Bienvenida en España
5. August 2017

Wir genießen die Stille und Erhabenheit der Berge an unserem Platz. Obwohl hier so einige Womos stehen ist es morgens erstaunlich ruhig.Spanien-002.jpg

Unser Plan für heute: Endlich dahin, wo es eigentlich den ganzen Sommer hingehen sollte. Nach Spanien. Voer her müssen wir aber unbedingt noch das tolle Ortsschild von Oô fotogra­fieren. Irgend­jemand hat genia­ler­weise einen Smilie daraus gemacht…Spanien-001.jpg

Spanien-003.jpgAuf dem Weg schnuppern wir ein bisschen Tour-de-France-Strecke. Es geht über den Col de Peyre­sourde. Überall finden sich noch Schriftzüge auf den Straßen und natürlich gibt es auf diesem berühmten Pass auch  jede Menge Radfahrer, die sich entweder hochquälen oder die Abfahrt genießen. Wenn man dass mit dem Womo fährt, ist es schon beein­dru­ckend, was für Steigungen man das zurücklegt. Das ganze mit purer Muskel­kraft? Komplett irre… Aber ganz großer Respekt für alle, die sich Pedal­um­drehung für Pedal­um­drehung den Berg hochschrauben.Spanien-002.jpgSpanien-004.jpg

Wir machen Station in Arreau, einem kleinen Städtchen kurz vor dem franzö­si­schen Natio­nalpark der Pyrenäen. Nett hier! IMG_5119-Bearbeitet.jpgIMG_5118.jpg

Wir kaufen noch mal ein ganzes Potpourri an franzö­si­schen Lecke­reien ein. Unter anderem einen Riesen­muffin mit Heidel­beeren, der für die Region wohl typisch ist und ein Gateau a la broche. Das soll eine ganz beson­derere Art Baumkuchen-am-Spieß sein, der über dem offenen Feuer gebacken wird. Spanien-005.jpg

Spanien-006.jpgKurz vor der spani­schen Grenze machen wir dann noch eine letzte Kaffee­pause und können verkünden, dass der Heidel­beer­muffin exzellent geschmeckt hat. Jetzt wird es aber spannend.

Überra­schung 1: Zum Bielsa-Tunnel fährt man erst mal einen Pass hoch. Ich dachte bisher, dass es der Sinn eines Tunnels sei, dass man eben nicht in die Höhe muss?

Überra­schung 2: Vor dem Tunnel­eingang ist eine Ampel. In der Röhre herrscht Einbahn­stra­ßen­verkehr, obwohl er zweispurig ausgelegt ist. Und es geht stetig bergab. Warum nur (s.o.)?Spanien-007.jpg

Überra­schung 3: Auf der spani­schen Seite herrschen auch spanische Tempe­ra­turen. Während es auf der franzö­si­schen Seite angenehme 22° waren, geht es hier locker auf die 30″ zu! Und als wir dann immer weiter ins Tal hinun­ter­brausen, sind es in der Ebene des Rio Cinca bis zu 35°. Ach du dickes Ei!Spanien-008.jpg

Den eigentlich geplanten Stop in Ainsa verschieben wir dann gerne auch auf einen späteren Besuch, denn vom Parkplatz müsste man auch noch einen Berg hinauf. Och nö, danke. Wir fahren lieber weiter Richtung Westen. Was auffällt: Die Straßen sind gut zu fahren, aber deutlich schmaler als die in Frank­reich. Da gibt es schon so manche Begeg­nungen mit großen Fahrzeugen, die kribbelig, wenn auch nicht wirklich gefährlich sind. Spanien-009.jpg

Auch die Landschaft ist jetzt deutlich spani­scher: Weniger grün, mehr Hitze. Also eher rot und staubig. Trotzdem schön und die Blicke hinunter zum Fluß mit dem teilweise sehrin­tensiv türkisem Wasser sind sehr schön.Spanien-007-2.jpg

Unser Etappenziel für heute ist Torla, der Ort, der quasi der Start­punkt für Touren in den Ordesa-Natio­nalpark ist. Und was wir dort sehen, sieht schon mal sehr viel verspre­chend aus. Wirklich gigan­tisch aufra­gende Felswände, tolle Landschaft.

Spanien-010.jpgNur eine Sache haben wir nicht bedacht: Heute ist Samstag. In den Ferien. Und so hören wir am angesteu­erten Camping­platz das ungeliebten Wort “completo”. Voll. Aber die junge Frau an der Rezeption ist trotzdem super­hilfs­bereit. Sie hat schon mit den anderen Camping­plätzen telefo­niert und kann uns sagen, wo noch Plätze frei sind. Nur im auf der anderen Flußseite gelegenen Platz Rio Ara habe sie niemanden erreicht, vielleicht könnten wir es ja da probieren. Und genau das machen wir.

Und werden dort mit spani­scher Menta­lität konfron­tiert. An der Rezeption hängt ein Aushang, dass es leider keine Plätze mit Strom­ver­sorgung mehr gebe. Wir überlegen kurz, ob das für uns okay ist. Als wir dann dran kommen, heißt es nur “Ach so, das Schild? Hängt noch von gestern da. Klar haben wir noch Plätze!” Puh! Aber ansonsten alles freundlich, alles nett. Hier bleiben wir gern!

Unser Platz ist dann etwas auf der schrägen Seite. Wir legen mal wieder eine erstklassige Slapstick­nummer hin. Beim Ausgleichen mit den Keilen (hinten zwei aufein­ander, vorne einer) bin ich mir ganz sicher, dass ich schon auf der äußersten Spitze stehe und stelle den Motor ab. Fahre die Markise aus, verankere sie mit Heringen und stelle fest: So ungefähr null Schatten, weil die Sonne schon zu tief steht. Und auf den Keilen wäre auch noch Luft nach oben gewesen. Also alles ungefähr so ungeschickt wie möglich gemacht. Wahrscheinlich wäre es deutlich schlauer gewesen rückwärts in die Lücke zu fahren. Nunja.

Wir begießen unsere Ankunft in Spanien erst mal zünftig mit einem kühlen San Miguel aus der Bar, genießen die entspannte Atmosphäre auf dem Platz und schmieden Pläne für den morgigen Tag.IMG_5121.jpg

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