Leinwand­reif

1. August 2021

Wir haben mit unserer Stell­platz­wahl wieder ein glück­li­ches Händchen gehabt. Gestern Abend war unser Eindruck noch: Na ja, ist ganz nett hier. Wenn man den ganzen Tag nur mit Super­la­tiven zugebal­lert wird, geht einem einfach der Maßstab verloren.

Stellplatz Hanøy

Denn hier ist es wunderbar ruhig, obwohl wir nur ein paar Hundert Meter von der E10 entfernt sind. Und wir sehen zur einen Seite mächtige Berge vor grünblauem Wasser und auf der anderen Seite sogar einen kleinen weißen Strand. Woanders würde man sich über so einen Platz ein Loch in den Bauch freuen. Und hier auf den Lofoten nimmt man es gönner­haft hin. Verrückt!

Stellplatz Hanøy
Toffi
Dieser Hund kann auch ganz entspannt sein…
Reiseplanung
Vorbe­rei­tung auf den nächsten Reiseabschnitt

Die zweite Fähre

Auch das Wetter ist bei Weitem nicht so gruselig wie es der Wetter­be­richt vorher­ge­sagt hat. Eher April­wetter mit Tendenz zum Freundlichen.

Abschied Lofoten

Wir fahren heute die paar Kilometer zur Fähre nach Lødingen, um die 200 Kilometer Umweg übers Narvik zu sparen. Als wir am Fährter­minal ankommen, sieht es nach perfektem Timing aus: Der Belade­vor­gang hat begonnen und ich erkläre Annette noch, dass da nichts schief­gehen kann, weil wir uns ja auf Spur 3 von 5 vorge­se­henen Warte­li­nien befinden. Warum sollte jemand so viele Spuren einrichten, wenn er sie nicht benötigt? 

Nun, die Norweger machen das so. Als ich frohgemut auf die Belade­rampe zurolle, kriege ich ein Stop-Zeichen vom Hafen­ar­beiter und wir sehen auch, warum: Der Wagen vor uns war der Letzte, der noch auf die Fähre gequetscht werden konnte. Selbst für unser kurzes MoMo ist da kein Platz mehr. 

Fähre Lødingen Bognes

Wir tragen es mit Fassung und machen es uns bei einset­zendem Regen im MoMo gemüt­lich. Da haben wir es doch besser als die Pärchen neben uns, die ihre Motor­räder stehen lassen und sich im Unter­stand unter­stellen müssen. Wir überlegen indessen, ob man sich seinen Ruf bei den Hells Angels eigent­lich sehr versaut, wenn man einen schnu­cke­ligen Teddybär oder einen Stoffelch auf dem Sozius sitzen hat. Oder gibt’s da etwa ein geheimes Kuscheltier-Chapter?

Fähre Lødingen Bognes
Motorräder
Hells Angels mit Stofftieren…

Mini-Kreuz­fahrt

Die Überfahrt nach Bognes ist dann mit einer Stunde etwas länger als unsere bishe­rigen Fahrten. Die Hunde bleiben im MoMo und wir steigen, seit langer Zeit mal wieder mit Maske, hinauf in die Cafeteria, wo wir einen Premi­um­platz vorne am Fenster ergattern. 

Fähre Lødingen Bognes

Und der macht sich dann mal so richtig bezahlt. Das Wetter liefert in dieser Stunde alles, was man sich wünschen kann und die Landschaft, die langsam an uns vorüber­zieht, ist nicht weniger grandios als auf den Lofoten. Nur, dass ich hier mal nicht am Steuer sitze, sondern mich kutschieren lasse. Hat auch was.

Fähre Lødingen Bognes

Ein wilder Ritt

Auf der E6 soll es jetzt zügig Richtung Süden gehen. Aber wir wären ja nicht in Norwegen, wenn das in echt dann etwas anders wäre, als es auf der Straßen­karte aussieht. Es geht eigent­lich ständig bergauf, bergab, durch manchmal eng oder übertrieben lang wirkende Tunnel, an Seen entlang, mit ehrfurcht­ge­bie­tenden grauen Stein­wänden links und rechts. Dazu immer wieder die April­wetter-Kapriolen, sodass das ganze auch licht­mäßig standes­gemäß insze­niert wird. Es ist absolut leinwand­reif, was da für ein Film vor uns abläuft.

Entlang der E6
Entlang der E6
Entlang der E6
Entlang der E6
Hütten

Als wir dann hinter Fauske einen schönen Platz am Nervatnet finden, ist das Grund genug, die Fahrt für heute zu beenden.

Unsere einzig nennens­werte Aktion für diesen Tag ist dann ein Hunde­s­pa­zier­gang entlang der alten Schot­ter­straße, die parallel zur modernen Straße ins Sulit­jelma-Gebiet verläuft. 

Abendspaziergang

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Der wilde Westen von Mull

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