtchen und Hunde­verbot fällt uns die Entscheidung nicht schwer, ihn seinem fried­lichen Schlummer zu überlassen. Vor allem, wenn auf dem Vorplatz auch schon schöne Blümchen zu finden sind. Und welche von diesen überdi­men­sio­nierten Möbeln, auf denen man auf einmal aussieht, als wäre man noch mal Kleinkind.

Nachdem wir das Ortsschildfoto mit Annette nachgeholt haben, sagen wir Frank­reich nach wenigen Kilometern endgültig Adieu. Schön war’s mit dir, Frank­reich, wir kommen schon bald wieder!

Schon kurz hinter der Grenze wartet Zweibrücken auf uns. Da ja bei uns Zuhause in Lennep der Bau eines Design-Outlet-Centers (DOC) kurz vor Baubeginn steht, überzeugen wir uns selbst noch mal davon, wie sich das dann anfühlen wird. Und da schlagen nach wie vor zwei Herzen in unserer Brust.

Denn wir gehen ja seit unserer USA-Reise 2004 sehr gerne in solche Outlets. Aber die Amis und auch die Zweibrü­ckener wissen ja auch, wie man das schlau macht. Man nehme: Reichlich Platz, großzügige Parkflächen, bequeme An- und Abreise. Und wenn ich mir die enormen Mengen an Autos angucke, die hier an einem Montag(!) in einer struk­tur­schwachen(!) Gegend im Grenz­gebiet anreisen, dann will ich mir den alltäg­lichen Verkehrs­kollaps mitten in unserer Lenneper Altstadt mit den Millionen poten­ti­ellen Besuchern aus Rhein- und Ruhrgebiet vor der Haustür lieber nicht vorstellen. Meine Vorhersage für die ersten Betriebs­monate:

„Mit einem solchen Ansturm hatten wir nicht gerechnet.“

„Das wird sich noch geben, nach dem ersten Monat wird sich das norma­li­sieren.“

„Da wird man noch nachsteuern müssen.“

„Wir sind in guten Gesprächen mit dem Betreiber um hier die Abläufe zu optimieren.“

„Ortskundige Autofahrer werden gebeten, auf Alter­na­tiv­strecken auszu­weichen.“

„Das Verkehrs­gut­achten wurde nach wissen­schaft­lichen Standards erstellt.“

„Ein Ausbau der Straßen ist nicht weiter möglich und der Bedarf war so nicht vorher­sehbar.“

„Eine erhöhte Feinstaub­be­lastung ist nicht festzu­stellen.“

Ich möchte wetten, dass wir von diesen 8 Aussagen mindestens 5 so, oder so ähnlich zu hören bekommen. Nimmt jemand diese Wette an?

Aber zurück zu Zweibrücken: Die großen Modenamen findet man mittler­weile eh in jedem Outlet und man ergänzt sie dann lokal damit, was noch passt. Hier ist es z.B. die coole Modemarke „The Kooples“ aus Paris, die wirklich tolle und leider aber auch großteils unbezahlbare Kleidung anbieten. Ich finde wenigstens ein paar Teile, aber Annettes schicke Leder­jacke für 440€ bleibt erst mal ein Traum. Dabei war das so ein Schnapper — der (ausnahms­weise mal echte) Laden­preis lag bei 800€…

Nach unserem Shopping-Marathon geht es dann weiter in die Pfalz. Wir kehren zurück zum Weingut Eberle, wo wir schon zur Mandel­blüte so gut unter­ge­kommen waren. Es ist immer schön, wenn man an einen Ort zurück­kehrt, wo man sich schon ein bisschen auskennt und ein paar Lieblings­ecken hat.

Eine solche Lieblingsecke ist zum Beispiel das Restaurant Winzer­gast­stätte Grafen von der Leyen, wo wir sicher­heits­halber und berech­tig­ter­weise für abends einen Tisch reser­viert haben.

Denn als wir ankommen, brummt der Laden und wir werden noch einen Moment vertröstet, bis unser Tisch neu einge­deckt ist. Beim Warten unter­halten wir uns mit einem anderen, ebenfalls wartenden Ehepaar und als der Tisch fertig gedeckt ist, beschließen wir, uns diesen Tisch zu teilen und kommen bei einem erneut ausge­sprochen leckeren Essen angeregt ins Gespräch über dies und das und jenes. Es tut nach den vielen nur mühsam geradebrechten Franzö­sisch­bröckchen oder manchem Smalltalk auf Englisch auch mal wieder gut, sich einfach in der Mutter­sprache zu unter­halten. Hat was!

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