Auf den Vulkan
12. August 2017

IMG_5246.jpgMan glaubt es kaum: Wir werden wach und über uns ist nichts als strahlend blauer Himmel. Herrlich! Aber auch frisch: 7° erinnern uns dann doch eher an Norwegen als an Südfrank­reich.

Aber egal. Nach einer heißen Dusche macht das nichts mehr aus. Unser Plan für heute ist speziell. Es gibt nur ein Müsli, so dass wir früh genug aufbrechen, um noch einen der anscheinend raren Womo-Parkplätze in Salers zu bekommen. Und dank eines Parkti­ckets vom Camping­platz sogar zum Nulltarif! Es stellt sich heraus, dass wir sicherlich auch später noch einen Platz bekommen hätten, aber sicher ist sicher…

Auvergne-001.jpgSalers wird im Reise­führer als das auver­gna­ti­sches Rothenburg beschrieben. Ist nicht so ganz falsch, denn auch hier gibt es viele schnu­ckelige alte Häuschen und auch hier ist die Stadt fest in der Hand des Tourismus. Auvergne-002.jpg

Auvergne-010.jpgEin Souvenir- oder Kunst­hand­wer­k­laden am anderen. Aber vom Betrieb und der Größe der Stadt ist das ganze hier doch schon ein paar Nummern kleiner. Gottseidank!

Denn so bummeln wir durch die Gassen, gucken mal hier, gucken mal da, stellen fest, dass wir das meiste davon dann doch nicht haben wollen oder brauchen und sind ganz zufrieden damit.

 

 

IMG_5248.jpgAber ich hatte ja schon unseren spezi­ellen Plan erwähnt. Angefixt von dem leckeren Menu du Midi in Caillac wollen wir hier wieder so lecker speisen. Denn das Restaurant L’Evasion hat bei Tripad­visor eine richtig gute Bewertung und auch die Bilder sehen viel verspre­chend aus. Daher setzen wir uns als erste Gäste an einen Tisch auf der Terrasse und bestellen das Menu. Und eigentlich gibt es nicht viel zu meckern.

Auch hier ist das Essen fein angerichtet und das Haupt­ge­richt mit demIMG_5249.jpg Käsekar­tof­fel­püree Aligot und den Linsen ist sogar eine richtige lokale Spezia­lität.
Aber der Nachteil, wenn man erwartet, wieder so übertrieben lecker zu essen: Es ist halt „nur“ gut und nicht Oh-Mein-Gott-ich-möchte-das-sofort-noch-einmal-essen-Gut.
Ich glaube, es kann noch eine harte Zeit werden, wenn man jetzt alles an diesem Maßstab misst. Also, lecker gegessen haben wir in diesem Urlaub mehr als genug!IMG_5250.jpg

Nach diesem sehr erfreu­lichen Stadt­besuch nutzen wir das strah­lende Wetter zur Weiter­fahrt Richtung Osten. Am Col de Pèronne ist ein France-Passion-Platz zu finden, der sich vielver­spre­chend anhört. Großartige Aussicht auf die Vulkane der Umgebung. Der Weg dorthin ist für Fahrzeuge über 9t gesperrt. Naja, pille­palle, denke ich noch. Da liegen wir ja locker drunter.Auvergne-005-2.jpgAber tatsächlich gibt es so einige Engstellen und an einer dieser Stellen habe ich das Vergnügen, rückwärts in eine Ausweich­stelle zurück­zu­fahren. Richtig was los hier!

IMG_5252.jpgAber auch zurecht: Denn die Aussicht hinunter ins Tal Richtung Salers ist ja schon mal sehr schön. Noch gesteigert durch die Salers-Rinder, die hier überall ihre Glocken läuten lassen, so dass man sich fast schon in der Schweiz wähnt.Auvergne-049.jpg

Der Col de Pèronne ist dann eine klassische Passhöhen­gast­stätte, aber mit großzü­gigem Parkplatz und Picknick­bänken. Sehr nett. So nett, dass wir dort erst mal ein Päuschen einlegen und ganz schwer mit dem Schwei­nehund kämpfen, ob wir nicht den Rest des Tages dort die schöne Aussicht genießen und es mal gut sein lassen mit dem Weiter­fahren.Auvergne-056.jpg

Auvergne-006.jpgWir entscheiden uns wegen das ausnehmend schönen Wetters und der tollen Sicht dagegen und fahren weiter Richtung Puy Mary. Es geht über eine wunder­schöne, aber auch enge Waldstraße zunächst bergab, um dann mit 15% Steigung zum Pas de Peyrol hinauf­zu­führen. Atembe­raubend!Auvergne-007.jpg

An der Passhöhe dann zunächst Ernüch­terung: Es ist Samstag, es sind Ferien, es ist Kaiser­wetter: Alles voll. Voller als voll und für unser MoMo ist da so ungefähr gar kein Platz.Auvergne-009.jpg

Auvergne-010-2.jpgAuch auf der Abfahrt, die wir zähne­knir­schend antreten, stehen die Autos so kriminell geparkt, dass es für uns teilweise eng wird. Aber dann der Glücksfall: Wir halten an einer Parkbucht etwas unterhalb der Passhöhe an, damit ich auch mal in Ruhe den Ausblick genießen kann. Und just in diesem Augen­blick fährt ein Wagen weg und macht eine perfekte Parklücke für uns frei — nichts wie rein!Auvergne-064.jpg

Auvergne-069.jpgDenn wie es der Zufall will, startet hier auch der Weg für die Besteigung des Puy Mary von Osten her. Der Weg ist, wie uns, die wir mittler­weile in Wander­kla­motten geschlüpft sind, wenig später ein freund­licher Wanderer mitteilt „tres difficile“. Der Aufstieg von Westen her sei „tres facile“. Er sagt das mit einem Unterton, als sollen wir uns das noch mal gut überlegen…Auvergne-072.jpg

Wir halten aber an unserem einge­schla­genen Weg fest, denn es sieht hier einfach zu malerisch aus. Auf die „Autobahn“, wo alle hochgehen, haben wir gar keine so große Lust. Und umkehren können wir ja immer noch, wenn es uns zu kriminell vorkommt.Auvergne-011.jpg

Und so klettern wir durchaus steil, aber immer machbar Höhen­meter um Höhen­meter nach oben. Schon als wir den Höhengratweg erreichen, sind wir von der 270°-Aussicht auf die umlie­genden Vulkane und Täler mehr als begeistert. Sensa­tionell und so friedlich! Und erwähnte ich schon die unfassbar klare und gute Luft?Auvergne-078.jpg

Auvergne-088.jpgAuvergne-083.jpgAuvergne-102.jpgAuvergne-093.jpgDer letzte Anstieg auf den Puy Mary hat es noch einmal so richtig in sich. Steil und teilweise geröllig, aber auch hier gilt: Kann man gut schaffen, ist halt nur anstrengend.

Als wir schließlich oben angekommen sind, haben wir die volle 360°-Rundumsicht und sind sehr glücklich, dass uns jemand diese Parklücke für das Wohnmobil geschickt hat — das hätten wir wirklich nicht gerne verpasst!Auvergne-106.jpgIMG_5255.jpgAuvergne-115.jpg

Der Abstieg auf den Beton­stufen hinunter zur Passhöhe ist dann deutlich weniger aufregend und deutlich voller: selbst jetzt um 19 Uhr wollen noch Leute zur Gipfelhöhe hinauf!Auvergne-135.jpgAuvergne-137-Bearbeitet.jpgAuvergne-144.jpg

Auvergne-148.jpgWir sind froh und glücklich, als wir im MoMo die Wander­schuhe ausziehen und weiter­fahren. Im herrlichen Abend­licht gleiten wir auf der deutlich entspann­teren Ostab­fahrt hinunter ins Tal.Auvergne-147.jpg

Auvergne-012.jpgAuvergne-013.jpgDer Stell­platz in der Nähe von Murat, den wir eigentlich ausge­guckt hatten ist leider schon belegt, aber auch hier hat der Zufall für uns eine praktisch genau so gute Alter­native bereit. Kurz hinter einer Brücke finden wir einen Picknick­platz, an dem sich das Wohnmobil prima für die Nacht abstellen lässt. Viel besser geht das nicht!IMG_5256.jpg

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