Hey hey, my my
13. August 2016

Ein bisschen läuft uns das schlechte Wetter nach. Heute morgen ist es bedeckt und windig. Macht uns aber mittler­weile schon nix mehr aus. Wir fahren zur nahe gelegenen Burg Eketorp. Aber das Angucken von der Ferne reicht uns dann auch aus. Den eher happigen Eintritt von 11€ sparen wir uns.

In Vorbe­reitung für unseren abend­lichen Konzertplan steuern wir sodann den Camping­platz in Ottenby an. Von hier aus, so der Plan, können wir zum südlich gelegenen Leuchtturm und abends dann gemütlich mit dem Rad zum Konzert.

Aber irgendwie haben Camping­plätze wohl auf uns eine ungeheu­er­liche Slacker-Ausstrahlung. Bis zum späten Nachmittag genießen wir einfach die Ruhe und Stille. Lesen und Schlafen ist doch auch mal schön!

Nachmittags geht es aber dann doch noch Richtung Süden, auch wenn wir den Leuchtturm nicht mehr schaffen. Statt­dessen machen wir einen Spaziergang ins Vogel­schutz­gebiet, was direkt südlich des Camping­platzes anfängt.

Das ganze ist dann auch sehr urig. Ein Wald, der sich selbst überlassen ist. Viele offen­sichtlich vom Sturm abgerissen Äste oder umgeworfene Bäume. Vögel sehen wir nicht so sehr, dafür aber Rotwild und jede Menge Kühe, die uns ganz begeistert folgen wollen. Ich muss da schon ein bisschen energisch werden, damit wir unsere Groupies auch wieder los werden…

Abends fietsen wir dann mit den Rädern rüber in Carlas Cafe für das Neil-Young-Tribute-Konzert. Das Problem des fehlenden Bargelds für den Eintritt lösen wir schwe­disch unkom­pli­ziert, indem wir beim Bierchen kaufen mal eben die 300 Kronen zusätzlich “abheben”. Der nette bärig-tätowierte Barmann empfiehlt mir verschiedene Biersorten, darunter 2 aus den USA. Seriously? Bier aus Amiland? Aber tatsächlich sind wir beide vom Dale’s Pale Ale richtig begeistert. Schmeckt richtig hopfig lecker. Und über den Preis decken wir den Mantel des Schweigens…

Wir sind von Carlas Cafe übrigens ziemlich begeistert. Der Name trifft es eigentlich auch nicht so ganz, denn nur Cafe ist das Ganze nicht. In einer alten, rotge­stri­chenen Scheune, wurde ein gemüt­liches Veran­stal­tungs­zentrum einge­richtet. Ein bisschen Kunst, ein bisschen Cafe, ein bisschen Theke mit ausge­fal­lenen Biersorten. Kleine Bühne, buntes Sammel­surium an gebrauchten, aber nicht ollen Tischen, Stühlen und Sofas inmitten der ehema­ligen Stall­in­stal­la­tionen. So ein bisschen wie früher im Keller-Kino in Solingen — die Älteren werden sich erinnern… Die Stimmung ist gelöst, entspannt und fröhlich. So richtig zum Wohlfühlen. Und wie es unser Glück so will, kriegen wir, obwohl eher spät eintreffend, noch zwei Kuschel­sessel quasi in der ersten Reihe.

Die eigent­liche Überra­schung des Tages kommt aber erst noch. Wie Annette es so treffend beschreibt, haben wir von einer Neil-Young-Band aus Schweden ein bisschen Lager­feuer-Geklampfe mit guten Songs erwartet. Was wir aber kriegen ist richtig gute Musik mit elektri­scher Gitarre und Feedback-Gewitter inklusive. Absolut klasse! Und von der netten Lena, die wir gestern beim Einlass kennen gelernt haben, kriegen wir noch ein paar Tipps für Stell­plätze auf Öland. Ihren eigenen Garten inklusive…

Wir sind zwar auf der Zielge­raden unseres Urlaubs, aber der Tag heute war noch mal ein richtiges Highlight. Viel besser kann (und muss) es gar nicht werden!

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