Sternen­gucker
18. September 2020

Der Herbst kommt jetzt mit großen Schritten. Unser Hafen­meister erzählt mir beim Brötchen­holen morgens, dass er auf dem Weg von Zuhause hierhin unterwegs 2° auf dem Thermo­meter hatte. Was aber auch bedeutet: Es ist klarer Himmel und morgens scheint mal wieder die Sonne.

Stellplatz Liebenwalde
Rainbow Elli
Elli scheint die Sonne aus dem Hintern
Allee in Brandenburg

Schöner Stell­platz

Wir fahren in das ein paar Kilometer entfernte Orani­enburg. Auf der Hinfahrt sind wir dort durch­ge­fahren und wir erinnern uns vor allem daran, dass die Landstraße mitten durch die City direkt am Schloss vorbei verlief. Das wollen wir uns mal genauer ansehen.

Oranienburg

Wir parken am Hafen, wo es neben dem offizi­ellen Womo-Stell­platz auch einen kleinen Parkplatz gibt, wo wir prima stehen können. Aber auch der Stell­platz macht richtig was her. Direkt am Hafen, mit Plätzen direkt am Hafen­becken oder in großzü­gigen Parzellen. Da hat sich jemand aber mal richtig Gedanken gemacht, wie so was aussehen sollte.

Stellplatz Oranienburg

Und da wir auf dieser Reise auf den Geschmack gekommen sind, was die wunder­schöne Branden­burger Landschaft angeht, können wir uns Orani­enburg auch super als Basis für Ausflüge in die Region vorstellen. Denn es gibt ein hervor­ra­gendes Radwe­genetz und Paddeln kann man vom Anleger direkt am Stell­platz auch noch. Wir kommen wieder!

Hochzeits­schloss

Wir schlendern die Havel entlang und lassen die Stadt auf uns wirken. Der Park auf dem ehema­ligen LaGa-Gelände ist kosten­pflichtig und für Hunde verboten. Elli guckt uns bereits sorgenvoll an. Also werfen wir nur einen Blick durch den Zaun und gehen weiter zum Schloss. Das hat eine wahrlich bewegte Vergan­genheit und musste in der Vergan­genheit nach den Adligen schon Lehrer, Polizisten und Soldaten als Nutzer erdulden. Heute beher­bergt es zwei Museen und ist offen­sichtlich eine nicht ganz schlechte Hochzeits­lo­cation.

Schlosspark Oranienburg
Hochzeit im Schloss Oranienburg

Menu ohne Menu

Direkt daneben gibt es den Italiener L’Oasi, der mit einem Business-Lunch-Menu zu bezahl­baren Preisen wirbt. Und als Frank­reich-affine Menu-Liebhaber müssen wir da natürlich zuschlagen.

L'Oasi

Und auch, wenn das Menu jedem Franzosen die Zornesröte ins Gesicht treiben würde (das “Menu“ besteht lediglich aus Beila­gen­salat und Haupt­ge­richt) sind wir sehr zufrieden. Netter Service mit viel Grazie und Prego und wirklich leckeres Essen sind da wichtiger als fehlende Vorspeise und Dessert.

Kalbsleber in Salbeibutter

Stadt­bummel

Danach lassen wir uns ein bisschen treiben und bummeln an der Havel entlang und durch die Stadt. Man hat den Eindruck, dass hier was wächst. Wir sind gespannt, was sich in den kommenden Jahren hier im Berliner Umland tun wird!

Oranienburg
Oranienburg

Bei einem Buchhand­lungs­besuch werden wir mal wieder fündig und decken uns mit schönen Büchern ein und freuen uns über die engagierte Buchhänd­lerin, die uns das Buch vom Angebär so begeistert empfiehlt, dass wir es auch gleich noch kaufen.

Havelbuch

Holter­di­polter

Unser Tagesziel liegt wieder ein gutes Stück weiter westlich. Sozusagen im westlichsten Zipfel von Brandenburg. Der Sternenpark Westha­velland drängt sich bei einem so klaren Himmel ja förmlich als logisches Ziel auf. Denn in dieser Region soll die Licht­ver­schmutzung (also das mensch­ge­machte Kunst­licht) so gering sein, dass man noch eine weitest­gehend unver­strahlte Milch­straße zu sehen bekommen soll. Und seit wir mal im Bryce Canyon gesehen haben, wie so ein unver­schmutzter Nacht­himmel aussehen kann, können wir diesen grandiosen Anblick nicht mehr vergessen. Denn das, was man an einem normalen mittel­eu­ro­päi­schen Himmel nachts sehen kann, ist nur ein müder Abklatsch dessen, was vielleicht noch unsere Urgroß­eltern am Himmel sehen konnten.

Aber bevor wir dorthin kommen, müssen wir noch mal über branden­bur­gische Straßen. Im Guten wie im Schlechten.

Das Gute: Die schier endlosen Alleen sind ein wahrer Augen­schmaus. Noch dazu bei diesem sonnigen Pracht­wetter! Es sieht einfach immer wieder von Neuem grandios aus.

Allee in Brandenburg

Das Schlechte: Mann, sind das Ruckel­pisten! Mit Tempo 50 komme ich mir schon vor wie ein Drauf­gänger. So sehr ruckelt und wackelt alles im MoMo. Den Vogel aber schießt die L17 zwischen Königs­horst und Lobeofsund ab. Eine Hälfte schlechter Asphalt, die andere Hälfte Kopfstein­pflaster. Wir machen es schließlich so englisch wie der Autofahrer vor uns und fahren einfach auf der linken Fahrbahn­hälfte. Die ist dann nämlich statt unerträglich nur noch miserabel…

Allee in Brandenburg
Welcher Scherzkeks wohl das Tempo-80-Schild hier aufge­stellt hat?

Am A… der Welt

Je länger wir in Richtung Gülpe fahren, wo es einen Stell­platz im Sternenpark gibt, umso einsamer wird die Landschaft. Aber nicht falsch verstehen: Wir mögen so etwas ja sehr. Wir sind fast schon verwundert, dass der Stell­platz tatsächlich am Rande eines Dorfes ist und noch dazu gut ausge­stattet ist. An einer Stelle gibt es ein gepflas­tertes Rechteck, das wir zu unserer Grill-Terrasse machen. Denn in Orani­enburg haben wir bei einem Straßen­händler noch mal leckere Grill­würste gekauft, um unseren letzten Abend in Brandenburg auch angemessen zu feiern.

Stellplatz Sternenpark Gülpe

Und so bereiten wir uns mit Birnen­cidre aus der Uckermark und Grillgut aus Orani­enburg im Westha­velland auf den morgigen Abschied aus Brandenburg vor.

Cider

Sternen­gucker

Das Beste kommt dann, wie es sich gehört, zum Schluss. Nachdem es draußen stock­duster geworden ist, gehen wir noch mal raus und bewundern die Milch­straße und die unzäh­ligen Sterne über uns. Da kann man schon ein bisschen süchtig nach werden!

Sternenpark
Sternenpark
Sternenpark

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