Brandenburg-Liebe

30. September 2022

Unser letzter Tag in Polen beginnt grau und regnerisch. Wir unternehmen noch einen letzten Strandspaziergang an der Ostsee, bevor wir uns auf den Weg nach Deutschland machen.

Outlet in Stettin

Auf dem Rückweg erledigen wir, was zu tun ist: Noch einmal lecker im polnischen Supermarkt shoppen, Gas und Diesel günstig auffüllen und, ein reiner Zufallsfund: Outlet-Shoppen in Stettin.

Auf dem Weg in Richtung City gibt es eine große Mall mit vielen bekannten, aber auch einigen uns gänzlich unbekannten Marken. Wir staunen, wie leer es hier ist. Aber gemessen an der allgemeinen Wirtschaftslage ist es wohl kein Wunder, dass das Personal in den Läden sich weglangweilt und kaum jemand kommt.

Im Salomon-Geschäft mache ich meine letzte Bekanntschaft mit der rustikalen polnischen Art der Bedienung. Die Frau, die sieht, dass ich einen Schuh anprobiere, kommt zu mir und macht mir hart und wenig herzlich klar, dass ich sofort den Schuh ausziehen solle. Ich verstehe zunächst nicht und strahle sie nur an: „Der passt super!“ Ihre Mimik verfinstert sich, als ich auch noch renitent werde. Mit düsterem Blick gibt sie mir zu verstehen, dass sie jetzt aber sofort den Schuh haben wolle. Stellt sich raus: Sie wollte wissen, welche Größe es ist, um mir den zugehörigen anderen Schuh zu holen. Aber, meine Fresse: was freue ich mich darüber, dass dies mein letztes Einkaufserlebnis in Polen ist…

Templin in Regen und Sonne

Wir wollen nicht auf schnellstem Wege nach Hause, sondern noch ein paar Tage Brandenburg genießen, wo es uns bereits 2020 so gut gefallen hat. Und Templin könnte so in unser Beuteschema von kleiner, sympathischer Stadt passen.

Brandenburg

Als wir in Regen und Dämmerung ankommen, sind wir einfach froh, nicht mehr fahren zu müssen. Und siehe da: Für unsere Stadterkundung am nächsten Tag scheint dann die Sonne.

Ich habe die Brandenburger jetzt gar nicht als so wahnsinnig herzlich wie die Rheinländer in Erinnerung. Aber tatsächlich fällt es uns einfach auf, dass hier auf einen freundlichen Gruß auch freundlich reagiert wird, dass ein Lächeln erwidert wird und man sogar völlig unvermittelt einen kleinen Schwatz halten kann.

Klar gibt es mit dem Polnischen die Sprachbarriere, die unser Problem ist und nicht das der Polen. Aber wir merken, wie wohl es tut, wenn einen Leute nicht mehr aktiv nicht sehen wollen, wie wir es ein ums andere Mal in den vergangenen Wochen beobachtet haben.

Und insofern fühlen wir uns im etwas verschlafenen Templin mit seinen netten Stöbergeschäften einfach sofort wohl und es setzt ein wohliges Zuhause-Gefühl ein, das wir sonst nach unseren Reisen so nicht kennen.

Templin

Kraniche beobachten deluxe

Nach einer kleinen Wanderung an den vielen Seen rund um Templin und einem Wild Swimming im Regen für Annette geht es weiter mitten durchs schöne Brandenburg.

Wild Swimming
Pilze

Unser Ziel ist Linum, wo es am dortigen Teichland einen schönen Parkplatz am Wasser geben soll.

Was wir gar nicht so sehr auf dem Schirm haben: Anscheinend ist hier ein absoluter Hotspot, um Kraniche zu beobachten. Wir sind auf jeden Fall schon abends beeindruckt, wie viele Vögel da über uns am Himmel zu sehen sind. Beeindruckend.

Linum

Das ist jedoch nichts im Vergleich zum morgendlichen Spektakel. Und wie sich herausstellt, haben wir einen wunderbaren Platz gefunden, um es zu beobachten.

Linum
Linum

Die ersten Kraniche machen morgens mit ihren Oldtimer-Hupen-Rufen bereits einen solchen Lärm, dass es mich aus dem Bett treibt. Gottseidank! Denn was ich draußen vor dem Womo erlebe, ist dann um ein vielfaches eindrücklicher. Aus allen Richtungen hört man es trompeten und immer wieder fliegen große Züge von Kranichen über uns hinweg zu ihren Futterplätzen für den Tag. Sensationell!

Linum

Riesenschwärme

Wie wir recherchieren, ist jetzt, Ende September, sogar erst der Beginn der Saison und schon ab Mitte Oktober werden sich die Zahlen hier noch einmal locker verzwei- oder dreifachen.

Linum
Linum
Linum

Auf einer Radtour in Richtung Kuhhorst auf der Suche nach den Kranichen werden wir fündig. Auf einmal sehen wir weit weg ein großes Spektakel. Tausende von Kranichen fliegen auf und bewegen sich kollektiv in unsere Richtung, wo sie sich in immer noch gebührendem Abstand dann niederlassen. Wir stehen einfach nur da und beobachten das Treiben der Tiere. Es fühlt sich ein bisschen wie Safari im Krügerpark an – nur, dass wir das hier vor der Haustür haben und es keine Big Five zu finden gibt. Wir sind trotzdem mehr als happy!

Linum
Linum
Linum
Linum
Linum

Hohennauener See

Wir fahren wieder ein Stückchen weiter und landen am Hohennauener See im Örtchen Hohennauen. Die Ortsnamen hier sind übrigens Weltklasse: Auf dem Weg hierhin kommen wir durch Kotzen und das Nachbardorf heißt Wassersuppe. Guten Appetit!

Wir erleben hier noch mal richtig schöne Sonnenuntergänge. Und als wir am nächsten Tag den See entlang spazieren, landen wir in Wassersuppe, wo man tatsächlich einen Stellplatz direkt am See haben kann. Wir parken noch einmal um und genießen einen letzten sonnigen Nachmittag, bevor sich die Heimreise dann endgültig nicht mehr aufschieben lässt.

Hohennauener See
Hohennauener See
Hohennauener See
Hohennauener See
Hohennauener See

Wir sind von Brandenburg aber wieder, genau wie in 2020, sehr angetan und nehmen uns fest vor, demnächst wieder hier vorbeizuschauen.

Schön, dass du ein Stück mit uns mitgefahren bist!

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2 Kommentare

  1. Ja, dann wünsche ich Euch ein gutes Ankommen zuhause! Die Bilder sind wie immer Weltklasse! Der Bericht natürlich auch 😊
    Hab übrigens das Buch von Markus Barth (nebst anderen) in unserem Kroatien-FaulenzerUrlaub verschlungen. Danke für den Tipp, sehr amüsant 😅
    Mit lieben Gruß aus Salzburg
    Maria & Wolfgang & Flora

    Antworten
    • Freut mich, das die Empfehlung gezündet hat! 🙂

      Liebe Grüße
      Micha

      Antworten

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