Kuchen bei Beata
8. September 2020

Unser Platz in Stolzen­hagen liegt ideal am Oder-Neiße-Radweg. Was läge also näher als eine Radtour durch das Untere Odertal? Man kann eine schöne Rundtour daraus basteln. Auf dem Sommer­deich Richtung Schwedt hin, auf dem Winter­deich zurück. Und damit die Motivation stimmt, haben wir auch einen Zielpunkt auf halber Strecke. Unser Kajak-Führer hatte uns noch den Tipp mit auf den Weg gegeben, dass man auf der anderen Oderseite in Polen bei Beata wunder­baren Kuchen kriegen könne. Werden wir ausprobieren!

Entspannter Weitblick

Auf den ersten paar Metern sind wir noch skeptisch, ob der Radweg wirklich so super ist, wie er beschrieben wird. Dickes Kopfstein­pflaster und Beton­platten auf den ersten Metern lassen uns da zweifeln.

Nationalpark Unteres Odertal

Aber als wir den Sommer­deich erreichen sind wir begeistert. Der Radweg ist fein asphal­tiert, topfeben und es bietet sich ein herrlicher Weitblick in die Oderauen zur einen Seite und über den Fluss nach Polen zur Rechten. Entspanntes Radeln!

Vielfältige Tierwelt

Unterwegs gibt es reichlich Gelegenheit, die Tierwelt zu beobachten. Immer wieder steigen Fisch­reiher in aller Ruhe vor uns in die Luft und fliegen ein paar Schwin­gen­schläge weiter. Oder man sieht Biber­spuren – deutlicher und frischer als gestern im Biberwald.

Nationalpark Unteres Odertal

Auch einen Seeadler sehen wir vor uns in der Luft. Aber bis ich die Kamera schuss­bereit habe, ist er schon weiter weg. Da ist der Fuchs, der den Weg kreuzt, schon deutlich gemüt­licher unterwegs. Neugierig guckt er uns an und beschließt, dass von uns wohl keine Gefahr ausgeht.

Nationalpark Unteres Odertal

Aussicht und Ruckelpiste

Am Stütz­kower Aussichtsturm kann man noch weiter als ohnehin schon in die Landschaft gucken. Diese Weite tut der Seele gut. 

Stützkower Turm
Nationalpark Unteres Odertal

Leider wird der Weg ab Stützkow weniger erfreulich. Der samtige Asphalt endet und die ungeliebten Beton­platten fangen an und bleiben unser Begleiter bis zur Grenz­brücke. Aber dafür sind die schwarz-rot-goldenen Grenz­pfähle hier selfie­freundlich direkt am Weg angebracht. 

Nationalpark Unteres Odertal
Nationalpark Unteres Odertal

Genuss in Polen

Wir überqueren die Oder und landen völlig unspek­ta­kulär in Polen. Keinerlei Corona-Beschrän­kungen, die es wohl vor ein paar Monaten noch gab. Statt­dessen die üblichen Hinweis­schilder auf billige Zigaretten und den Friseur.

Grenzbrücke
Polen
Auch in Polen gibt es Grenzpfähle

Wir kämpfen uns die letzten Kilometer durch den Gegenwind auf der anderen Oderseite und schaffen auch die gemeine Steigung, die es kurz vor dem Ziel noch mal in einem Waldstück gibt. Aber dann sind wir endlich im Café „U Beaty“ oder, extra für die deutschen Kunden „Bei Beata“ angekommen.

Bei Beata

Auf der Terrasse lässt es sich herrlich sitzen und über den Fluss gucken. Aber dafür sind wir nicht hierher­ge­kommen, sondern für den hochge­lobten Kuchen. Und was soll ich sagen: Er ist wirklich super­lecker – noch herdwarmer Pflau­men­streu­ßel­kuchen mit Sahne der Spitzen­klasse. Wir würden uns nicht verzeihen, wenn wir den anderen Kuchen im Angebot nicht probiert hätten. Da geht dann auch noch ein mächtiges Stück Quark­kuchen, dass wir uns in weiser Voraus­sicht teilen.

Am Neben­tisch unter­halten sich ein paar ältere Damen aus Deutschland mit Beata (die auch sehr gut deutsch spricht) über den Honig, den sie auch verkauft und sie holt ihre Geheim­waffe gegen Erkäl­tungen namens Propolis hervor. Auch wir bekommen einen Teelöffel dieses Bienen­harzes, das aus bunten kleinen Krümelchen besteht, zum Probieren. Angeblich soll es auch den Muskel­aufbau fördern – können wir für den Rückweg gut brauchen.

Gegen den Wind

Auf dem Rückweg fahren wir wieder entlang der Fried­richsthaler Wasser­straße und werfen noch einmal einen Blick hinüber zu unserem Stell­platz am Wasser­sport­zentrum. Schön, wenn man sich in einer Ecke ein bisschen auskennt.

Die restlichen 20 Kilometer werden dann nicht ganz so spaßig. Denn wie befürchtet haben wir ganz ordentlich Gegenwind. Und so ist es jetzt kein Dahin­gleiten wie noch auf dem Hinweg, sondern richtig Arbeit. 

Radtour

Wir sind reichlich fertig und beschließen daher, den Stolper Turm auf der anderen Wasser­seite, seines Zeichens dickster Turm Deutsch­lands, rechts liegen­zu­lassen und uns nur noch irgendwie zum MoMo zurück zu retten.

Radtour
Wildgänse
Wildgänse sind auch da

Die ersten Kraniche

Kurz vor der Ankunft am Stell­platz in Stolzen­hagen wird die Landschaft auf einmal in goldenes Abend­licht getaucht. Und auf den abgeern­teten Feldern sehen wir tatsächlich die ersten Kraniche stolzieren.

Nationalpark Unteres Odertal
Nationalpark Unteres Odertal

Ich überwinde mich daher am Stell­platz noch mal, packe den Fotorucksack auf den Rücken und fahre mit dem Telezoom auf der Kamera den Kilometer zurück zu den Kranichen. Was für ein herrliches Licht!

Kraniche
Kraniche
Kraniche
Kraniche

Candle-Light-Dinner

Zu so einem schönen Tag gehört auch ein schöner Abschluss, wir machen es uns draußen gemütlich, werfen Würstchen auf den Grill und genießen die fried­liche Abend­stimmung hier auf dem Stellplatz. 

Grillen
Grillen

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