Auf dem Silvervägen

2. August 2021

Annette hatte gestern Abend noch eine wichtige Erkenntnis. „Jetzt waren wir Norwegen und haben gar nicht im Sport Outlet geshoppt!“ Und da das ja nun mal so gar nicht geht, wird schnell gegoo­gelt und zu unserem Wohlge­fallen festge­stellt, dass es im 3 Kilometer entfernten Fauske, wo wir gestern nur durch­ge­braust sind, eine Filiale gibt. Damit ist der Vormittag schon mal festge­legt: Auf nach Fauske!

Fauske

Shopping-Fieber

Wir shoppen lang und gründ­lich. Und sind wieder mal faszi­niert davon, dass man im Hochpreis­land Norwegen so viele Dinge findet, die es Zuhause auch nicht günstiger gibt. Vor allem vergli­chen mit dem Preis­schock im Lundhags-Outlet in Schweden. Wir freuen uns jetzt schon auf nächstes Jahr!

Sport Outlet

Nachdem wir im Coop noch ein paar norwe­gi­sche Lecke­reien (Lofot­burger!) einge­kauft haben, heißt es dann bereits Abschied nehmen. 

Denn der Wetter­be­richt für Norwe­gens E6 sieht wenig vielver­spre­chend aus, während uns in Schweden strah­lender Sonnen­schein erwarten soll. Da wissen wir schnell, was wir wollen! 

Silvervägen

Wieder in Schweden

Wir fahren noch ein gutes Stück die E6 entlang, bis unser Weg dann ins mächtige Junkerdalen abzweigt. Das sieht hier ganz schön gut aus, sodass wir uns die Gegend als besuchens­wert im Hinter­kopf notieren. Aber wir fahren eisern den Berg hinauf bis zur schwe­di­schen Grenze. Hier gibt es eine Kontroll­sta­tion, aber nur für die Einreise nach Norwegen. Die Grenzer winken uns fröhlich nach Schweden durch, ohne dass wir unsere Impfzer­ti­fi­kate vorweisen müssen.

Silvervägen

Was jetzt folgt, ist eine grandiose, majes­tä­ti­sche Fjell­land­schaft. Karg, weitläufig und einfach beein­dru­ckend. Benannt ist diese Straße als Silver­vägen, der Silberweg, weil in diesem Gebiet früher Silber abgebaut wurde. Für uns hätte die RV95 auch Gold verdient.

Silvervägen
Silvervägen

Wir verpassen die Gelegen­heit, einmal anzuhalten, um diese Landschaft mit allen Sinnen zu erleben. Ärger­lich! Denn da wir immer weiter hinun­ter­fahren, ändert sich die Landschaft und wird mit den knorrigen Birken und Kiefern an blauen Seen fast schon anheimelnd. 

Erst in Vuoggat­jälme komme ich mal auf den Gedanken, abzufahren, damit wir die Landschaft mal auf uns wirken lassen können. Dort finden wir zwar ein anschei­nend gutes Restau­rant vor, finden aber die gebotenen Stell­plätze für 350 Kronen arg überteuert und nicht so anspre­chend. Also weiter, nachdem wir uns mit den Hunden ein wenig die Beine vertreten haben.

Silvervägen

Rinden­kratzer

In Ballas­viken halten wir an einem Wander­park­platz kurz vor dem Polar­kreis und können vor allem endlich mal wieder einen kleinen Spazier­gang machen. Das Wort Wande­rung verbietet sich bei der kurzen Strecke.

Annette mit Hunden

Hier gibt es einen Weg durch ein Birken- und Kiefern­wäld­chen in schönster schwe­di­scher Art. 

Wanderung

Man soll nach 700 Metern auf eine Baumgruppe von Kiefern stoßen, wo die Samen einen Teil der Rinde geschält haben, um daraus eine Art Tasche zu fertigen. Wir suchen an der angegeben Stelle, finden aber nicht wirklich Zeichen einer Bearbei­tung. Und hilfreiche Bilder oder Zeich­nungen, wie das jetzt aussehen soll, haben wir leider auch nicht.

Kiefer

So müssen wir mit den wirklich urigen Bäumen und den abgestor­benen Stämmen auf dem Boden vorlieb nehmen.

Silvervägen

Elchland

Schon auf der Wande­rung haben wir Elchköttel gesehen und auch auf der Weiter­fahrt sieht alles nach perfektem Elchland aus. Aber sehen können wir wieder mal keinen. Wo, wenn nicht hier müssten wir mal welche sehen?

Jetzt befinden wir uns schon wieder südlich des Polar­kreises. Die Zeit im hohen Norden ist viel zu schnell vorüber. 

Wir trösten uns mit der wunder­vollen Landschaft, die an unser vorüber­zieht, während wir auf der menschen­leeren Straße entlang fahren. Das kommt hier jetzt dem Lappland, was wir uns so vorge­stellt haben, schon wirklich nahe. Im warmen Abend­licht fahren wir an See um See vorbei und genießen dieses entspannte Cruisen mit Luxusaussicht.

Silvervägen

In Jäckvik finden wir dann am Wander­park­platz für den Kungs­leden einen akzep­ta­blen Schlaf­platz für die Nacht. Wir befinden uns am Rande des Pielje­kaise-Natio­nal­parks, in dem wir morgen ein gutes Stück wandern wollen. Perfekter Ausgangspunkt!

Schön, dass du ein Stück mit uns mitgefahren bist!

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Der wilde Westen von Mull

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