Heiß und kalt
24. Juli 2015

Heute wird die Nichts­tuerei mit Seeblick wenigstens durch etwas Aktivität unterbrochen.

Den ursprüng­lichen Plan, heute mit einem Kanu über den Stora Bör zu paddeln, geben wir auf. Obwohl ich noch zuver­sichtlich bin, als ich sehe, dass es auch Kajaks zu mieten gibt, die wir ja vom Paddeln auf der Krutinna schon kennen. Aber die Lady an der Rezeption guckt mich erstaunt an und fragt, ob ich das bei dem Wind wirklich wolle. Sie fügt noch geschäfts­tüchtig hinzu: Naja, in Ufernähe könne man das sicher machen. Nach kurzem Kriegsrat verzichten wir dankend. Und sind im weiteren Tages­verlauf sehr froh darüber!

Am späten Mittag machen wir uns in die Blåbären auf. Wir pflücken aus dem unerschöpf­lichen Vorrat (“aber nur die Großen!”) soviel, dass es für einen Blåbär-Schoko-Kuchen reicht. Und für die Dickmilch auch noch, die wir mal wieder anstelle der Vollmilch gekauft haben…

Annette schmeisst den Omnia an und als Kuchen und Schokoguss abgekühlt sind, genießen wir ein luxuriöses Kaffe­trinken mit Kuchen, Seeblick, Pulli und Decke.

Ja, heute müssen wir uns tatsächlich etwas wärmer anziehen, denn das sonnige, nahezu wolkenlose Wetter von gestern ist entgegen der Vorhersage des Handys vorbei. Es ist zwar weit von unfreundlich entfernt, aber 17° mit Wind ist ungemütlich. 17° mit Sonne dagegen ausge­sprochen schön.

So wechseln wir also den Tag über immer brav zwischen T‑Shirt und Pulli und Jacke mit T‑Shirt und Jacke mit Pulli hin und her. Die schwe­dische Lady aus dem Womo nebenan ist da wesentlich entspannter. Sie legt sich mit dem Bikini auf die Decke…

Nachmittags müssen wir uns für eine wahre Heraus­for­derung regel­recht motivieren, da das Rungammeln so verlo­ckend ist. Wir wagen uns tatsächlich auf den unfassbare 3km langen Grinsby-Weg. Während wir am Anfang noch verächtlich über die avisierte Stunde für lächer­liche 3km geschmunzelt haben, wird uns nach dem ersten Stück klar, dass es wohl stimmt. Denn der Weg ist wirklich sehr abenteu­erlich zugewachsen. Und im ersten Teil auch wenig attraktiv, weil man eigentlich nur auf den Boden guckt, um nicht zu stolpern. Aber irgendwie auch egal, denn ein Blick rundum lässt einen auch nur auf kopfhohe junge Bäume blicken.

Immerhin gibt es am See schöne Ausblicke und wir entdecken sogar Vögel auf dem Wasser, die rufen können wie ein Hund, dem man auf den Schwanz getreten ist. Beeindruckend!

Auf dem Rückweg kommen wir wieder an den kleinen Herzhäuschen vorbei, die über den ganzen Camping­platz verteilt sind und wohl für das kleine (oder große) Geschäft zwischen­durch gedacht sind. Eines davon ist irgendwie leicht unpassend mit Bildern der Kronprin­zessin Victoria samt Mann und Baby dekoriert. Wir grübeln sehr darüber nach, was DAS wohl zu bedeuten hat…

Ansonsten stehen die Zeichen dann aber auf Abschied, da es morgen dann doch mal weiter gehen soll. Der Wetter­be­richt sagt nichts gutes für das Wochenende voraus, so dass wir sicherlich auch nicht all zu traurig sein werden, den Platz morgen zu verlassen. Was wir aber jetzt schon wissen: Bei einer erneuten Tour in die Gegend werden wir wieder hier Station machen!

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