Finale Furioso
16. August 2016

Merkwürdig. Je mehr die Reise sich dem Ende zuneigt, um so früher wachen wir auf. Vorbe­reitung auf den Arbeits­alltag oder Auskosten jeder Minute, die noch bleibt…?

Annette ist Feuer und Flamme, bei dem schönen sonnigen Wetter draußen zu frühstücken. Mir sitzt aber noch der eisige Wind von gestern in den Knochen und ich würde gerne auch drinnen frühstücken. Aber gut, dass Annette sich durch­setzt, denn wir essen tatsächlich ausge­sprochen gemütlich im T‑Shirt.

Wir steuern Kristi­anstad an, um noch mal durch eine Stadt zu bummeln und die Vorräte aufzu­fri­schen. Schließlich soll es auch Zuhause noch eine Zeit lang Pepparkakor und Lakritz­scho­kolade geben!

Nach erfolg­reichem Shoppen zieht es uns zu einem weiteren Revival-Ziel vom letzten Jahr. Annette schwärmt immer noch vom Kakbuffet, dass so viel leckerer als sein Name war. Also steuern wir wieder das Cafe Annor­lunda an, das kurz vorm Stens­huvut-Natio­nalpark südlich von Kivik liegt. Ich erinnere mich daran, dass die Zufahrts­straße eine recht schmale Allee war und folge daher diesmal nicht dem Navi, sondern der Beeschil­derung zum Natio­nalpark. Nur leider kommen wir so am nördlichen Ende des Parks raus, von dem keine Straße zum Haupt­eingang führt…

Aber wir machen aus der Not eine Tugend, parken das MoMo und gehen die nicht all zu lange Strecke einfach zu Fuß. Immer noch schön hier! Im Cafe gibt’s dann für Annette die ersehnte Belohnung und für mich ein leckeres Räksmorgås. Auch hier merken wir, dass die Saison anscheinend wirklich fast vorbei ist: Der Parkplatz, der letztes Jahr Ende Juli noch brechend voll war, ist jetzt mit einer Handvoll Autos bestückt. Und auch im Natio­nalpark ist uns schon aufge­fallen, dass viel weniger Betrieb herrschte. It’s only Mitte August!

Auf dem Rückweg können wir schon mal üben, vom Meer Abschied zu nehmen. Am Strand klettern wir durch die Steine und freuen uns über das warme Licht und das Rauschen der leichten Brandung.

Bei herrlichstem Sommer­abend­licht machen wir uns auf unsere letzte Etappe zu “unserem” Stell­platz in den Dünen kurz vor Trelleborg. Und erfreu­li­cher­weise steht auch jetzt noch kein Womover­bots­schild an diesem schönen Platz. Mit dem Berliner Pärchen, die dort schon stehen, quatschen wir ein bisschen und tauschen uns über unsere Urlaubs­er­leb­nisse aus.

Und so gibt es zum Abend­essen noch ein letztes Mal ein schwe­di­sches Bierchen mit Räucherlax, den wir unterwegs in einer Rökeri einge­sammelt haben. Und das ganze bei einem wirklich schönem Abend­himmel mit sanften Farben über dem Horizont.

Aber als ich dann zum Fotogra­fieren aussteige und in Richtung des eigent­lichen Sonnen­un­ter­gangs blicke, fällt mir erst mal die Kinnlade runter: Da kündigt sich ein ganz großes Spektakel an. Der Himmel leuchtet so intensiv und so orange, wie ich es wohl selten zuvor gesehen habe. Auch wenn man, glaube ich, geneigt ist, dass bei *jedem* Sonnen­un­tergang zu denken.

Ich gehe also strammen Schrittes noch ein Stück am Ufer Richtung Westen, um einen besseren Blick zu bekommen. Und in der Tat kriege ich wenige Hundert Meter weiter das volle Programm geboten: Meeres­vögel auf dem Wasser, eine einlau­fende Fähre, ein fast voller Mond und eine Lightshow auf die Pink Floyd neidisch wären. Schöner kann man einen letzten Abend in einem Urlaubsland nicht insze­nieren!

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