Hitze mit Orgel
18. Juli 2017

Wir haben für die derzeitige Hitze­welle erstaunlich gut geschlafen und brechen Richtung Süden auf. Frank­reich, wir kommen! Da wir in Deutschland noch mal tanken wollen, checke ich die Preise und stelle fest, dass man in Freiburg mit Abstand am billigsten tankt.

Wir fahren kurz von der Autobahn ab, tanken und stellen fest, dass ein kleiner Bummel durch die Stadt doch eigentlich ganz okay wäre. Schließlich haben wir uns immer wohl gefühlt, wenn wir hier waren.

Also wird das MoMo kurz entschlossen an der Uniklinik geparkt und wir machen uns zu Fuß in die Stadt auf. Elli ist ganz aus dem Häuschen, dass es hier überall die kleinen „Bächle“ gibt, Wasser­rinnen neben den Bürger­steigen sind ein toller Spiel­platz. Rein! Raus! Rein!

Rund ums Münster ist Markt und wir schlendern von Stand zu Stand und werfen auch einen Blick in die schöne Kirche. Wie es der Zufall will, probt dort ein Organist auf der Orgel und von dem imposanten Klang bin ich ganz hin und weg. Schon doll! Ich frage an der Info, wann das Konzert denn wäre und erhalte als Antwort „Heute abend!“ Hm, kann man ja mal machen…

Während wir im „Deutschen Haus“ einen Mittags­imbiss nehmen und den Kindern zuschauen, die kleine Bötchen an Schnüren durch die Bächle ziehen, schmieden wir Pläne.

Wenn wir das mit dem Orgel­konzert machen, brauchen wir noch einen Stell­platz. Per App finden wir einen Platz am Ökö-Sport­platz ( in Freiburg ist alles öko, bio oder Fahrrad) etwas außerhalb in der Nähe der Dreisam. Scheint gleich­zeitig auch ein Hippie-Treff­punkt zu sein, denn wir sehen gleich mehrere olle, aber charmante Büsschen und einen lila lackierten ehema­ligen Tiertransport-LKW und allerlei alter­nativ gekleidete und sehr freund­liche Leutchen.

Den wirklich sehr heißen Nachmittag verbringen wir schon mal spanisch: Siesta, Schatten und nicht viel tun. An der Dreisam setzen wir uns auf die Picknick­decke und gucken Kindern beim Plant­schen zu. Elli scheint sich im Gegensatz zu Mia zu einer kleinen Wasser­ratte zu entwi­ckeln. Gerne stürzt sie sich mit Annette in das kühlende Nass und sorgt beim Wieder­kehren auch bei mir für Erfri­schung – einmal Schütteln bitte!

Abends schwingen wir uns dann auf die Räder und fahren zurück nach Freiburg-City. Schon schön, so eine 100% auf Fahrräder einge­stellte Stadt!

Wir genießen die mittler­weile angeneh­meren Tempe­ra­turen und bestaunen die mächtigen Wolken­berge am Himmel, die aber das befürchtete Gewitter erst einmal für sich behalten.

Das Orgel­konzert ist dann zwiespältig. Toll ist es, wenn der Klang so sehr den Raum füllt, dass man sich ganz klein fühlt oder es so vielstimmig klingt, als würde da jetzt wirklich ein Sympho­nie­or­chester spielen.

Anstrengend wird es, wenn die Kompo­si­tionen eher sparsam erkennbare Rhythmik und Melodien haben. Da merkt man dann doch die Klassik­ba­nausen bei uns…

Wir genießen anschließend noch ein Gläschen Wein und Antipasti auf dem Augus­ti­ner­platz und denken, dass wir einer mediter­ranen Abend­stimmung heute schon recht nah gekommen sind. Viel relaxter kann man es abends um 10 nicht haben!

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