Von Fähre zu Fähre

Unser Plan: Früh aufstehen, damit wir Duschen und Entsorgung noch vor dem Ansturm der Massen erledigt haben. Unsere Realität: Gemütlich ausschlafen, duschen ohne Hektik, in aller Ruhe frühstücken, noch mal mit Alex von „nebenan“ klönen und dann ohne lange Schlange entsorgen und auschecken. So muss Urlaub sein! Wir verabschieden uns von unseren netten Nachbarn, die nach Norwegen weiter reisen werden und brechen unsererseits nach Lysekil auf.

Die Fahrt dorthin wird dreimal durch „gelbe“ Fährüberfahrten unterbrochen, was wir jetzt schon wie alte Hasen beherrschen. Wir bestaunen und genießen immer noch und immer wieder die herrliche Schärenlandschaft und können uns daran nicht satt sehen.

In Lysekil sehen wir bei der Einfahrt in den Ort den offiziellen Stellplatz für Wohnmobile im Südhafen. Mehr ein Parkplatz, direkt neben der Straße, aber halt zentral. Wir folgen dem Tipp, besser im Nordhafen zu stehen und erreichen diesen nach Fahrt über einen Schärenbuckel. Zunächst sieht es so aus, als wäre es nur ein Hafenanleger und ein Stellplatz war auch nirgendwo ausgeschildert. Aber tatsächlich stehen ein paar Wohnmobile dort. Einmal um die Ecke und hinter einem großen Gebäude nicht sofort zu erkennen. Wir gesellen uns dazu und finden den Platz erst mal schöner als den am Südhafen.

Da wir natürlich aber auch in den Ort wollen, kundschafte ich aus, wo uns der Weg über den Steg, der immer am Ufer entlang führt, hinbringt, während Annette so lange ihren Fuß schont. Und der Weg ist wirklich toll: Entlang an Unmengen von kleinen, allesamt falunrot gestrichenen Hüttchen (ähnlich den Badehütten in Kämpinge) schlängelt sich der Steg die Küste entlang zu einem etwas größeren Platz, wo dann auch wieder Autos stehen. Sieht eigentlich aus wie ein vortrefflicher Stellplatz! Und ich finde auch keinerlei Schilder, die das Übernachten verbieten.

Nachdem ich zurückgekehrt bin, überlegen wir, ob wir unseren netten Stellplatz aufgeben (und wahrscheinlich verlieren, denn es kommen immer wieder Wohnmobile an) und dorthin wechseln sollen. Wir entscheiden uns schließlich dagegen, da wir durchaus mit dem Platz zufrieden sind und Tisch und Stühle schon aufgebaut sind. Fürs nächste Mal wäre das aber eine heiße Alternative, denn die Lage war schon schöner als im Nordhafen!

Erst gegen Abend brechen wir in den Ort auf und sind wieder mal erstaunt, wie stark es doch in den Schären auf und ab geht. Die Schärenfelsen erinnern hier noch mehr an meine geliebten Red Rocks aus dem Südwesten der USA. Nur halt mit mehr Grün und Meer nebenan. Und die Ureinwohner haben sogar gar seltsame Steinzeichnungen hinterlassen!

In Lysekil finden wir an der südlichen Strandpromenade 3 Restaurants, die interessant klingen. Eines sieht sehr stylish aus und scheint eher für die oberen 10.000 gedacht zu sein. Eines ist eher urig in einem Hinterhof gelegen und heißt treffenderweise Backyard. Ein weiteres hat eine sonnige Terrasse und eine interessante Karte. Hört sich doch schon mal gut an!

Wir wollen aber noch ein bisschen mehr von der Stadt sehen und gucken, ob uns noch ein weiteres Restaurant anlacht. Außerdem müssen wir noch eine Lysekil’sche Spezialität erledigen: Denn das „Parkticket“ (und auch die Duschen) für den Nordhafen gibt es nur im 2km entfernten Südhafen. Das muss sich auch ein gaaaanz Hochbegabter ausgedacht haben…

Aber der Weg dorthin führt uns durch die nette Altstadt und vorbei an einem schönen, zentralen Park. Wir sehen zwar noch Restaurants mit Musikern, die mit Gitarre und U2-Songs Kunden anlocken sollen, aber so richtig gefallen will uns keines davon. Also zurück zum Start,

Das nette Restaurant mit der Sonnenterrasse, was eigentlich unser Favorit gewesen wäre, ist mittlerweile voll und es steht schon eine Warteschlange am Eingang. Und drinnen sitzen wollen wir eh nicht. Also gehen wir gegenüber ins „Backyard“, bestellen Fish & Chips samt tschechischen Bier und setzen uns in eine Lounge-Ecke. Es scheint irgendwie ein ungezwungener Treffpunkt zu sein, wo man sich einfach nett auf ein Bierchen und ’ne Pommes trifft. Und sowohl Fish als auch Chips und Bier schmecken uns gut. Alles richtig gemacht.

Auf dem Rückweg genießen wir den Blick übers Meer auf die untergehende Sonne, merken aber auch, wie kalt der Wind weht, sobald die Sonne hinter den Wolken verschwunden ist. Brrr! Trotzdem setzen wir uns noch mit einem Gläschen Wein vors MoMo und genießen dabei den wunderschönen Sonnenuntergang.

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