Reif für die Insel
12. August 2016

Spät geht es heute los. Wir genießen das Trödeln und das freundlich-warme Wetter am kleinen Sandstrand unseres Stell­platzes.

Dann geht es aber weiter in unsere “Heimat­stadt”: Nach Mönsterås! Wir wollen dort sicher­heits­halber unsere leere Gasflasche auffüllen lassen. Für den Seelen­frieden, nicht plötzlich ohne Gas dazustehen, zahlen wir dann auch gerne die eher happigen schwe­di­schen Preise. Anscheinend hatten diese Idee auch andere Urlauber, denn praktisch zeitgleich mit uns kommen noch 3(!) andere deutsche Womos an der schrägen Kombi von Karamell­fabrik(!!) und Gasstation an. Mit einer gefüllten Flasche verlassen wir zufrieden die anderen Urlauber, die sich hinter uns einge­reiht haben.

Natürlich müssen wir anschließend Mönsterås noch einen Besuch abstatten. Ein sehr verschla­fenes Städtchen, was aber immerhin am Hafen einen respek­tablen Womo-Stell­platz mit schöner Lage am Wasser einge­richtet hat. Und ein Turistbyrå gibt es auch. Der junge Mann dort hat sich sicherlich sehr gewundert, warum wir uns so über alle Prospekte des Ortes gefreut haben und sogar freudig eine Leinen­tasche gekauft haben…

Jetzt geht es aber mit großen Schritten weiter auf die Insel. Wir haben mittler­weile schon so viel gutes über Öland gelesen, dass wir richtig heiß darauf sind, uns jetzt selbst ein Urteil zu bilden. Die Anfahrt über die mehr als 6km lange Brücke ist auf jeden Fall schon mal beein­dru­ckend!

Auf der Insel wollen wir uns zunächst mal den Südteil vornehmen. Und nach wenigen Kilometern sieht Annette ein Schild für eine Rökeri — nichts wie hin! Denn geräu­cherten Fisch hatten wir diesen Urlaub noch gar nicht auf dem Teller. Und so fahren wir erst mal Richtung Färjes­taden. In der Rökeriet schlagen wir dann gut zu und freuen uns schon auf das Abend­essen.

Nach dem Auffüllen weiterer Vorräte in einer regel­rechten Shopping Mall (die wir hier so gar nicht erwartet hätten) wollen wir noch ein paar Kilometer fahren und dann erst mal Kaffee trinken. Aber wir stellen fest, dass man die Entfer­nungen auf dieser riesigen Insel erst mal erfahren muss. Denn die 137km(!) Länge von Nord nach Süd sind schon eine Hausnummer.

Wir haben wirklich Pech mit den Plätzen, die wir uns aussuchen. Der Platz in Ekkel­sudde sollte eher *Ekel*sudde heißen, da es dort so widerlich nach faulem Seetang riecht, dass man sich dort wirklich nur als begeis­terter Vogel­gucker aufhalten möchte.

In Degerhamn soll es einen Stell­platz geben. Dort ist aber alles verriegelt und verrammelt, oder wie wir in Schweden sagen: Stängt.

Den Vogel schießen wir aber mit dem Stell­platz in Grönhögen ab. Im Womoführer als einer der wenigen kosten­losen Plätze für die Nacht beschrieben. Toll an einer Klippe gelegen. Wir geben also die Koordi­naten ins Navi ein und wundern uns schon, dass wir die Zufahrt zu einem Golfplatz nehmen sollen. Aber das steht ja auch so im Buch. Also fahre ich brav weiter und wundere mich, dass ich schon so halb mitten auf dem Golfplatz stehe. Hä? Wir fahren dann doch mal zurück, wählen einen alter­na­tiven Weg und stehen: vor einem Womo-Verbots­schild…

Leicht entnervt steuern wir den Stell­platz im Hafen an und sehen, dass dieser schon sehr gut gefüllt ist. Wir kriegen aber noch einen Platz am Meer — aller­dings ohne Strom. Naja.

Nach dem mittler­weile reichlich späten Kaffee­trinken spazieren wir noch mal einen Runde durch den Ort und stellen fest, dass es uns gut hier auf Öland gefällt. Irgendwie die schwe­dische Variante von Terschelling und Formentera…

Auf dem Weg sehen wir ein Plakat für ein “Neil-Young-Tribute”-Konzert, was morgen in einem Cafe der Nachbar­stadt Näsby sein soll. Hm, nicht schlecht! Also fahren wir mit den Rädern mal eben die 6km rüber und checken das schon mal.

Aber als wir dort ankommen, ist schon Einlass — hatte ich das Plakat falsch gelesen? Wir erfahren aber, dass heute ein anderes Konzert sei. Eine uns unbekannte schwe­dische Rockband. Kurz überlegen wir, ob wir es uns einfach angucken, entscheiden uns aber dann doch dagegen. Aber da das Konzert heute fast ausver­kauft ist, lassen wir uns sicher­heits­halber schon mal auf die Liste für morgen setzen. Wird bestimmt cool!

Auf dem Rückweg fängt es an, leicht zu fisseln und Gegenwind haben wir auch noch. Nicht so ganz toll. Aber gleich­zeitig passt es auch so gut in die Landschaft, dass wir es nicht wirklich schlimm finden können. Denn wenn man weiß, dass Zuhause lecker Räucherlax im warmen MoMo wartet, tritt es sich schon sehr beschwingt in die Pedale!

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