Grandiose Radtour

Wir brechen erst gegen Mittag bei vollem Sonnenschein auf. Und bewegen uns nur eine Handvoll Kilometer weiter in den Nationalpark Müritz. Dort soll es 2 Stellplatzmöglichkeiten für Womos geben. Wir gucken uns zunächst den asphaltierten Platz in Federow an und finden ihn zwar okay, aber nicht besonders heimelig. Sein Vorteil ist die zentrale Lage mit der Nationalparksinfo vor der Haustür und dem Schnittpunkt von vielen Wander- und Fahrradwegen.

Der Platz in Schwarzenhof sagt uns da schon mehr zu. Ist zwar letzten Endes auch nur die Wiese hinter einem Bauernhaus, dafür landschaftlich aber viel schöner fürs Auge. Hier bleiben wir. Und zwar für 2 Nächte. Denn auch von hier kann man viel unternehmen.

Ab aufs Rad

Es ist jetzt deutlich kühler als noch die Tage zuvor, aber im warmen Licht der Sonne lässt es sich perfekt radeln. Und die Radtour von Schwarzenhof ergibt sich quasi von selbst. Zunächst durchs Moor in Richtung Müritz, dann querfeldein zu den Seen und Aufstieg auf den Käflingsbergturm und. Über Speck zurück.

Schon das erste Stück ist sehr abwechslungsreich. Während man zunächst noch durch ein Wäldchen fährt, wird es am Specker Horst schon interessanter. Von einem Aussichtsturm aus hört man Dutzende Vögel mehr als dass man sie sieht, hat aber gleichzeitig eine Aussicht auf den Specker See, auf dem sie sich tummeln.

Dann geht es durch deine schilfige Morrlandschaft mit hohen Birken und ganz wunderbar entlang des Herrmannskanals, in dem sich das bunte Laub der Bäume und der strahlende Himmel spiegeln.

Annette macht das Experiment, beide Hunde oben aus dem Hänger herauslugen zu lassen. Mia genießt es sichtlich, sich den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen – ob sie sich daran erinnern kann, was sie früher alles bei einer Radfahrt aus dem Hänger sehen konnte? Und irgendwie sehen die beiden aus dem Fahrradhänger schauenden Hunde aus wie Figuren aus der Muppet-Show. Knuffig!

Aussicht zum Seele baumeln lassen

Nördlich von Boek machen wir Rast an einer Aussichtsplattform, von der aus vor einem die Müritz in großartigem 180°-Panorama liegt. Ein Ort, an dem man bei diesem Wetter einfach stundenlang sitzen könnte. Balsam für die Seele.

Wir fahren trotzdem weiter und zwar jetzt landeinwärts auf breiten, manchmal etwas sandigen Wanderwegen Richtung Priesterbäkersee. Auch hier ist die Fahrt ein Farbrausch aus allen Herbstfarben plus klares Blau vom Himmel und zum Verfeinern noch das leuchtende Weiß der Birken.

Am See machen wir an einem Aussichtspunkt eine kleine Rast, um unseren Proviant zu vertilgen. Dort treffen wir erneut auf ein älteres Ehepaar, das wir schon am Ausguck an der Müritz getroffen hatten. Wir kriegen eine Kostprobe des lokalen Plattdeutsch, in das man sich ein bisschen reinhören muss.

Wir verabschieden uns und sind uns fast sicher, dass wir sie auf der weiteren Tour bald wieder sehen werden. Aber das passiert dann doch nicht.

Feuchte Hände auf dem Turm

Es geht jetzt weiter durch den Wald. Der schon vom letzten Rastplatz sichtbare 31m hohe Aussichtsturm am Käflingsberg verspricht einen weiten Blick in die Landschaft. Wir parken die Räder an der Straße und gehen die Strecke zum Turm zu Fuß. Man merkt, dass hier früher Schießplatz der russischen Armee war: Am ganzen Weg sind Warnschilder, dass man doch bitte mal lieber nicht in den Wald abbiegt: Lebensgefahr! Wir sind beeindruckt…

Auf den Turm geht es in Treppen hinauf. Und hinauf. Und noch mal: hinauf! Und mit jeder neuen Treppe wir mir beim Blick durch die unten offenen Stufen mulmiger. Die Vorstellung, dass einer von unseren dösigen Hunden durch diese Lücken einen Abgang macht, lässt meine Hände feucht werden und als wir ganz oben sind, kann ich die in der Tat sensationelle Aussicht über das Nationalparksgebiet gar nicht so recht genießen. Das ist für meinen Geschmack dann schon zu luftig.

Als wir dann wieder wohlbehalten unten angekommen sind, hilft es, sich die Baumspitzen wieder von unten aus anzugucken – so soll es doch sein! Puh!

Das letzte Stück führt uns dann durch die unterschiedlichsten Waldarten wieder zurück zum MoMo. Was eine schöne Tour das war!

Abendessen in der bunten Kuh

Da das Hotel-Restaurant direkt vor der Haustür verheerende Kritiken bei TripAdvisor hat, beschließen wir, noch mal aufs Rad zu steigen und nach die 4km nach Federow zu radeln. Dort soll es in der „Bunten Kuh“ solide Hausmannskost geben. Und genau die kriegen wir dann dort. Als wir dort, nun wahrlich nicht spät, um 19 Uhr aufbrechen ist es nahezu dunkel. Und auf der Rückfahrt läuft vor uns noch ein Tier schnaufend über die Straße – Annette meint, es könne ein Dachs gewesen sein. Aufregend!

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