Flatruet

13. Juli 2021

Was ist das schön hier! Irgendwie haben wir es heute so gar nicht eilig in den Tag zu starten. Wir sitzen einfach nur da und genießen die Stille und die grandiose Aussicht auf das Rogen-Gebiet und die norwe­gi­schen Berge im Hintergrund.

Rogens Naturreservat

Erst gegen Mittag werden wir aktiv und machen uns auf den Teil der Wande­rung, den wir gestern nicht mehr geschafft haben. Man kann nämlich von Käringsjön aus noch auf ein höheres Plateau wandern, von dem man dann eine schöne Aus- und Übersicht auf das Rogen-Gebiet hat.

Wir kommen ganz schön ins Schwitzen – bergauf bei 25° ist nicht das, was wir erwartet hätten. 

Rogens Naturreservat

Rundum­sicht

Die Aussicht von dort oben entschä­digt aber für die Schwitzerei. Das ist so schön hier, dass man eigent­lich nur mit dem Kopf schüt­teln kann, dass es noch kein Natio­nal­park ist. Es soll aber in Planung sein, dass sich das ändert. Ihr könnt das Rogen-Gebiet aber getrost in eure Reise­pla­nungen aufnehmen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es hier jemandem nicht gefällt.

Rogens Naturreservat
Rogens Naturreservat
Photographer at work
Rogens Naturreservat
Rogens Naturreservat
Rogens Naturreservat
Stuga

Planän­de­rung

Eigent­lich haben wir ja für 2 Nächte bezahlt und möchten auch sehr gerne noch an diesem schönen Fleck­chen verweilen. Aber es gibt mehrere Gründe, die uns weiter­ziehen lassen. Zum einen ganz schnöde die Notwen­dig­keit zum Ver-/Entsorgen. Das hätten wir aber mit ein bisschen Zirkeln wohl noch bis morgen hinge­kriegt. Aber außerdem haben wir ja auch an die Reise fett Lappland geschrieben. Und das haben wir hier in Järmt­land ja immer noch nicht erreicht!

Und ein anderer gewich­tiger Grund ist der Wetter­wechsel, der sich für morgen ankün­digt. Es soll mittags wieder ordent­lich schütten und wir wollten eigent­lich eine Nacht auf dem Flatruet-Pass verbringen. Das ist dann bei dem momen­tanen Pracht­wetter sicher­lich attrak­tiver als bei Bewölkung. 

Also brechen wir schweren Herzens unsere Zelte ab, fahren noch einmal die Rüttel­strecke bis zur „normalen“ Schot­ter­strecke und sind wieder in der realen Welt.

Birkensee

Wildwest-Feeling

Es ist dann zur Abwechs­lung wirklich nett über den Asphalt zu fliegen. Zumin­dest fühlt sich das bequeme Gleiten so an. Und die gerade, lange und breite Straße erinnert uns unver­meid­lich an die endlosen Weiten Nordamerikas.

Im netten Ski-Ort Funäs­dalen befindet sich in einem Indus­trie­ge­biet eine tolle Entsor­gungs­sta­tion. Und ich treffe geradezu vorbild­lich das Entsor­gungs­loch für das Grauwasser. Mich kann man auch mit kleinen Dingen glück­lich machen.

Entsorgung

Nach dem Auffüllen der Vorräte im ICA geht es auf die Flatruet Passstraße. Wobei unsere Erwar­tung daran etwas anders war. Denn weder gibt es brutale Steigungen noch beson­dere Serpen­tinen. Man arbeitet sich einfach langsam aber sicher nach oben. Also rein von der Schwie­rig­keit ist das (abgesehen von der Schot­ter­piste) supereinfach.

Was sich aber mit jedem Meter der Strecke deutli­cher abzeichnet: Das wird grandios. Denn der Blick weitet sich immer mehr und man hat schon auf einem ersten Hochpla­teau eine so tolle Sicht auf die umlie­genden Berge, dass wir versucht sind, lieber hierzu­bleiben als auf dem „überlau­fenen“ Flatruet. Wie gut, dass wir das nicht getan haben!

Flatruet

Denn gerade das letzte Stück bis zur Passhöhe hat jetzt wieder echte Ameri­ka­qua­li­täten. Große Weite, endloser Himmel und nur ab und zu mal ein Auto. Zumin­dest bis zur Passhöhe.

Flatruet

Womo-Dorf

Dort befindet sich nämlich ein regel­rechtes Womo-Dorf. Auf der sehr großen Parkfläche am Höhepunkt der Passstraße haben sich ganz schön viele Womos verteilt und ein schönes Plätz­chen gesucht. Das Tolle daran: Es klappt, dass sich alle gleich­mäßig verteilen und es herrscht eine angenehm entspannte Atmosphäre unter Gleichgesinnten. 

Flatruet
Flatruet

Denn es macht den Eindruck, dass wir alle nur hier sind, um die grandiose Natur zu feiern, die uns hier umgibt. 

Fürs Abend­essen haben wir schnell Tisch und Zeugs aufge­baut und können beim Feier­abend­bier­chen und Grill­würst­chen diese schon wieder so großar­tige Landschaft auf uns wirken lassen. 

gedeckter Tisch

Endlos-Sonnen­un­ter­gang

Eigent­lich konnten wir für diesen Tag schon wieder sehr dankbar sein. Aber wir bekommen noch einen kleinen Bonus. Denn der Ultra-Zeitlupen-Sonnen­un­ter­gang, den wir dann erleben, ist wirklich unglaublich.

Als ich sehe, was sich da anbahnt, schnappe ich mir noch mal Kamera und Stativ und mache mich ans Werk. Das tun leider aber auch die Mücken, die anschei­nend nur auf ihre Gelegen­heit gewartet haben, die Sonnen­un­ter­gangs­an­beter auszu­saugen. Mistviecher!

Photographer at work
Flatruet

Sie treiben mich dann wirklich ins MoMo zurück und wir können das Schau­spiel noch zwei weitere Stunden durch die Fenster des Wohnmo­bils beobachten und machen zwischen­durch immer wieder Oh! Und Ah!

Flatruet
Flatruet

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Der wilde Westen von Mull

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