Trübtag
25. Mai 2019

Auf den Wetter­be­richt ist Verlass. Für heute war vorher­gesagt, dass es Katzen und junge Hunde regnen würde und so ist es dann auch.

Es ist so trüb, dass es uns nicht mal reizt, noch mal zu den tollen Stränden zu gehen. Wir gucken uns lieber aus dem MoMo die Kühe an, die auf der Straße gemütlich an uns vorüber­ziehen. Oder die Schotten, die in Shorts aus dem Auto steigen, um sich dann unver­drossen für eine Wanderung vorzu­be­reiten. So hart sind wir einfach nicht.

Wasser­schloss

Am späten Vormittag brechen wir nach Castlebay auf, um dort mal wieder unsere Historic-Scotland-Mitglied­schaft zu nutzen. Es gibt dort nämlich eine der sicherlich ungewöhn­li­cheren Burgen zu besich­tigen. Kisimul Castle ist nur mit dem Boot zu erreichen!

Und wir haben Glück: Als wir uns in den Regen hinaus begeben kommt gerade das kleine Fährboot an, dass uns innerhalb weniger Minuten übersetzt. Die harten schot­ti­schen Skipper, die den bei diesem Wetter undank­baren Job haben, stehen stoisch lediglich im Sweater und ohne Mütze, dafür über mit life-jacket bereit und machen freundlich-routi­niert ihren Job. „Boat leaves again in 20 minutes!“ hören wir noch und wundern uns, warum der uns das sagt. Wir sind doch gerade erst mal bei der Attraktion angekommen…?

Aber uns wird schnell klar, dass man in den 20 Minuten dann auch alles gesehen hat, was es am Stammsitz des MacNeil-Clans zu sehen gibt.

Aber trotzdem ein lohnender Ausflug, weil es mit der Boots­fahrt, die auf dem Rückweg noch mal die Burg umrundet, einfach besonders ist.

Und bei besserem Wetter hätte man hier auch sicherlich mehr die Aussicht von der Brüstung aus genossen. So sind wir aber froh, als wir nach einer halben Stunde Besich­tigung wieder im trockenen sind.

Airport-revival

Wir überlegen, wie es an diesem trost­losen Tag für uns weitergeht. Die Fähre haben wir ja für Sonntag morgen gebucht. Aber vielleicht nimmt uns ja heute auch schon eine mit? Die Zeit bis zur Nachmit­tags­fähr­ab­fahrt überbrücken wir an einer Stelle, wo es immer was zu sehen gibt und es warm und lecker ist: Im Flughafen-Café!

Dort ist wieder viel Betrieb. Vielleicht weil der erste Flug des Tages gecancelt wurde? Während wir fleißig bloggen und Tagebuch führen leert sich das Café zusehends. Und irgendwann steht fest, dass es auch mit dem zweiten Flug des Tages nichts mehr wird. Gut, dass wir dieses Erlebnis schon im Sack haben!

Fähre im zweiten Anlauf

Als wir nachher am Fährhafen in Ardmore ankommen, ist die Nachmit­tags­fähre bereits da. Wir kommen aber noch nicht mit — zu viele hatten wohl die gleiche Idee wie wir…

Aber der immer gut gelaunte CalMac-Mitar­beiter, der von Auto zu Auto geht, ist zuver­sichtlich, dass er uns auf der 17.30-Uhr-Fähre unter­kriegt. „Just park yourselves behind that motorhome over there!“ sagt er und zeigt auf die Reihe mit 3 anderen Womos, die dort schon mit anscheinend gleichem Plan wie wir warten.

Und er hat recht: Auf der letzten Fähre des Tages ist dann reichlich Platz — komisch, wurde die uns online nicht als ausge­bucht angezeigt?

Als wir nach der Fährpassage ankommen, nutzen wir erst mal die uns schon bekannten Einrich­tungen zum Duschen und Entsorgen. Echt praktisch, wenn man sich schon auskennt!

Insel­su­per­markt

Die Rückfahrt auf Eriskay ist ein krasser Unter­schied zu unserer Ankunft dort. Der Prinzen­strand liegt jetzt wenig vielver­spre­chend unter uns und jeder, der den Strand bei diesem Wetter sieht, muss denken, dass meine Bilder von vor ein paar Tagen bei Sonnen­schein alle schlimmsten gepho­to­shopt sind.

Wir sind uns aber einig, dass die Landschaft auch bei diesem Wetter etwas hat. Vielleicht ist das aber auch unserer Nordland­af­fi­nität zuzuschreiben. Aber als wir wenig später die Single Track Road neben den Strom­masten entlang­fahren, hat das was wirklich trost­loses, was wir uns auch nicht mehr schön reden können.

Zu unserer Freude stellen wir aber fest, dass es auch hier auf der äußeren Hebri­den­insel durchaus Öffnungs­zeiten wie in der Großstadt gibt. Der Coop hat sage und schreibe bis 22 Uhr geöffnet! Also füllen wir unsere Vorräte mal wieder auf und sind erstaunt, dass dieser Insel­su­per­markt besser bestückt ist, als die letzten kleineren Geschäfte, die wir auf dem Festland gesehen haben.

Schlaf­platz im Niemandsland

Wir fahren zum Start­punkt einer Wanderung aus unserem „Outer Hebrides“-Wanderbüchlein. Der könnte als Übernach­tungs­platz dienen und wenn es morgen wieder etwas freund­licher ist, könnten wir uns auf der kurzen Wanderung auch mal etwas die Beine vertreten.

Unterhalb eines Friedhofs im absoluten Niemandsland finden wir dann einen Platz für die Nacht. Hier liegt nicht nur der Hund begraben…

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