Aufbruch mit Hinder­nissen
10. Oktober 2019

Es läuft alles etwas holprig.

Wir haben noch dies und das zu erledigen, bevor wir endlich loskommen. Eigentlich hatten wir darauf speku­liert, dass das MoMo, welches wir nach dem langen Wochenende in der Pfalz nicht völlig leerge­räumt haben, praktisch startklar ist. Es dauert dann doch alles etwas länger.

Unter anderem deshalb, weil wir feststellen müssen, dass es an jedem neuen Womo immer irgend­welche Macken gibt. Die von unserem neuen MoMo ist gar nicht mal so lustig. Denn der Deckel vom Frisch­was­sertank ist undicht. Und so läuft das Wasser, was wir blöder­weise zu lange laufen lassen, nicht nur über den Überlauf­schlauch ab, sondern auch am undichten Deckel in die Heckgarage hinein. Es ist Gottseidank nicht bedenklich viel, aber toll finden wir es nicht, die Heckgarage erst mal trocken zu legen. Naja, besser als unterwegs mit einer größeren Wasser­menge…

Wasser in Heckgarage

Wohin, wohin

Unser Ziel für die Herbsttour ist dann doch der Jura geworden. Dass wir nach Frank­reich wollten, war uns relativ klar. Und wir hatten plötzlich nach dem geplatzten zweiten Schottland-Trip große Sehnsucht nach Bretagne und Meer — wenigstens etwas kelti­sches wäre ja schön. Aber der Wetter­be­richt für die Bretagne sieht nicht so verlo­ckend aus.

Also doch Richtung Süden? Wir sind ja seit unserer Südfrank­reichtour von 2017 große Jura-Fans. Und in die franzö­si­schen Alpen wollten wir auch gerne. Hört sich nach einem Plan an. Und das Wetter für die kommenden Tage sieht auch top aus. Und ein weiterer Vorteil gegenüber der Küste: Wir werden dann wohl auch deutlich mehr buntes Herbstlaub zu sehen bekommen. Auf geht‘s!

Der Herbst kommt

Schon in der Pfalz standen die Zeichen eindeutig auf Herbst. Und auf unserer Fahrt verstärkt sich der Eindruck noch. Windig, drama­tische Wolken am Himmel und auch mehr oder weniger ergiebige Schauer.

Wir beschließen diesmal, weniger Autobahn zu fahren und die Route durch die Eifel und über Luxemburg zu nehmen. Und in den Höhen­lagen der Eifel ist die Laubfärbung dann schon deutlich fortge­schritten: Es leuchtet immer wieder wunderbar gelb und rot — selbst im grauen Niesel­regen.

Wir machen eine kleine Kaffee­pause in Kronenburg. Den Stell­platz dort merken wir uns mal für ein Wochenende in der Eifel vor. Sieht aus, als könnte man von hier aus nett wandern.

Wir belassen es aber bei einem Käffchen auf einem Parkplatz neben der Kyll, die an uns lautstark vorbei­rauscht.

Kronenburg

Hübsches Saarburg

Denn wir wollen noch ein paar Kilometer weiter fahren. Nach Frank­reich schaffen wir es nicht mehr, aber bis hinter Trier dann doch. Saarburg sah auf den Fotos, die ich gesehen habe, ganz schnu­ckelig aus und da es dort auch einen Top Platz gibt, könnte das ja was sein.

Der Platz liegt dann auch wirklich top — direkt an der Saar und dem Radweg. Und die Stell­plätze sind großzügig dimen­sio­niert. Wir finden sogar auf Anhieb einen, mit dem wir zufrieden sind!

Unser Spazierweg vom Stell­platz in die Stadt macht dann Lust auf mehr. Die Stadt liegt absolut malerisch am gegen­über­lie­genden Ufer der Saar, Burg und Kirche werden in der Dämmerung bereits beleuchtet. Das sieht ganz schön schnu­ckelig aus!

Saarburg
Saarburg

Auch als wir hinauf ins Zentrum des kleinen Ortes gehen sind wir angetan. Schmale Gässchen und ein Bach, der in Kaskaden hinunter zur Saar stürzt. Hat was.

Saarburg

Einkehr­di­lemma

Von unserer Woche in der Pfalz sind wir verwöhnt. Das Einkehren in einer Gaststätte war ja eigentlich nur Formsache. Geschmeckt hat es überall und auch wohlfühlen war fast schon Formsache.

Hier in Saarburg tun wir uns erstaunlich schwer. Keines der Restau­rants lacht uns so wirklich an. Eines, in dem man eine „Tote Oma“ (Blutwurst und Gedöns) bekommen sollte und was mit einem Oktober­fest­banner wirbt, sieht von innen so trostlos kitschig aus, dass wir direkt wieder hinaus flüchten. Und Fotos aus dem Internet legen bei den anderen Gaststätten häufiger eher nahe, dass es das übliche Touris­ten­essen ist, aber nichts regio­nales oder beson­deres.

Was tun in einem solchen Fall? Ein Italiener geht doch eigentlich immer. Also ins Bella­vista. Das ist vor allem für die schöne Terrasse oberhalb der Saar bekannt. Aber heute Abend wäre das schon sportlich frisch.

Aber es ist der Wurm drin. Obwohl das Essen eigentlich gar nicht mal schlecht ist, haben wir trotzdem eher das Gefühl, nicht willkommen zu sein. Vielleicht, weil der italie­nische Wirt sich schon völlig in Deutschland assimi­liert hat und eher muffig-desin­ter­es­siert wirkt. Vielleicht aber auch, weil die Weinschorle, die sich Annette bestellt, nur vom Preis an die Pfalz erinnert, von der Menge her aber eher zum Heulen ist…

Pizza mit Feigen

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