Hitze mit Orgel

Wir haben für die derzeitige Hitzewelle erstaunlich gut geschlafen und brechen Richtung Süden auf. Frankreich, wir kommen! Da wir in Deutschland noch mal tanken wollen, checke ich die Preise und stelle fest, dass man in Freiburg mit Abstand am billigsten tankt.

Wir fahren kurz von der Autobahn ab, tanken und stellen fest, dass ein kleiner Bummel durch die Stadt doch eigentlich ganz okay wäre. Schließlich haben wir uns immer wohl gefühlt, wenn wir hier waren.

Also wird das MoMo kurz entschlossen an der Uniklinik geparkt und wir machen uns zu Fuß in die Stadt auf. Elli ist ganz aus dem Häuschen, dass es hier überall die kleinen „Bächle“ gibt, Wasserrinnen neben den Bürgersteigen sind ein toller Spielplatz. Rein! Raus! Rein!

Rund ums Münster ist Markt und wir schlendern von Stand zu Stand und werfen auch einen Blick in die schöne Kirche. Wie es der Zufall will, probt dort ein Organist auf der Orgel und von dem imposanten Klang bin ich ganz hin und weg. Schon doll! Ich frage an der Info, wann das Konzert denn wäre und erhalte als Antwort „Heute abend!“ Hm, kann man ja mal machen…

Während wir im „Deutschen Haus“ einen Mittagsimbiss nehmen und den Kindern zuschauen, die kleine Bötchen an Schnüren durch die Bächle ziehen, schmieden wir Pläne.

Wenn wir das mit dem Orgelkonzert machen, brauchen wir noch einen Stellplatz. Per App finden wir einen Platz am Ökö-Sportplatz ( in Freiburg ist alles öko, bio oder Fahrrad) etwas außerhalb in der Nähe der Dreisam. Scheint gleichzeitig auch ein Hippie-Treffpunkt zu sein, denn wir sehen gleich mehrere olle, aber charmante Büsschen und einen lila lackierten ehemaligen Tiertransport-LKW und allerlei alternativ gekleidete und sehr freundliche Leutchen.

Den wirklich sehr heißen Nachmittag verbringen wir schon mal spanisch: Siesta, Schatten und nicht viel tun. An der Dreisam setzen wir uns auf die Picknickdecke und gucken Kindern beim Plantschen zu. Elli scheint sich im Gegensatz zu Mia zu einer kleinen Wasserratte zu entwickeln. Gerne stürzt sie sich mit Annette in das kühlende Nass und sorgt beim Wiederkehren auch bei mir für Erfrischung – einmal Schütteln bitte!

Abends schwingen wir uns dann auf die Räder und fahren zurück nach Freiburg-City. Schon schön, so eine 100% auf Fahrräder eingestellte Stadt!

Wir genießen die mittlerweile angenehmeren Temperaturen und bestaunen die mächtigen Wolkenberge am Himmel, die aber das befürchtete Gewitter erst einmal für sich behalten.

Das Orgelkonzert ist dann zwiespältig. Toll ist es, wenn der Klang so sehr den Raum füllt, dass man sich ganz klein fühlt oder es so vielstimmig klingt, als würde da jetzt wirklich ein Symphonieorchester spielen.

Anstrengend wird es, wenn die Kompositionen eher sparsam erkennbare Rhythmik und Melodien haben. Da merkt man dann doch die Klassikbanausen bei uns…

Wir genießen anschließend noch ein Gläschen Wein und Antipasti auf dem Augustinerplatz und denken, dass wir einer mediterranen Abendstimmung heute schon recht nah gekommen sind. Viel relaxter kann man es abends um 10 nicht haben!

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