Connemara-Liebe

29. April 2022

Wir starten spät in den Tag und sind etwas verwirrt, welche unserer Ideen für den Tag wir umsetzen wollen, bevor morgen die Schlechtwetterperiode beginnen soll.

Shoppen in Clifden? Besuch von Omey Island? Wandern am Diamond Hill? Lecker Essen in Letterfrack? Einen schnuckeligen Campingplatz für den Regentag finden? Oder doch lieber die Connemara-Loop-Road fahren und an den Renvyle Beach gehen? Da kann man aber auch wirklich drüber verzweifeln…

Clifden

Wir beschließen, erst mal nach Clifden zu fahren, um dort vollzutanken. Nicht, dass wir noch mit leerem Tank im Nirgendwo liegen bleiben. Es stellt sich dann heraus, dass wir dort Frischwasser bekommen können und ich bekomme den Tipp, dass man am Busparkplatz auch das Grauwasser entleeren könne. Prima, dann wären wir ja wieder frisch und müssten auch nicht unbedingt auf einen Campingplatz!

Da der riesige Busparkplatz gähnend leer ist, parken wir das MoMo dort und gehen zum Bummeln in die Stadt. Ganz irisch sind die Häuser schreiend bunt. Was uns aber am zentralen Platz besonders in Auge fällt, sind die Foodtrucks, die hier stehen. Wobei Truck etwas übertrieben ist. Wägelchen würde es besser treffen. Und passt auch besser zu den delikaten Inhalten.

Clifden
Clifden

Gaumenschmaus

Im orangen Flower-Power-Crêpe-Wagen gibt es außergewöhnlich lecker belegte herzhafte Crêpes, die wir in dieser Zusammenstellung auch noch nie gegessen haben. Sehr dicke Empfehlung!

Clifden

Nachdem wir durch verschiedene Läden gebummelt sind, kommen wir noch mal für ein süßes CBS-Crêpe zurück und unterhalten uns während der Zubereitung mit der freundlichen Lady über die wiederkehrenden Touristen. Auch die Amerikaner kommen wieder – essenziell für den irischen Tourismus.

Anschließend wollen wir uns nur noch etwas zu trinken beim Nachbarwagen von Phoebe’s Patisserie gönnen. Das Highlight kommt dann aber völlig überraschend. Unsere Bedienung kommt nämlich aus Holland und macht ganz frische Stroopwaffeln. Und es sind die besten, die wir je gegessen haben! So frisch und trotzdem leicht knusprig und mit einer Füllung, die genau richtig verführerisch süß ist.

Clifden

Feenhäuser

Was ganz süß ist: Ein paar Häuser haben auf Bodennähe, sodass man sie gut übersehen kann, winzig kleine Feenhäuser angebaut, die mit allem ausgestattet sind, was so eine Fee halt braucht. Erinnert uns an die Trollhäuschen in Norwegen.

Clifden
Clifden

Als wir dann zum Busparkplatz zurückkommen, staunen wir nicht schlecht, dass jetzt alle Plätze mit Bussen belegt sind. Wir machen uns schleunigst vom Acker. Peinlich…

Omey Island

Unser Weg führt uns nur wenige Kilometer weiter zur heidnischen Insel Omey Island. Die Besonderheit hier ist, dass man bei Ebbe mit dem Auto hinüberfahren kann. Als wir ankommen, sehen wir, dass wir zu spät kommen. Die „Straße“ steht stellenweise schon unter Wasser.

Wir fahren weiter zu einem Pier, von dem aus man einen schönen Blick in die Bucht und auf die Insel hat, an dem man sonst aber nicht viel machen kann.

Pier vor Omey Island

Also fahren wir weiter zum Parkplatz vor der Überfahrt nach Omey Island und staunen nicht schlecht, dass nun schon die gesamte Strecke hinüber zur Insel unter Wasser steht. Das waren doch jetzt nur ein paar Minuten? So wie hier habe ich selten das Kommen der Flut wirklich beobachten können. Man kann dem Wasser wirklich beim Steigen zusehen.

Omey Island

Annette hat dann heute noch die Knalleridee des Tages: Wenn man den Namen der Insel ausspricht, ist das doch eigentlich eine Omi-Insel. Wir machen ein Erinnerungsfoto an Omi-Island für unser Enkelkind.

Omi Island
Omi Island

Diamond Hill

Da man am Parkplatz vor Omey Island leider nicht übernachten darf, müssen wir weiterfahren. Und schon wieder finden wir eine tolle Attraktion nur wenige Kilometer entfernt.

Im Connemara Nationalpark bei Letterfrack liegt der Diamond Hill, ein ordentlich hoher Berg, von dem man eine fantastische Aussicht in die Bucht haben soll. Da es jetzt schon spät ist und die Sicht zusehends diesiger wird, beschließen wir, nur den unteren Ring unterhalb des eigentlichen Berges zu gehen, von dem man aber auch bereits einen schönen Ausblick haben soll.

Diamond Hill
Diamond Hill
Diamond Hill
Diamond Hill

Das mit der schönen Aussicht können wir auf jeden Fall bestätigen und merken uns auch den Diamond Hill für einen Wiederbesuch auf der nächsten Irlandreise fest vor.

Diamond Hill
Diamond Hill

Veldon’s Seafarer

Wir haben heute wirklich ein glückliches Händchen mit unseren Essensentscheidungen. Denn in Letterfrack gibt es das Veldon’s Seafarer, ein uriges Pub-Restaurant.

Es ist Freitag-Abend-voll, aber wir können noch einen Tisch bekommen. Für mich steht mal wieder köstlicher Seafood Chowder auf dem Programm, aber auch Annettes überbackender Ziegenkäse und das Schokoküchlein sind wirklich fein.

Seafarer

Renvyle Beach

Nachdem wir im Supermarkt noch unsere Vorräte aufgefüllt haben, können wir auch noch den Renvyle Beach anfahren. Dass wir heute so viel erleben werden, hatten wir nicht für möglich gehalten!

Am Aussichtspunkt „Islands View“ des Wild Atlantic Way finden wir dann einen perfekten Übernachtungsplatz vor. Ein schöner Strand, an dem die Hunde sich noch mal austoben und einsanden können. Aber vor allem eine grandiose Aussicht auf die Inseln und die Berge Connemaras am gegenüberliegenden Ufer.

Renvyle Beach

Annette beschwört zwar bis zum Schluss noch einen grandiosen Sonnenuntergang, aber der bleibt uns bei der stärker werdenden Bewölkung dann doch verwehrt. Trotzdem genießen wir das friedlich milde, fast windstille Wetter.

Renvyle Beach
Renvyle Beach
Renvyle Beach
Krabbe mit Schneckenmütze

Auf einmal beobachten wir eine Möwe, die etwas Großes im Schnabel trägt. Während wir noch sagen „Das ist aber ein fetter Fang!“ lässt sie es aus ordentlicher Höhe auf den Strand fallen, wo es in mehrere Teile zerbirst. Wir hatten schon öfter davon gelesen, aber das jetzt in der Natur zu erleben ist wirklich noch mal was anderes. Merkwürdigerweise lässt die Möwe die zerschellten Überreste einfach liegen und fliegt davon. Wir betrachten das Ganze aus der Nähe und stellen überrascht fest, dass es ein Seeigel ist, der da in mehreren Teilen vor uns liegt. Eine ältere irische Strandspaziergängerin gibt mir noch die Übersetzung auf Englisch: sea urchin. Da lag ich mit meinem improvisierten „sea hedgehog“ dann doch daneben…

Renvyle Beach
Seeigel nach dem Crash

Während ich anschließend noch am Strand nach Fotomotiven suche, werfe ich zur Sicherheit immer auch einen Blick zum Himmel. Es muss doch äußerst schmerzhaft sein, wenn einem ein Seeigel auf den Kopf fällt…

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