Von Fähre zu Fähre
16. Juli 2015

Unser Plan: Früh aufste­hen, damit wir Duschen und Entsor­gung noch vor dem Ansturm der Massen erledigt haben. Unsere Reali­tät: Gemüt­lich ausschla­fen, duschen ohne Hektik, in aller Ruhe frühstü­cken, noch mal mit Alex von “nebenan” klönen und dann ohne lange Schlange entsor­gen und ausche­cken. So muss Urlaub sein! Wir verab­schie­den uns von unseren netten Nachbarn, die nach Norwe­gen weiter reisen werden und brechen unserer­seits nach Lysekil auf.

Die Fahrt dorthin wird dreimal durch “gelbe” Fährüber­fahr­ten unter­bro­chen, was wir jetzt schon wie alte Hasen beherr­schen. Wir bestau­nen und genie­ßen immer noch und immer wieder die herrli­che Schären­land­schaft und können uns daran nicht satt sehen.

In Lysekil sehen wir bei der Einfahrt in den Ort den offizi­el­len Stell­platz für Wohnmo­bile im Südha­fen. Mehr ein Parkplatz, direkt neben der Straße, aber halt zentral. Wir folgen dem Tipp, besser im Nordha­fen zu stehen und errei­chen diesen nach Fahrt über einen Schären­bu­ckel. Zunächst sieht es so aus, als wäre es nur ein Hafen­an­le­ger und ein Stell­platz war auch nirgendwo ausge­schil­dert. Aber tatsäch­lich stehen ein paar Wohnmo­bile dort. Einmal um die Ecke und hinter einem großen Gebäude nicht sofort zu erken­nen. Wir gesel­len uns dazu und finden den Platz erst mal schöner als den am Südha­fen.

Da wir natür­lich aber auch in den Ort wollen, kundschafte ich aus, wo uns der Weg über den Steg, der immer am Ufer entlang führt, hinbringt, während Annette so lange ihren Fuß schont. Und der Weg ist wirklich toll: Entlang an Unmen­gen von kleinen, allesamt falun­rot gestri­che­nen Hüttchen (ähnlich den Badehüt­ten in Kämpinge) schlän­gelt sich der Steg die Küste entlang zu einem etwas größe­ren Platz, wo dann auch wieder Autos stehen. Sieht eigent­lich aus wie ein vortreff­li­cher Stell­platz! Und ich finde auch keiner­lei Schil­der, die das Übernach­ten verbie­ten.

Nachdem ich zurück­ge­kehrt bin, überle­gen wir, ob wir unseren netten Stell­platz aufge­ben (und wahrschein­lich verlie­ren, denn es kommen immer wieder Wohnmo­bile an) und dorthin wechseln sollen. Wir entschei­den uns schließ­lich dagegen, da wir durch­aus mit dem Platz zufrie­den sind und Tisch und Stühle schon aufge­baut sind. Fürs nächste Mal wäre das aber eine heiße Alter­na­tive, denn die Lage war schon schöner als im Nordha­fen!

Erst gegen Abend brechen wir in den Ort auf und sind wieder mal erstaunt, wie stark es doch in den Schären auf und ab geht. Die Schären­fel­sen erinnern hier noch mehr an meine gelieb­ten Red Rocks aus dem Südwes­ten der USA. Nur halt mit mehr Grün und Meer nebenan. Und die Urein­woh­ner haben sogar gar seltsame Stein­zeich­nun­gen hinter­las­sen!

In Lysekil finden wir an der südli­chen Strand­pro­me­nade 3 Restau­rants, die inter­es­sant klingen. Eines sieht sehr stylish aus und scheint eher für die oberen 10.000 gedacht zu sein. Eines ist eher urig in einem Hinter­hof gelegen und heißt treffen­der­weise Backy­ard. Ein weite­res hat eine sonnige Terrasse und eine inter­es­sante Karte. Hört sich doch schon mal gut an!

Wir wollen aber noch ein bisschen mehr von der Stadt sehen und gucken, ob uns noch ein weite­res Restau­rant anlacht. Außer­dem müssen wir noch eine Lysekil’sche Spezia­li­tät erledi­gen: Denn das “Parkti­cket” (und auch die Duschen) für den Nordha­fen gibt es nur im 2km entfern­ten Südha­fen. Das muss sich auch ein gaaaanz Hochbe­gab­ter ausge­dacht haben…

Aber der Weg dorthin führt uns durch die nette Altstadt und vorbei an einem schönen, zentra­len Park. Wir sehen zwar noch Restau­rants mit Musikern, die mit Gitarre und U2-Songs Kunden anlocken sollen, aber so richtig gefal­len will uns keines davon. Also zurück zum Start,

Das nette Restau­rant mit der Sonnen­ter­rasse, was eigent­lich unser Favorit gewesen wäre, ist mittler­weile voll und es steht schon eine Warte­schlange am Eingang. Und drinnen sitzen wollen wir eh nicht. Also gehen wir gegen­über ins “Backy­ard”, bestel­len Fish & Chips samt tsche­chi­schen Bier und setzen uns in eine Lounge-Ecke. Es scheint irgend­wie ein ungezwun­ge­ner Treff­punkt zu sein, wo man sich einfach nett auf ein Bierchen und ’ne Pommes trifft. Und sowohl Fish als auch Chips und Bier schme­cken uns gut. Alles richtig gemacht.

Auf dem Rückweg genie­ßen wir den Blick übers Meer auf die unter­ge­hende Sonne, merken aber auch, wie kalt der Wind weht, sobald die Sonne hinter den Wolken verschwun­den ist. Brrr! Trotz­dem setzen wir uns noch mit einem Gläschen Wein vors MoMo und genie­ßen dabei den wunder­schö­nen Sonnen­un­ter­gang.

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